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Kleider einfärben - so geht's

Das weiße Sommerkleid hat auch schon mal bessere Tage gesehen - statt hell und unbefleckt zu strahlen, prangen riesige Eisflecken auf dem hellen Stoff, der ohnehin nicht mehr milchig weiß ist, sondern viel mehr den Eindruck einer gelblich verrauchten Gardine hinterlässt. Und doch will man manche Kleidungsstücke einfach nicht wegwerfen, weil man die schönsten Erinnerungen mit ihnen verbindet oder sie einfach so ausgefallen geschnitten sind, dass man in Gefahr geht, sie nie wieder zu finden. Die letzte Chance - betroffene Kleider einfach einfärben. Und damit das nicht auch noch in die Hose geht, finden Sie hier ein paar Tipps.

Wäsche kann man recht einfach einfärben.
Wäsche kann man recht einfach einfärben.

Verschiedene Kleiderstoffe färben

  • Zunächst sollten Sie wissen, dass sich grundsätzlich nur Naturfasern pflanzlichen Ursprunges richtig färben lassen. Gut stehen Ihre Chancen daher bei Baumwolle, Viskose oder Leinen und Halbleinen sowie Mischungen solcher natürlicher Fasern miteinander, beispielsweise bei Stoffen, die zu 30 Prozent aus Leinen und zu 70 Prozent aus Viskose bestehen.
  • Dagegen sollten Sie davon absehen, jemals Kleider aus irgendeiner Art von Funktionsfaser einfärben zu wollen. Stoffe wie Gore-Tex oder Sympatex wie auch solche, die mit Daunen gefüllt sind, nehmen weder die gewünschte Farbe an noch ist wirklich ausgeschlossen, dass der Färbevorgang keine irreparablen Schäden an der Kleidung zurücklässt.
  • Beinahe genausowenig sind Synthetikfasern und damit Polyester und Polyacryl wie auch Polyamid fürs Färben geeignet. Als Ausnahme von dieser Regel gelten Mischstoffe aus natürlichen und synthetischen Fasern, welche die Farbe sogar unerwartet gut aufnehmen sollten. In solchen Fällen ist es der natürliche Faseranteil des Stoffes, der das Färbemittel aufnimmt, sodass die von Ihnen gewählte Farbe möglicherweise nicht zu 100% in dem Ton und der Stufung auftreten wird, wie von Ihnen geplant. Liegt der Naturfaseranteil bei einem Mischstoff unter 60 Prozent, sollten Sie besser vom Färben absehen, weil das Farbergebnis kaum mehr kontrollierbar scheint und Sie den Stoff am Ende vielleicht sogar schockiert in den Müll drücken werden.
  • Merken Sie sich außerdem, dass Sie selbstverständlich nur solche Stoffe einfärben können, die auch waschmaschinenfest sind. Gefärbt wird immer in der Maschine, ist Ihr Stoff also laut Waschettikett mit der Hand zu waschen, ist von Vornherein klar und deutlich, dass das Färben schließlich in die Hose gehen wird.
  • Zudem sollten Sie immer darauf achten, dass die Orginalfarbe des zu färbenden Kleidungsstücks deutlich heller sein sollte als die gewünschte Farbe des Endprodukts. Dunkelblaue Kleider hellrosa einzufärben ist deswegen ausgeschlossen, ein rosa Kleid kann jedoch ohne Probleme blau werden. Scheint es Ihnen dennoch lebensnotwendig, ein dunkles Kleidungsstück deutlich heller zu färben, so können Sie versuchen, es erst einmal zu bleichen und erst dann mit der gewünschten Farbe zu versehen. Generell sollten Sie aber immer die Anleitung des Herstellers beachten, um Schäden an der Kleidung wie auch der Maschine ausschließen zu können.

Wie Sie Kleidung einfärben

  • Ratsam ist es, die Kleidung vor dem Färben auf jeden Fall zu waschen - getragene Kleidung färben gehört sich nicht. Zudem sehen Sie so, welche Flecken tatsächlich hartnäckig sind und diese sollten Sie im Vorfeld auf jeden Fall mit einem Fleckenmittel einweichen oder gar mit Bleiche behandeln. Tun Sie das nicht, so laufen Sie Gefahr, dass der Fleck auch durch die neue Farbe hindurch blitzt. Entscheiden Sie sich für die Bleiche, empfielt es sich jedoch, das ganze Kleidungsstück damit zu behandeln, weil sich später sonst farbliche Unterschiede ergeben
  • Schließlich besorgen Sie sich in der Drogerie Textilfarbe, die gibt es in allen denkbaren Farben, von verschiedenen Pinktönen bis schwarz ist alles da. Denkbar ist es zudem, sich eine bestimmte Farbe selbst zusammenzumischen. Eine Packung Textilfarbe mit 150g wird Sie nicht mehr als 3 Euro kosten und reicht ungefähr für 500g Kleider.
  • Wichtig für den Färbvorgang ist eine Waschmaschinentemperatur von 60 bis 95 Grad Celsius. Je nachdem, wie viel Färbemittel Sie am Ende tatsächlich verwenden und wie oft Sie einen Färbedurchgang nachlegen wollen, können jedoch auch 30 Grad eine geeignete Färbetemperatur sein. Merken Sie sich auf jeden Fall, dass Salz eine große Rolle für das Gelingen spielt, weil es die Farbe in der Kleidung speichert. Ist in Ihrem Färbemittel also keines enthalten, ist es ratsam, es zusätzlich in die Waschmaschine zu geben. Zudem sollten Sie bei Wolle oder Seide um die 750ml Essig zuschütten.
  • Schließlich lassen Sie die Maschine einfach ein Mal in ihrem normalen Waschprogramm durchlaufen. Je weniger Wäsche in der Maschine, desto dunkler und intensiver das Farbergebnis. Bei allzu viel zu färbenden Kleidungsstücken, kann es passieren, dass die Stoffe nur eine dünne Verfärbung aufweisen.

Tja und falls Ihnen das Endergebnis schließlich missfallen sollte, probieren Sie das Färben einfach nochmal in einer dunkleren Farbe. Machen Sie das aber erst, nachdem Sie die umgefärbten Kleider noch einmal durchgewaschen haben - zuvor ist das Ergebnis nämlich nicht aussagekräftig und verfälscht, weil erst durch das Waschen die überschüssige Farbe aus der Waschmaschine gespült wird.

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