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Jod zur Desinfektion - so verwenden Sie es richtig

Jod wird seit Jahrhunderten zur Desinfektion von Wunden verwendet. Doch wie genau wendet man die antiseptische Flüssigkeit an und was gibt es bei der Wundhygiene zu beachten?

Wundhygiene schützt vor Infektionen des Weichteilgewebes.
Wundhygiene schützt vor Infektionen des Weichteilgewebes.

Desinfektion - wie funktioniert das?

  • Desinfektion bedeutet wörtlich das Hindern von Mikroorganismen, die Infektionen auslösen können, sodass diese nicht mehr infektiös sind. Das sind Bakterien und Pilze und ihre Sporen, des Weiteren Viren. Man unterscheidet die Desinfektion von Oberflächen, das heißt, von Gegenständen und die des menschlichen Körpers. Die Antiseptika unterscheiden sich darin.
  • Desinfektionsmittel gibt es seit dem 18. Jahrhundert, nachdem man Bakterien als Krankheitserreger identifiziert hatte. Die ersten Mittel waren Chlorlösung und Jod.
  • Desinfektionsmittel wirken folgendermaßen, dass sie die Hülle der Krankheitserreger oder Sporen zerstören. Man kann diesen Effekt auch mit physikalischen Methoden wie Strahlung, Hitze oder Trockenheit erzeugen.

Wundhygiene mit Jod

  • Jod ist ein sehr gebräuchliches Desinfektionsmittel. Es eignet sich für Haut und Schleimhäute und wird deshalb zur Wundhygiene und Desinfektion von OPs benutzt. Es wirkt bakterizid, fungizid, wenig sporizid und viruzid. Es ist für Oberflächen schlecht geeignet. Nebenwirkung einer Jodbehandlung der Haut sind Brennen und die gelbe Farbe.
  • Jod wird als Jodlösung in Form von Jodtinktur oder Jodoform benutzt. Sie können es billig in der Apotheke kaufen.
  • Wenn Sie eine kleine glattrandige Wunde z. B. eine Schnittwunde haben, müssen Sie sie nicht notwendigerweise desinfizieren. Besonders bei großen flächigen Wunden mit Verunreinigungen, wie z. B. bei Schürfwunden, sollten Sie die Wunde für circa 30 Sekunden mit einer Jodlösung reinigen. Versuchen Sie allerdings nicht, manuell Schmutz zu entfernen, dadurch beschädigen Sie nur das Gewebe. Groben Schmutz können Sie natürlich trotzdem entfernen. Lassen Sie das Mittel danach trocknen und verbinden Sie die Wunde steril. Lassen Sie die Wunde aber vorher gut trocknen.
  • Bei bakteriellen Infektionen im Hals-Rachen-Bereich wie Mandelentzündungen können Sie Jodlösung zum Gurgeln verwenden. Verdünnen Sie die Lösungen und gurgeln Sie 30 Sekunden damit, nicht länger, sonst kann es zu Schleimhautreizungen kommen. Schlucken Sie die Lösung auch nicht herunter.
  • Wenn Sie Jod zur Desinfektion der Haut vor einer Operation benutzen, sollten Sie das Areal großflächig von innen nach außen behandeln. Durch die gelbe Farbe kann man gut erkennen, wo man schon desinfiziert hat. Lassen Sie auch hier das Mittel gut einwirken, sonst kann die Wirkung nicht eintreten.
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