Alle Kategorien
Suche

Käufer zahlt nicht bei eBay - was tun?

Ihre Auktion bei eBay ist beendet, Ihr Artikel wurde verkauft und Sie freuen sich über ein gutes Geschäft. Und dann zahlt der Käufer einfach nicht. Das ist nicht nur ärgerlich, sondern bedeutet für Sie wegen der eBay-Gebühren auch einen finanziellen Verlust. Aber Sie können sich wehren.

Manche Verkäufer warten vergeblich auf's Geld
Manche Verkäufer warten vergeblich auf's Geld © Michael Grabscheit / Pixelio

Gekauft ist bei eBay gekauft

  • Inzwischen ist von genügend Gerichten festgestellt, dass eine gewonnene Auktion bei eBay einen gültigen Kaufvertrag begründet.
  • Für den Käufer und den Verkäufer ergeben sich durch die beendete Auktion Rechte und Pflichten. Der Verkäufer hat einen Rechtsanspruch gegen den Käufer auf Zahlung des Kaufpreises und Abnahme der Ware. Der Käufer hat einen Rechtsanspruch auf Lieferung der mängelfreien Ware. ( § 433 BGB )
  • Üblich ist, dass der Käufer zunächst den Kaufpreis bezahlt und der Verkäufer danach die Ware übergibt - oder übersendet.
  • Der Vertrag wird nicht dadurch nichtig, dass der Käufer nicht zahlt. Er macht sich schadenersatzpflichtig, wenn er den Kaufvertrag nicht erfüllt. "Spaßbieter" ist im Zusammenhang mit eBay ein Fantasiebegriff, weil auch "Spaßbieten" eine rechtliche Verpflichtung zum Kauf nach sich zieht.

Zahlt der Käufer nicht, gehen Sie so vor

  1. Zuerst sollten Sie bei eBay unter "Probleme klären" melden, dass der Käufer nicht zahlt. Das ist der einfachste Weg, um möglicherweise noch eine Problemlösung zu erreichen.
  2. Sofern Ihnen die Adresse des Käufers bekannt ist, schreiben Sie ihm einen Brief als Einschreiben mit Rückschein. Setzen Sie eine Frist zur Bezahlung der Ware. Diese sollte mindestens 7 Tage ab Erhalt des Schreibens, höchstens 14 Tage betragen. Eine E-Mail reicht nicht, da Sie dann nicht beweisen können, dass der Käufer die Mail bekommen hat.
  3. Sie dürfen in Ihrem Schreiben auch androhen, dass Sie bei Nichtzahlung innerhalb der Frist eine negative Bewertung abgeben werden - was den Käufer natürlich nicht von der Pflicht entbindet, die Ware zu bezahlen und abzunehmen.
  4. Wenn der Käufer weiterhin nicht zahlt, befindet sich der Käufer "im Verzug". Sie können am Kaufvertrag festhalten und den Käufer nun auf Zahlung des Kaufpreises verklagen. Das bietet sich immer dann an, wenn Sie einen sehr guten Preis für Ihre Ware erzielt haben und Sie davon ausgehen können, dass der Käufer auch in der Lage ist, den Kaufpreis zu zahlen.
  5. Sie können aber auch vom Kaufvertrag zurücktreten. Dies müssen Sie gegenüber dem Käufer ebenfalls per Einschreiben mit Rückschein schriftlich erklären. Dies entbindet den Käufer aber trotzdem nicht von seiner Verpflichtung zum Schadenersatz.
  6. Sie können Ihre Kosten, die Ihnen entstanden sind, vom Käufer als Schadenersatz geltend machen. Dies sind eBay-Gebühren und eine Auslagenpauschale für Ihre bisherigen Schreiben. Außerdem wurde von Gerichten schon ein Schaden von 30% des Verkaufspreises als zulässig anerkannt, wenn dies als Vertragsstrafe vorher angekündigt und nicht in mehreren Auktionen verwandt wurde.
  7. Dass auch der Differenzbetrag zum erzielten Kaufpreis einer erneuten Auktion als Schadenersatz geltend gemacht werden kann, stimmt allerdings nicht.
Teilen: