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Kennzahlensysteme im Controlling - Bedeutung und Verwendung

Controlling begleitet die Planung, Steuerung und Kontrolle in einem Unternehmen. Dabei bedient sich das Controlling an geeigneten Instrumenten. Welche Möglichkeiten stehen dem Controlling zur Verfügung? Sind Kennzahlensysteme eine optimale Unterstützung? Welche Kennzahlensysteme kann die Unternehmensführung einsetzen?

Kennzahlen geben einen Überblick und helfen bei Zielsetzungen.
Kennzahlen geben einen Überblick und helfen bei Zielsetzungen.

Was sind Kennzahlensysteme?

Controlling fixiert wichtige Informationen für die Geschäftsführung. Die Informationen helfen beim Planen, Steuern und Kontrollieren. Kennzahlen eignen sich gut. 

  • Kennzahlensysteme bestehen aus einzelnen Kennzahlen. Die Kennzahlen stehen in einer Beziehung zueinander. Die zusammengefassten Zahlen ergänzen und erklären einander. Die Unternehmensführung erhält so eine logisch aufgebaute Information.
  • Kennzahlensysteme bauen sich übersichtlich auf und helfen beim Entscheiden. Dabei verfolgen sie ein Ziel: Struktur in die erfassten Kennzahlen bringen und auf das gesetzte Ziel ausrichten. Die Unternehmensführung erhält einen aktuellen Überblick und kann "Ist" und "Soll" bestimmen.
  • Kennzahlensysteme gliedern sich in Ordnungssysteme oder Rechensysteme. Ordnungssysteme stellen sachorientierte Verknüpfungen dar. Sie konzentrieren sich auf Sachverhalte im Unternehmen. Das Ordnungssystem passt sich individuell an jedes Unternehmen an. 

Das Rechensystem baut sich wie eine Pyramide im Unternehmen auf. Kennzahlen verknüpfen sich vom Fundament bis in die Spitze. Daten aus dem Fundament sind jederzeit verfügbar.

Welche Kennzahlensysteme gibt es im Controlling?

Es gibt verschiedene Kennzahlensysteme im Controlling. Bekannt sind vor allem Rechensysteme. Die Kennzahlensysteme DuPont, ZVEI und RL (Rentabilität und Liquidität) kommen in Unternehmen zum Einsatz. Sie bedienen sich mathematischer Grundlagen. Durch die Transparenz der Berichte, können Schwachstellen identifiziert werden. Wie setzen sich die benannten Systeme zusammen?

Das DuPont-Kennzahlensystem

Das DuPont-Kennzahlensystem trat 1919 in Zusammenhang mit einem Chemiekonzern auf. Es ist das älteste Kennzahlensystem. Die Kennzahl ROI ist Inhalt dieses Systems. ROI bedeutet Return on Investment. Das Betriebsergebnis teilt sich durch das Gesamtkapital.

  • Wie ist das Verhältnis zwischen dem eingesetzten Gesamtkapital und den betrieblichen Tätigkeiten? Die Kennzahl ROI ist die Spitzenkennzahl im DuPont-Kennzahlensystem. Alle Kennzahlen sind mathematisch miteinander verbunden.
  • Der zeitliche Richtwert des DuPont-Kennzahlensystems liegt bei fünf Jahren. Jahreswerte ermitteln die Controller aus den letzten fünf Geschäftsjahren und dem laufenden Jahr. 

Das DuPont-Kennzahlensystem achtet auf die Rentabilität. Zusammenhänge zwischen den Zahlen sind nachvollziehbar und zeigen Ziele der Unternehmensführung auf.

Das ZVEI-Kennzahlensystem

Das ZVEI-Kennzahlensystem entstand in den 1970er Jahren. Dieses System wertet Kennzahlen analytisch aus. Es schafft Vergleiche im Betrieb. Die Struktur teilt sich in die Wachstumsanalyse und die Strukturanalyse. Die Strukturanalyse ist das Kernstück des ZVEI-Kennzahlensystems.

  • Der Wachstum analysiert das Geschäftsvolumen, das Personal und den Erfolg. Die Kennzahlen stehen nebeneinander. Veränderungen im System stellen Controller anhand bestimmter Kennzahlen fest.
  • Die Strukturanalyse bedient sich der Hauptkennzahl Eigenkapitalrentabilität. Es teilt sich in Rentabilität und Liquidität. Weiter gliedert sich die Strukturanalyse in Ergebnis, Vermögen, Kapital, Investition, Aufwand, Umsatz, Kosten, Beschäftigung und Produktivität auf. Alle Kennzahlen sind miteinander verknüpft. Sie helfen der Unternehmensführung beim Planen und Analysieren.

Das ZVEI-Kennzahlensystem setzt sich komplex zusammen. Es benötigt viele Kennzahlen, um einen Überblick zu geben.

Das RL-Kennzahlensystem

Das RL-Kennzahlensystem ist ein Ordnungsbeispiel. Reichmann und Lachnit entwickelten dieses System. Anders als die Kennzahlensysteme DuPont und ZVEI, verzichtet das RL-System auf mathematische Zusammenhänge. Dieses System erfasst zwei Hauptkennzahlen: Rentabilität und Liquidität. 

