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Kleinreparaturen - als Mieter die Höchstgrenze beachten

Grundsätzlich muss Ihr Vermieter Groß- und Kleinreparaturen an der Mietwohnung auf seine Kosten übernehmen. Üblich sind allerdings Klauseln im Mietvertrag, durch die Sie als Mieter verpflichtet werden, typische Bagatellschäden zu bezahlen. Solche Klauseln können aber nur wirksam sein, wenn bestimmte Höchstgrenzen eingehalten werden.

Für Kleinreparaturen gilt eine Höchstgrenze.
Für Kleinreparaturen gilt eine Höchstgrenze.

Was sind Kleinreparaturen?

  • Kleinreparaturen betreffen alle Bagatellschäden, die typischerweise beim Gebrauch der Mietwohnung an Gegenständen entstehen, auf die Sie als Mieter Zugriff haben. Dazu zählen etwa tropfende Wasserhähne, defekte Steckdosen, beschädigte Fensterläden oder Türschlösser.
  • Dagegen fallen Schäden an Installationen, auf die Sie keinen direkten Zugriff haben, wie etwa Gasleitungen oder Wasserrohre außerhalb des Wohnbereichs, nicht unter die abwälzungsfähigen Bagatellschäden.
  • Ihr Vermieter kann Ihnen bis zu einer bestimmten Höchstgrenze die Kosten für Kleinreparaturen auferlegen, er kann Sie aber nicht verpflichten, Handwerker zu beauftragen oder die Arbeit selbst zu erbringen. Vielmehr muss er sich um die Beseitigung kümmern und sodann die Bezahlung von Ihnen verlangen.


Höchstgrenzen für vertragliche Pflicht zur Reparatur

  • Die Höhe der Beteiligung setzte der BGH vor einigen Jahren auf 75 € pro Reparatur fest, wobei die Gesamtsumme im Jahr nicht über 150 bis 200 € liegen sollte.
  • Unter Berücksichtigung der allgemeinen Teuerungsrate gehen die meisten Gerichte derzeit bei Einzelreparaturen von rund 100 € zuzüglich Mehrwertsteuer aus, im Jahr darf die Summe nicht mehr als 250 € betragen. Diese Werte können sich im Laufe der Zeit weiter leicht erhöhen.
  • Für gewerbliche Räume gelten diese Regeln jedoch nicht. Außerdem können abweichende Beträge angenommen werden, wenn es sich um eine besonders luxuriöse Wohnung handelt, die erfahrungsgemäß erheblich höhere Instandhaltungskosten erfordert als eine gewöhnliche Mietwohnung.
  • Eine Einschränkung gilt dabei im Verhältnis zur Miethöhe. So soll die Höchstgrenze niemals höher liegen als 8 bis 10 % der Jahresmiete.
  • Sofern Ihr Vermieter Ihnen höhere Reparaturen anteilig in Rechnung stellen möchte, ist eine solche Klausel im Mietvertrag unwirksam.

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