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Katze hat Wunden am Kopf - mögliche Ursachen und Behandlung

Eigentlich ist die Katze ein vorsichtiges Tier. Nicht umsonst spricht man von den "sieben Leben" der Katze. Doch jeder Katzenbesitzer kennt auch einen weiteren Charakterzug seines Stubentigers. Katzen sind nämlich sehr neugierig und bringen sich dadurch manchmal in Gefahren. Dabei ziehen sie sich oftmals Blessuren zu, Wunden am Kopf zum Beispiel. Woher diese kommen und was Sie bei einer Verletzung tun können, lesen Sie hier.

Wunden bei Katzen werden am besten beim Tierarzt versorgt.
Wunden bei Katzen werden am besten beim Tierarzt versorgt.

Wunden am Kopf - woher sie kommen

  • Normalerweise verfügt die Katze über eine geniale Einrichtung der Natur, die Schnurrhaare. Mit diesen empfindlichen Tastorganen kann sie jeden Weg genau auf seine Passierbarkeit überprüfen. Ihr gutes Sehvermögen auch bei Dunkelheit (Katzen besitzen in ihrem Auge eine Tapetum lucidum genannte Struktur, die sozusagen als Restlichtverstärker fungiert) hilft ihnen bei der Orientierung zusätzlich.
  • Gerade Freigänger durchqueren bei ihren Streifzügen aber auch unwegsames Gelände, beispielsweise kriechen sie durch Hecken und Sträucher. Dabei kann es bei aller Vorsicht doch einmal vorkommen, dass die Katze irgendwo „hängen“ bleibt oder ihr ein Ast ins Gesicht peitscht. Das Resultat sind kleinere Kratzer und Blessuren vor allem am Kopf und im Rückenbereich.

Aber es gibt noch eine weitere Möglichkeit, wie sich die Katze Wunden zuziehen kann:

  • Gerade unkastrierte Kater liefern sich mit Konkurrenten heftige Kämpfe - um Reviere und vor allem um Weibchen, die sie decken möchten. Dabei kann es schon einmal vorkommen, dass so manch unerfahrener „Jungspund“ arg in Mitleidenschaft gezogen wird, aber auch ältere Kater sind nicht vor Kampfspuren gefeit.
  • Das Fell der Kater ist im Bereich des Kopfes häufig etwas länger und dicker ausgeprägt als bei den weiblichen Katzen. Bei Tigern ist ein regelrechter „Backenbart“ ausgebildet und Löwen besitzen gar eine Mähne. Dies dient bei solchen Streitereien dem Schutz vor Verletzungen. Trotzdem tragen Kater häufig vor allem Bisswunden davon, aber auch Kratzer durch die Krallen des Kontrahenten kommen vor.
  • Kätzinnen dagegen beteiligen sich eher selten an solchen Kämpfen, auch weil sie meist in ihrem eigenen Territorium bleiben. Sie können aber ebenfalls Verursacher von Wunden sein. Während der Paarung beißt der Katzer die Katze in den Nacken, um die Angebetete „gefügig“ zu machen. Lässt der Kater los, ist die Duldungsbereitschaft der Katze längst nicht mehr so hoch und sie reagiert häufig derart, dass sie beißt und kratzt.

Verletzungen der Katze - wann Vorsicht geboten ist

  • In der Natur kann es immer wieder vorkommen, dass eine Katze sich verletzt. Da Katzen als Beutegreifer aber für die erfolgreiche Jagd topfit sein müssen, verheilen Wunden meist recht unkompliziert und schnell von alleine.
  • Bei Bisswunden, aber auch bei Kratzern sieht die Sache schon anders aus: An den Krallen und auch im Maulbereich befinden sich zahlreiche Bakterien, die in die Wunde eindringen und dort Entzündungen hervorrufen können. Aber auch ein Fremdkörper in der Wunde, etwa ein kleiner Splitter oder der Stachel einer Hecke, kann Entzündungen verursachen.
  • Der Körper reagiert darauf, indem diese Entzündungsherde „abgekapselt“ werden. Die Krankheitserreger werden dort bekämpft. Zugrunde gehende Zellen, körpereigene Abwehrzellen und freie Flüssigkeit sammeln sich als Eiter an und es entsteht ein Abszess.
  • Dringt die Infektion tiefer ins Gewebe ein oder gelangen gar Krankheitserreger in die Blutbahn, kann sich aus einer „harmlosen“ Wunde schnell eine lebensbedrohliche Sepsis („Blutvergiftung“) entwickeln. Bisswunden und andere Verletzungen sollten Sie daher in jedem Fall von einem Tierarzt behandeln lassen!