  • Der allgemeine Bereich betrachtet die Liquidität und den Erfolg. Das ordentliche Ergebnis stellt sich mithilfe der Rentabilität dar. Es gliedert sich in die Kennzahlenbereiche Finanzergebnis, Gesamtkapitalrentabilität und ROI. Die "flüssigen" Mittel eines Unternehmens ermittelt die Liquidität. Dabei teilt sie sich in die Kennzahlenbereiche Cash-Flow und Working Capital.
  • ​Der Sonderbereich betrachtet weiterhin den Deckungsbeitrag und die Fixkosten. Das RL-System verwenden viele Unternehmen, da es einen Sonderbereich für Erfolgsanalysen gibt. 

Das RL-Kennzahlensystem bietet der Unternehmensführung wichtige Kennzahlen. Dabei kann die Führung Teilziele definieren. Ziel ist, die Liquidität des Unternehmens zu erhöhen. Dieses System gliedert sich im Unternehmen ein, da es flexibel auf individuelle Bedürfnisse reagiert.

Sind Kennzahlensysteme die optimale Lösung?

Zusammenhängende Informationen der Kennzahlen analysieren, planen und steuern Ziele. Rentabilität und Liquidität sind Hauptkennzahlen im System. Kennzahlensysteme setzt die Unternehmensführung zur internen und externen Analyse ein. Die Kennzahlen ermöglichen einen objektiven Blick auf die Prozesse im Unternehmen. Sind gesetzte Ziele erreicht? Die Zahlen im System helfen, Kontrolle zu haben.

  • Gesetzte Ziele bleiben steuerbar. Durch Analyse der Kennzahlen werden Prozesse im Unternehmen regelmäßig optimiert. Kennzahlensysteme im Controlling binden einzelne Bereiche im Unternehmen und machen diese sichtbar.
  • Nachteile entstehen durch die einseitige Aussage einzelner Kennzahlen. Wenn die Unternehmensführung Kennzahlensysteme nicht als "Ganzes" interpretiert, kommt es zu Fehleinschätzungen.

Verbinden sich die Kennzahlen? In welchen Zusammenhang stehen die Zahlen? Gibt es Widersprüche? Ein Vergleich der einzelnen Kennzahlen verringert die Nachteile.

Können Unternehmen Strategien mit Kennzahlensystemen entwickeln?

Rechensysteme bedienen sich an finanziellen Kennziffern. Sie betrachten vergangene Prozesse im Unternehmen. Ein Modell, das einen Rundumblick ermöglicht, nennt sich Balanced Scorecard. Mit diesem System entwickelt die Unternehmensführung Strategien.

  • Balanced Scorecard ist ein Kennzahlensystem mit vier Perspektiven. Es ist ein Instrument zur strategischen Führung eines Unternehmens.  Dieses System betrachtet die Finanzen, Kunden, Prozesse und Entwicklungen im Unternehmen. 
  • Die Finanzperspektive beschäftigt sich mit den finanzwirtschaftlichen Kennzahlen. Dabei nutzt sie die Rentabilität als Kennzahl. Die Finanzperspektive steht im Zusammenhang mit den anderen Perspektiven.
  • Die Kundenperspektive betrachtet die Kunden - und Marktposition. Diese Perspektive hilft, spezifische Ziele in diesem Bereich zu formulieren. Treue der Kunden, Kundenakquisition und Marktanteil stehen im Vordergrund. 
  • Die Prozessperspektive orientiert sich an den internen Prozessen. Damit Kunden mit Angeboten des Unternehmen zufrieden sind, stimmen sie Prozesse ab. Kennzahlen wie Reklamationen gehören in das Balanced Scorecard. Die Unternehmensführung erhält einen Überblick und kann an der Qualität der Angebote arbeiten.
  • Die Entwicklungsperspektive beschäftigt sich mit der Personalentwicklung im Unternehmen. Kennzahlen für die Mitarbeiter sind Arbeitsprozesse, Loyalität, Zufriedenheit, Potential und Klima innerhalb der Gemeinschaft. Diese Perspektive ermöglicht der Unternehmensführung motivierte Mitarbeiter an der richtigen Stelle einzusetzen.  

Der Unternehmensführung stehen mehrere Kennzahlensysteme zur Verfügung. Die bekanntesten Systeme sind DuPont, ZVEI und RL. Durch das Berechnen und Verknüpfen einzelner Kennzahlen entsteht ein Überblick über die gesamten Zahlen im Unternehmen. Die errechneten Kennzahlen beziehen sich auf die vergangenen Prozesse. Sie beurteilen den Ist-Zustand und helfen beim Formulieren des Solls. Ein wertorientiertes Unternehmen bedient sich zusätzlich an weiteren Kennzahlen. Ziele und Umsatz sind nicht die einzigen Faktoren die ein wertorientiertes Unternehmen betrachtet. Die Nähe zum Kunden und zum Mitarbeiter sind genauso wichtig, wie die Qualität der Produkte. Kennzahlen schlüsseln auf und machen das Unternehmen transparent. Eine Möglichkeit, Ziele optimal zu bestimmen. 

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