Fast jeder hat sie schon mal erlebt und oder zumindest davon gehört: Die bekannten Salutschüsse bei Festlichkeiten. Ein "echter" Salutschuss wird normalerweise mit einer Kanone abgefeuert und erfolgt zu Ehren eines Staatsoberhauptes, Thronfolgers oder bei militärischen Ehrungen. Es gibt auch spezielle Salutwaffen, manchmal kommen auch Gewehre zum Einsatz. Salutschüsse werden oft mit Böllern verwechselt, dabei ist der Unterschied ganz entscheidend, ob das Knallen erlaubt ist oder nicht.

Womit ist das Knallen für Salutschüsse erlaubt?

  • Für echte Salutwaffen muss immer eine Genehmigung eingeholt werden, die auf dem Land etwas leichter zu bekommen ist als in einer Stadt. Und selbst auf dem Dorf wird diese nicht immer erteilt.

  • Das typische laute Knallen bei Hochzeiten, Volksfesten oder Geburtstagen wird deshalb sehr oft mit Böllern veranstaltet. Der Grund ist ganz einfach: Sie machen zwar viel Lärm, sind aber keine Waffen und fallen nicht unter das Waffengesetz.

  • Böllerkanonen sorgen also für das Knallen, das man von Hochzeiten kennt und das meistens zu nachtschlafender Zeit erfolgt. Damit soll traditionell die Braut geweckt werden - aufgrund der Lautstärke benötigt auch das restliche Dorf an diesem Tag keinen Wecker, um frühzeitig aus dem Bett zu fallen. 

Wann sind Böllerschüsse erlaubt?

Da Salutschüsse bzw. Böllerschüsse nicht immer vorher der gesamten Nachbarschaft angekündigt werden, sondern oft sehr überraschend erfolgen, stellen sich natürlich viele die Frage, wann das Knallen denn überhaupt erlaubt ist.

  • Egal, um welchen Anlass es sich handelt - Sie müssen immer erst die zuständige Behörde und die Polizei informieren, bevor Sie auf einem öffentlichen oder privaten Grund Böllerschüsse abfeuern. Es stellt trotz allem eine Lärmbelästigung dar und diese kann zu Gesundheitsschäden führen.

  • Seit einigen Jahren ist dafür in großzügig bebauten Wohngegenden keine Genehmigung mehr erforderlich, es genügt tatsächlich, es vorher zu melden.

  • Möchten Sie Salutschüsse in einem eng gebauten Wohngebiet abfeuern, dann ist es allerdings erforderlich, rechtzeitig eine Ausnahmeregelung bei der zuständigen Gemeine bzw. Stadtverwaltung einzuholen.

  • Ist der örtliche Bürgermeister ein großer Fan des Schützenvereins, dürfte es nicht wirklich problematisch sein, eine Genehmigung zu erhalten. Auf dem Land werden Traditionen immer noch geschätzt und die Knallerei - die nicht bei jedem Begeisterung auslöst - oftmals erlaubt.

  • Zu der Frage, wann es genau erlaubt ist, gibt es eine - nicht für jeden erfreuliche - Erklärung: Laute Böllerschüsse sind tatsächlich an Sonn- und Feiertagen erlaubt. An Neujahr, dem Volkstrauertag oder Kirchweih werden immer noch jedes Jahr in vielen Gegenden die Böller abgefeuert.

  • Auch die Uhrzeit spielt dabei kaum eine Rolle, das kann bereits um 5 Uhr morgens oder erst am Nachmittag sein.

  • Da nicht jeder Mensch besonders lärmresistent ist und ein plötzlicher Knall nicht nur das Gehör, sondern auch Herz und Nerven schädigen kann, ist es immer wichtig, die umliegende Nachbarschaft rechtzeitig zu informieren. Das ist zwar nicht vorgeschrieben aber verhindert Streitereien und plötzliche Herzattacken älterer Nachbarn.