Anzeichen für Verletzungen

Nicht immer sind Verletzungen gleich offensichtlich. Vor allem Bisswunden sind zunächst sehr klein und für den Besitzer nur sehr schwer zu erkennen.

  • Leckt Ihre Katze sich an einer Körperstelle besonders häufig und intensiv? Das kann ein Hinweis darauf sein, dass sich in diesem Bereich eine Verletzung befindet.
  • Achten Sie auch auf Entzündungsanzeichen an betroffenen Hautstellen. Insbesondere eine Erwärmung, eine Rötung und ein gesteigertes Schmerzempfinden an dieser Stelle können Sie auch als Besitzer leicht feststellen.
  • Sind Wunden frisch und etwas größer, dann können sie auch bluten. Dann ist das Erkennen natürlich wesentlich leichter.
  • Damit der Körper der Katze nicht zu viel Blut verliert, werden Verletzungen recht schnell provisorisch verschlossen. Dies geschieht durch Blutbestandteile, vor allem die Blutplättchen (Thrombozyten) und im Blut enthaltene Gerinnungseiweiße wie Fibrin, das als eine Art „Klebstoff“ fungiert. Es bildet sich Schorf, den Sie entweder erkennen oder unter dem Fell als verhärtete Stellen fühlen können.

Behandlung von Wunden

  • Der erste Gang vor jeglicher Behandlung von Wunden, egal ob am Kopf oder anderswo, sollte immer zum Tierarzt führen! Nur dort können Sie gemeinsam mit einem Experten die weiter gehende Therapie besprechen. Der Tierarzt wird bei Bedarf die Wunden auch versorgen, etwa wenn die Spülung eines Abszesses notwendig ist. Dies geschieht häufig mit 3%iger Wasserstoffperoxidlösung (H2O2).
  • Ebenfalls dem Fachmann vorbehalten sollte es sein, über den Einsatz von Antibiotika und Sulfonamiden zu entscheiden.
  • Teichmann (1988) empfiehlt zur Linderung von Schmerzen bei der Bildung eines Abszesses kühlende Umschläge anzuwenden und im späteren Verlauf, wenn sich durch den Eiter eine Schwellung gebildet hat, durch geeignete Maßnahmen die Durchblutung zu fördern, etwa durch Bestrahlung mit Rotlicht, Umschläge mit gekochten Kartoffeln oder Auftragen von Camphersalbe.
  • Es wird ebenfalls empfohlen bei nässenden Wunden - das sind Wunden, aus denen permanent Wundsekret (Exsudat) austritt und sich demnach kein Schorf bildet - die Stellen um die Wunde mit einer schützenden Salbe wie Vaseline zu bedecken, um eine Hautreizung zu verhindern.

Vorsicht ist besser als Nachsicht

Besser ist es natürlich, wenn Sie möglichst alles dafür tun, dass Wunden erst gar nicht entstehen. Auch wenn Sie sich im Klaren darüber sein sollten, dass Sie sie nie gänzlich verhindern können.

  • Katzen sollten, sofern Sie nicht mit ihnen züchten, kastriert werden. Dies verhindert vor allem bei den rauflustigen Katern Kämpfe. Nebenbei sorgen Sie dafür, dass die Population streunender Katzen nicht noch weiter ansteigt.
  • Freigänger sind gefährdeter als reine Wohnungskatzen. Welche Haltungsform Sie für adäquater halten, bleibt natürlich Ihnen überlassen. Sie können aber beispielsweise dafür sorgen, dass Ihre Katze beim Freigang nicht unbeaufsichtigt ist.
  • Aber auch im Haushalt lauern Gefahren, die Sie beseitigen sollten, etwa wenn ein Glas oder Geschirr zu Bruch geht. Katzen markieren zudem mit Drüsen in ihrem Gesichtsbereich auch ihr Revier, indem sie sich an Gegenständen reiben. Häufig sind das Tisch- und Stuhlbeine. Achten Sie deshalb darauf, dass sich dort keine Splitter lösen können.

Literatur zum Weiterlesen

Zur Vertiefung können Sie gerne auch Literatur zurate ziehen. Die Palette an Büchern ist schier unüberschaubar groß. Bevor Sie „die Katze im Sack“ kaufen, schauen Sie doch erst einmal in der Bibliothek nach. Zwei empfehlenswerte Bücher sind zum Beispiel:

  • Teichmann, Peter: ABC der Katzenkrankheiten. Ein Ratgeber für Katzenfreunde; Hirzel; Leipzig 1988; ISBN 3-7401-0126-1
  • Bower, Caroline; Bower, John: Katzenpraxis. Pflege und Haltung. Rassen. Gesundheit und Verhalten; Bassermann Verlag; München 2002; ISBN 3-8094-1225-2
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