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Ist Weihnachtsgeld pfändbar? - Wissenswertes zu Pfändungen

Weihnachtsgeld ist nicht heilig, aber trotzdem nur bedingt pfändbar. Um richtig daran Freude zu haben, sollten Sie Vorsorge treffen und wissen, wie Sie sich zur Wehr setzen können.

Weihnachtsgeld soll Freude machen.
Weihnachtsgeld soll Freude machen.

Was Sie benötigen:

  • Pfändungsschutzkonto

Das Arbeitseinkommen bildet die Existenzgrundlage des Arbeitnehmers. Der Gesetzgeber versucht mit zahlreichen gesetzlichen Regelungen den Widerstreit zu regeln, wenn ein Gläubiger versucht, das Arbeitseinkommen zu pfänden.

Über den persönlichen Freibeträgen liegendes Einkommen ist pfändbar

  • Für den Gläubiger ist es naheliegend, zunächst das Arbeitseinkommen des Schuldners als Arbeitnehmer zu pfänden. Er stellt dem Arbeitgeber einen Pfändungs- und Überweisungsbeschluss des Amtsgerichts zu. Der Arbeitgeber ist sogenannter Drittschuldner und darf nur noch im Rahmen des Gesetzes an den Schuldner auszahlen.
  • Voraussetzung für die Pfändungsmaßnahme ist, dass der Gläubiger einen vollstreckbaren Titel besitzt. Nur dann kann er beim Gericht vorstellig werden und den Pfändungs- und Überweisungsbeschluss veranlassen. Solange sich die Forderung noch im außergerichtlichen oder gerichtlichen Mahnverfahren befindet, kann der Gläubiger nicht vollstrecken.
  • Als Arbeitnehmer steht Ihnen grundsätzlich ein persönlicher Freibetrag von 1.028,89 € zu. Dieses Geld ist für den Gläubiger tabu. Sie können den Freibetrag erhöhen, wenn Sie unterhaltspflichtig sind. Nur die Gehaltsanteile, die über diesen Freibeträgen liegen, sind für den Gläubiger pfändbar.

Weihnachtsgeld erhöht Ihren Freibetrag

  • Auch das Weihnachtsgeld ist pfändbar. Allerdings bestimmt das Gesetz in § 850 a Ziffer 4 Zivilprozessordnung, dass das Weihnachtsgeld bis zur Hälfte des monatlichen Arbeitseinkommens unpfändbar ist, höchstens aber bis zum Betrag von 500 €. Beispiel: Verdienen Sie netto 1980 €, dürfen Sie Ihr Weihnachtsgeld bis zu einem Betrag von 500 € selbst vereinnahmen. Beträgt Ihr Weihnachtsgeld 800 €, kann der Gläubiger davon einen Teilbetrag von 300 € pfänden. 500 € verbleiben Ihnen.
  • Damit erhöhen Sie das Ihnen in der Weihnachtszeit zustehende Einkommen über den pfandfreien Freibetrag von mindestens 1.028,89 € hinaus um weitere 500 €.

Richten Sie ein Pfändungsschutzkonto ein

  • Um Ihr Geld auch dann zu schützen, wenn es der Arbeitgeber überweist, sollten Sie frühzeitig ein Pfändungsschutzkonto einrichten oder Ihr bestehendes Girokonto in ein solches umwandeln.
  • Ihre Bank muss dann die Freibeträge berücksichtigen und Sie können immer ohne jede Einschränkung über Ihr betreffendes Guthaben auf dem Girokonto verfügen.
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