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Japanische Holzverbindungen anschaulich erklärt

Sie wollen sich an einem Holzwerkstück der besonderen Art versuchen. Kunstvolle, japanische Holzverbindungen wären da genau das Richtige. Doch was ist eine japanische Holzverbindung und wie kriegen Sie sie hin?

Arbeiten mit Holz ist eine Herausforderung.
Arbeiten mit Holz ist eine Herausforderung. © Kurt_Michel / Pixelio

Was Sie benötigen:

  • Japansäge
  • Winkelmessgerät
  • Werkbank
  • Feile
  • Holz
  • Bleistift
  • Bohrer

Die etwas anderen Holzverbindungen

  • Toshio Odate, Autor des Buches "Shoji - Schiebetüren und Trennwände selbst gemacht", beschreibt japanische Holzverbindungen in seinem Werk als "auf Gehrung abgesetzte Zapfen-in-Zapfen-Verbindungen". Letztlich heißt das für Sie vereinfacht vor allem eins: Japanische Holzverbindungen sind Eckverbindung für Holzrahmen, die universal genutzt werden können.
  • Mit anderen Worten können Sie sich die Gehrung als die Eckverbindung von zwei länglichen Werkteilen vorstellen, die in einem bestimmten Winkel aufeinanderstoßen. Als japanische Holzverbindung eigenen sich dabei also solche Eckverbindung, unabhängig um welchen Winkel es sich im Konkreten handelt.
  • Zapfenverbindung meint für Sie hier eine Steckverbindung, bei der je ein Zapfen sich in die dafür ausgesägt Zapfenhöhe am zweiten Werkstück fügen lässt. Sie haben also mindestens 2 Werkteile, die eine mit dem inneren Zapfen und einem äußeren Zapfenloch, die andere mit einem äußeren Zapfen und einem inneren Zapfenloch.

So stellen Sie die japanische Verbindung her

  1. Spannen Sie Ihre Teile in die Werkbank ein und nehmen Sie die Japansäge zur Hand, zu Not tut es auch ein anderes Sägenmodell.
  2. Reissen Sie die Gehrung nun an. Dafür ist ein genaues Abmessen mit dem Winkelmessgerät nötig. Wollen Sie beispielsweise eine 45-Grad-Gehrung anreißen, so sollten Sie wissen, dass diese sich durch die Diagonale eines Quadrats bildet. Vom Punkt A aus tragen Sie dabei die Stabbreite B ab, sodass sich ein Punkt C ergibt. Das Maß muss auf die Gegenseite überwinkelt werden, wobei die Strecke AB unter einem 45-Grad-Winkel zur Längskante des Werkstücks verlaufen soll.
  3. Kerben Sie die Anrisse auf Ihrer Gehrung ein, sodass Sie die Säge später einfach daran entlangführen können.
  4. Nun markieren Sie mit Bleistift die vorgesehenen Risse für die inneren Zapfen und inneres Zapfenloch der späteren Verbindung, wobei die gleiche Streichmaßeinstellung zu beachten ist. Nach dem Sägen entlang der Markierungen soll an jedem Werkteil ein Holzzapfen stehen bleiben, auf dem einen ein innerer, auf dem anderen ein äußerer.
  5. Das beachtend sägen Sie Ihre Gehrung nun am inneren Zapfen, anschließend sägen Sie die sich dort befindlichen Zapfenwangen.
  6. Reißen Sie nun die Zapfenhöhe an, um auch diese sägen zu können. Ist das erledigt, wird die Gehrung hinter dem inneren Zapfenteil gesägt, die Zapfenhöhe wird je aufs Gegenstück übertragen und der Zapfen selbst kann von Ihnen gekürzt werden.
  7. Jetzt geht es ans Anreißen des äußeren Zapfens, beachten müssen Sie dabei die identische Streichmaßeinstellung. Achten Sie zudem darauf, dass das Zapfenloch schließlich um den inneren Zapfen liegen soll. Ist das getan, reißen Sie den nötigen Ausschnitt für den äußeren Zapfen hinter dem inneren Zapfen an.
  8. Die Einstellung übertragen Sie nun, um die Höhe des äußeren Zapfens anzureißen, sodass Sie anschließend die Zapfenwange sägen können. Sie messen die Tiefe der entsprechenden Zapfenlöcher noch einmal nach und sägen die jeweiligen Zapfen dementsprechend zurecht.
  9. Schließlich stellen Sie die Gehrung fertig. Sie arbeiten hinter dem inneren Zapfen mithilfe eines Bohrers vor und räumen das Loch für den äußeren Zapfen je mit der Feile frei.

Wenn Sie sauber gearbeitet haben, sollten sich nun die Zapfen fest in die dafür vorgesehenen Löcher stecken und Sie haben den Prototypen für all Ihre zukünftigen japanischen Holzverbindungen.

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