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Karate und Wing Chun - Unterschied fachmännisch erklärt

Bei der physischen Anwendung von Karate und Wing Chun geht es darum, einen menschlichen Gegner unter der Verwendung des eigenen Körpers oder mit bestimmten Nahkampfwaffen zu überwinden. Wer genauer hinschaut, wird jedoch ein breites Repertoire an Unterschieden zwischen den beiden Kampfkünsten finden. Wenn Sie sich für diese Künste interessieren und wissen wollen, wo diese Unterschiede liegen, erfahren Sie sie hier.

Die Kampfkünste unterscheiden sich stark voneinander.
Die Kampfkünste unterscheiden sich stark voneinander.

Wing Chun und Karate haben unterschiedliche Hintergründe

  • Die Unterschiede zwischen Wing Chun und Karate werden bereits an ihrer Herkunft deutlich. Die genaue Entstehungszeit des Wing Chun ist umstritten. Fest steht jedoch, dass es ein chinesischer Stil ist, dessen Entstehung mit dem Shaolin Kung-Fu verknüpft ist.
  • Karate hingegen ist eine japanische Kampfkunst, die ursprünglich von der Insel Okinawa stammt. Zwar werden auch hier in der Entstehungszeit Einflüsse des Shaolin Kung-Fu vermutet, es ist aber als gänzlich losgelöster Stil zu betrachten.
  • Eines haben beide Stile aber gemein: Die Art und Weise, wie sie heute praktiziert werden, ist recht jung und entstammt dem 20. Jahrhundert. Sie sollten sich jedoch vor Pauschalisierungen hüten. Es gibt weder DAS Wing Chun noch EIN Karate. Beide Schulen weisen zahlreiche Substile auf, die sich in ihren Ausprägungen zum Teil deutlich voneinander unterscheiden.

Stilistisch trennt die Künste viel voneinander

  • Karate wird für gewöhnlich als äußere Kampfkunst bezeichnet, das bedeutet, dass es ein Stil ist, bei dem es darum geht, seine Stärke und Schnelligkeit aus der Muskelkraft zu beziehen. Wing Chun verfolgt, ähnlich dem Tai Chi Chuan, jedoch körperliche Weichheit, da diese als der starren Härte überlegen angesehen wird.
  • Lassen Sie sich jedoch nicht täuschen - auf hohem Niveau nähern sich die inneren und äußeren Künste immer mehr aneinander an. Jeder Schüler muss jedoch für sich selbst entscheiden, welcher Weg für ihn der geeignetere ist.
  • Karate setzt im Kampf vor allen Dingen auf kraftvolle Fauststöße und gleichsam ausgeprägte Tritte. Es gibt jedoch auch Hebel und Würfe. Eine wichtige Rolle spielen auch die sogenannten "Katas", festgelegte Bewegungsabläufe, die imaginären Kampfsituationen nachempfunden sind. Für die meisten Karatekas ist eine gewisse Entfernung zum Gegner hilfreich, weil so die klar definierten Tritte und Schläge am ungehindertsten durchgeführt werden können.
  • Wing Chun ist wesentlich kontaktfreudiger als Karate. Es geht darum, möglichst nah an einen Gegner heranzukommen und diesen mit einer ganzen Reihe von ineinandergreifenden Kampftechniken auszuschalten. Obwohl der einzelnen Technik oftmals keine hohe Zerstörungskraft innewohnt, sind sie flüssig, präzise und schnell ausgeführt absolut fatal. Ein weiteres Charakteristikum des Kampfstils ist, dass meist auf hohe, ausladende Tritte verzichtet wird. Wenn ein Tritt angesetzt wird, bleibt er für gewöhnlich unterhalb der Gürtellinie.
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