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Keine Krankenversicherung - was tun?

Das neue Gesetz zur Gesundheitsreform vom April 2007 bringt eine Versicherungspflicht mit sich, sodass in Deutschland ein Leben ohne Krankenversicherung verboten ist. Sollten Sie nicht krankenversichert sein, so drohen Ihnen empfindliche Strafen.

Krankenversicherungen sind teuer und nicht für jeden erschwinglich.
Krankenversicherungen sind teuer und nicht für jeden erschwinglich.

Viele Migranten, aber auch viele Deutsche können sich eine teure Krankenversicherung nicht leisten, nicht einmal, wenn sie nur den Basistarif wählen. Eigentlich ist die Pflicht zur Krankenversicherung als soziales Auffangnetz gedacht, in der Realität setzt es aber viele Bürger unter finanziellen Druck, dem sie nicht gewachsen sind. Falls Sie zu den Nichtversicherten zählen und sich nun wieder versichern müssen, ist die Vorgehensweise Folgende.

Keine Krankenversicherung - lassen Sie sich trotz Nachzahlungen erneut versichern

  1. Grundsätzlich ist immer die letzte Krankenkasse, bei der Sie versichert waren, für Sie zuständig. Diese muss Sie wieder aufnehmen. Rechnen Sie damit, dass der bürokratische Aufwand enorm sein wird, aber bleiben Sie dran. Denn die Versicherung darf Sie nicht ablehnen.
  2. Können Sie nur einen Teil des Beitrags decken, so müssten Sie bei der ARGE Unterstützung beantragen, die den restlichen, fehlenden Teil Ihres Beitrags als Sozialleistung deckt.
  3. Melden Sie sich wieder bei Ihrer Krankenkasse und lassen sich von denen als Versicherte aufnehmen. Sollten Sie von der Krankenversicherung aufgrund nicht gezahlter Beiträge gekündigt worden sein, dann haben Sie das Problem, dass Sie alle bis dahin angefallenen Beiträge noch nachzahlen müssen. Sonst haben Sie zwar einen Anspruch auf Versicherung, dem Ihre Krankenversicherung durch Wiederaufnahme auch erfüllt, jedoch haben Sie als Versicherter nur einen Anspruch auf Notfall-Leistungen. D.h. wenn Sie mit einem Schnupfen zum Arzt gehen, übernimmt Ihre Krankenversicherung die Leistungen nicht. Für Sie heißt das aber nicht, dass Sie medizinische Hilfe nur dann bekommen, wenn Sie kurz davor sind tot umzufallen. In Fällen, in denen sich eine scheinbar einfache Erkrankung wie z.B. Angina zum Notfall entwickeln könnte, falls diese unbehandelt bliebe, muss Ihre Krankenversicherung die Leistungen übernehmen. Der Arzt entscheidet über die Definition Notfall, nicht die Versicherung, sodass Sie nicht auf das Wohlwollen Ihres Versicherers angewiesen sind.
  4. Sollten Sie aufgrund der eingeführten Versicherungspflicht Beitragsschulden angehäuft haben, weil Sie dieser erst zu spät nachgekommen sind, müssen Sie die Beiträge rückwirkend noch nachbezahlen, sodass Sie nicht nur Notfall-Leistungen als Versicherer zugesprochen bekommen. Können Sie die Schulden nicht auf einmal zahlen, vereinbaren Sie mit Ihrer Krankenversicherung eine Ratenzahlung. Sollten Sie aber das Geld definitiv nicht aufbringen können, wäre eine Privatinsolvenz die einzige Lösung. Nur in seltenen Fällen streckt die ARGE auch manchmal die Schulden für den Versicherer vor – dies passiert aber sehr selten, also verlassen Sie sich nicht darauf.
  5. In Fällen, in denen der Versicherer unverschuldet der Versicherungspflicht nicht nachkommen konnte, werden diese Beitragsschulden erlassen. Dies gilt im Falle, dass jemand im Koma lag, die Zeitungen nicht lesen konnte und es demjenigen daher auch nicht möglich war, von der Versicherungspflicht Kenntnis zu erlangen, geschweige denn dieser nachzukommen. Dieser Fall ist also unrealistisch!
  6. Allgemein ist es ratsam mit der Krankenkasse zu sprechen und Sie um eine deutliche Reduzierung zu bitten, falls Sie nur mit Mühe den Monatsbeitrag auftreiben können. In Einzelfällen ist eine Reduzierung bis zu 38,00 Euro/Monat möglich.

Auch wenn Sie viele Dokumente für die Krankenversicherung, die alles prüfen will, ausfüllen müssen – versichern Sie sich, damit Sie endlich wieder in Ruhe einschlafen können!

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