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Kleingewerbe und Krankenversicherung - so versichern Sie sich richtig

Personen, die ein Kleingewerbe betreiben, haben die freie Auswahl zwischen einer gesetzlichen und einer privaten Krankenversicherung. Welcher Versicherungsschutz für Sie der richtige ist, hängt von vielen Faktoren ab.

Kleingewerbetreibende können zwischen der gesetzlichen und einer privaten Krankenversicherung wählen.
Kleingewerbetreibende können zwischen der gesetzlichen und einer privaten Krankenversicherung wählen.

Sobald Sie ein Kleingewerbe angemeldet haben, gelten Sie als selbstständig. Selbstständige und Freiberufler haben die freie Wahl zwischen einer freiwilligen gesetzlichen und einer privaten Krankenversicherung. Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile.

Kleingewerbetreibende gesetzlich krankenversichert

  • Mit einer freiwilligen gesetzlichen Krankenversicherung stehen Ihnen ausschließlich die Regelleistungen zur Verfügung. Diese werden jährlich neu festgelegt bzw. gekürzt. Die öffentlich-rechtlichen Krankenkassen haben nur einen fünfprozentigen Spielraum beim Erstellen ihrer Leitungen. Das ist zwar nicht viel, dennoch sollten Sie, falls Sie sich für eine gesetzliche Krankenversicherung entscheiden, die Kassen aufgrund ihrer Satzleistungen vergleichen. 
  • Bei medizinischen Behandlungen und stationären Aufenthalten werden Sie oft schlechter behandelt als privat Versicherte. Zudem ist es schwieriger Behandlungstermine zu bekommen.
  • Innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung werden die die Zuzahlungen sowie der standardisierte Beitrag stetig erhöht. 
  • Die Beiträge der gesetzlichen Krankenversicherung werden gemäß dem Solidaritätsprinzip prozentual von dem Bruttoeinkommen der Kassenmitglieder abgerechnet. Als Kleingewerbetreibende müssen Sie selbst den Nachweis über Ihre Einkünfte erbringen. Als solche gelten nach § 240 SGB V Ihre Einnahmen aus selbständiger Tätigkeit, aus Kapitalanlagen, Vermietung, Verpachtung und z.T. Renten.
  • Vorteilhaft in der gesetzlichen Krankenversicherung ist die Familienversicherung.

Gewerbetreibende in der privaten Krankenversicherung

  • Innerhalb der privaten Krankenversicherung erhalten Sie in Abhängigkeit von dem gewählten Tarif qualitativ hochwertigere Leitungen, wie z.B. keine Warteschleifen, Ein- oder Zweibettzimmer im Krankenhaus, freie Arztwahl etc.  
  • Zudem können Sie den Leistungsumfang z.T. selbst bestimmen und Ihrem Bedarf anpassen, zumindest soweit es Ihr Budget zulässt.
  • Zur Berechnung der Prämie für eine private Krankenversicherung wird eine Reihe von Kriterien herangezogen, wie Ihr Alter, Ihr Beruf, Ihre gesundheitliche Verfassung. Selbstverständlich bevorzugen Versicherer junge, gesunde Kunden, die einen einfachen (mit geringem Erkrankungsrisiko) und zugleich gut bezahlten Job ausführen. Folglich kann es sein, dass die Versicherung geradezu unbezahlbar ist, falls Sie ernsthafte gesundheitliche Probleme haben.
  • Im Gegensatz zu fest angestellten, gut verdienenden Arbeitnehmern, ist das berufliche Risiko bei Kleingewerbetreibenden weitaus höher. Sollte es mit dem Gewerbe nicht so funktionieren wie geplant, werden Sie große Schwierigkeiten haben, wieder in die gesetzliche Krankenversicherung aufgenommen zu werden.

Bei der Auswahl der Krankenversicherung ist also nicht nur der Berufsstatus von Bedeutung. Sie sollten all die Vor- und Nachteile gegenüber stellen und anhand Ihrer persönlichen Situation vorausschauend den jeweils passenden Versichertenschutz aussuchen.

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