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Ist eine Blasenentzündung ansteckend? - So schützen Sie sich und andere

Immer wieder tritt sie auf. Besonders häufig bei Frauen - die Blasenentzündung oder auch Harnwegsinfektion (kurz HWI) genannt. Doch woher kommt sie und ist sie überhaupt ansteckend? In diesem Bereich besteht häufig große Verunsicherung, wie man sich verhalten soll, hat man sich dieses lästige Übel eingefangen. Erfahren Sie hier, wie Sie eine Ansteckung oder Übertragung vermeiden können.

Einer ansteckenden Blasenentzündung vorbeugen - nasse Badekleidung nach dem Baden wechseln.
Einer ansteckenden Blasenentzündung vorbeugen - nasse Badekleidung nach dem Baden wechseln.

Was Sie benötigen:

  • Empfohlen: Cranberry Saft
  • saubere Handtücher
  • WC- Sitze aus Papier
  • Antibiotika vom Arzt

Eine Blasenentzündung kann von verschiedenen Faktoren verursacht sein

  • Um einer Blasenentzündung vorzubeugen, muss man als erstes zwischen den verschiedenen Arten einer Harnwegsinfektion unterscheiden. Im medizinischen Bereich erkennt man eine "untere Harnwegsinfektion", diese betrifft lediglich die Harnröhre sowie die Harnblase.
  • Als zweites ist auch noch die "obere Harnwegsinfektion" bekannt, die meist durch die "untere" entsteht und eine Mitbeteiligung der Nieren und Harnleiter mit einschließt.
  • Innerhalb dieser beiden Infektionsarten unterscheidet man noch unter einem komplizierten oder unkomplizierten Verlauf, je nach Schwere einer Infektion. Über 95% der Blasenentzündungen entstehen durch Bakterien. Als Hauptbakterienlieferant dient der Escherichia coli zu mehr als 70%. Des weiteren treten auch andere Enterobakterien wie beispielsweise Klebsiella auf. Auch Staphylokokken (aureus) oder Enterokokken sind nicht ungewöhnlich. Schwer nachzuweisen sind auch Keime wie Ureaplasma urealyticum oder Mycoplasma hominis. 
  • Außerdem kann auch eine Infektion mit Chlamydien (diese sind auch für ungeborene Kinder bei Schwangeren sehr gefährlich), ein Bakterium, das vor allem sexuell übertragen wird, eine Harnwegsinfektion auslösen.
  • Als ungewöhnlich und selten aber nicht auszuschließen für  Harnwegsinfektionen sind Erreger von Viren und Protozoen wie Trichomonas vaginalis beschrieben.

Sämtliche bakterielle Infektionen sind auch ansteckend, deshalb ist häufiges Händewaschen nach den Toilettengängen anzuraten.

Symptome einer Blasenentzündung

Brennen beim urinieren, jucken, verminderter Harnfluss, häufiger Harndrang, eitrige oder blutige Beimengungen im Urin, bei fortgeschrittenen Infektionen Nierenschmerzen.

Ursachen einer Blasenentzündung

Die Ursachen einer Blasenentzündung können sein: Immunschwäche aufgrund hohen Alters, Immunschwäche aufgrund einer Autoimmunerkrankung, Diabetes Mellitus, ein gelegter Harnblasenkatheder oder eine zurückliegende Blasen-OP. Diese Ursachen finden sich schon in einer komplizierten Harnwegsinfektion. Als enorm lebensgefährlich bezeichnet man einen Verlauf, bei dem die Bakterien in die Blutbahn gelangen, dies wird als Urosepsis bezeichnet.

So schützen Sie sich vor einer Blasenentzündung

  • Die wirkungsvollste Maßnahme ist viel zu trinken, mindestens 2 Liter am Tag um Ihre Harnwege und Nieren ausreichend zu spülen und Bakterien weitgehend mit dem Urin auszuschwemmen.
  • In der kalten Jahreszeit sollten Sie sich warm anziehen und besonders dann bauchfreie Tops vermeiden.
  • Bei der Intimpflege auf parfümierten und desinfizierende Waschsubstanzen verzichten, sie zerstören die wichtigen "guten" Bakterien in Ihrer Scheidenflora.
  • Gelegentlich eine Milchsäurekur (bei Frauen, in der Apotheke erhältlich) machen.
  • Ihre Immunabwehr stärken, beispielsweise durch Vitamin C und viel frische Luft.

Wenn die Blasenentzündung häufiger auftritt:

  • Benutzen Sie beim Geschlechtsverkehr (besonders nach Anal  - und Oralverkehr) Kondome und gehen Sie möglichst bald zur Toilette, dann werden die Keime so schnell wie möglich ausgespült.
  • Nach dem Stuhlgang ist es empfehlenswert sich von vorne nach hinten zu säubern, also von der Scheide zum After.
  • Diaphragmen, Spiralen und Vaginalzäpfchen zur Verhütung sind bei häufigen Infektionen nicht zu empfehlen, da sie zu sehr in das säurehaltige Scheidenmillieu eingreifen.

Bei chronischer Blasenentzündung:

  • Achten Sie auf Ihre Ernährung. Cranberry Produkte können ebenfalls helfen, Sie enthalten Wirkstoffe, die hilfreich bei der Verhinderung von eingenisteten Bakterien sein können und wirkungsvoll eine Infektion verhindern.
  • In hartnäckigen Fällen empfiehlt sich eine Antibiotikagabe.
  • Östrogengaben für Frauen in den Wechseljahren, da eine Harnwegsinfektion auch durch einen Östrogenmangel ausgelöst werden kann.

Ansteckungsgefahr einer Blasenentzündung - so schützen Sie andere

  • Benutzen Sie WC- Sitze aus Papier (in der Drogerie), wenn Sie fremde Toiletten benutzen.
  • Waschen Sie sich regelmäßig und häufig die Hände. Wechseln Sie bei einer Infektion täglich die Handtücher
  • Kochen Sie Ihre Handtücher und Ihre Baumwollunterwäsche bei mindestens 65° C in der Waschmaschine
  • Benutzen Sie beim Geschlechtsverkehr Kondome
  • Reinigen Sie täglich Ihre Toilette
  • Wechseln Sie täglich Ihre Unterwäsche und benutzen Sie Baumwollunterwäsche
  • Vermeiden Sie jedoch übertriebene Hygiene in Ihrem Haushalt. Es muss nicht überall alles desinfiziert werden, normaler Essigreiniger genügt auch. So machen Sie nicht auch Ihre gesunden Bakterien kaputt.

Dies sollen für Sie vorbeugende Maßnahmen darstellen. Hält solch eine Infektion jedoch länger an oder kommt immer wieder, muss Ihr Arzt weitere Maßnahmen mit Ihnen besprechen. Eine Blaseninfektion muss nicht immer harmlos verlaufen, besonders, wenn Sie sich mit einfachen Mitteln nicht mehr abheilen lässt. Bitte klären Sie daher immer vorher ab, um welche Art der Infektion es sich handelt.

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