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Isländer rast im Galopp - so beruhigen Sie ein durchgehendes Pferd

Viele Reiter mussten es schon erleben: Bei einem Ausritt erschrickt das Pferd und in rasendem Galopp geht es durch. Ob Shetland-Pony, Isländer oder Warmblut – der Fluchtinstinkt und damit die Gefahr des Durchgehens ist bei jedem Pferd angelegt. In einer solchen Schocksituation ist es nicht einfach sich selbst und sein Pferd zu beruhigen.

Wer mit durchgehenden Pferden umzugehen weiß, kann jeden Ausritt entspannt angehen
Wer mit durchgehenden Pferden umzugehen weiß, kann jeden Ausritt entspannt angehen

Ruhe bewahren, wenn das Pferd im Galopp durchgeht

  1. Zunächst einmal müssen Sie versuchen die Nerven zu bewahren. Nur wenn Sie selbst möglichst ruhig bleiben und überlegt handeln haben Sie eine Chance Ihr Pferd zu beruhigen.
  2. Arbeiten Sie sofort mit Ihrer Stimme: Sprechen Sie besänftigend mit Ihrem Pferd, mit beruhigenden Lauten, wie Sie es auch sonst beim Durchparieren täten. Keinesfalls darf sich Ihre Aufregung in Ihrer Stimme niederschlagen, das Pferd würde dies sofort merken und nur noch nervöser werden.
  3. Wichtig ist, dass Sie trotz des wahrscheinlich sehr harten Glopps nicht zu Ihrer eigenen Entlastung in den leichten Sitz übergehen wenn das Pferd im Galopp rast, dadurch gäben Sie Ihrem Pferd noch mehr Bewegungsfreiheit, so dass es noch weiter beschleunigen könnte. Richten Sie sich auf und sitzen Sie tief in den Sattel ein. Bringen Sie Ihr eigenes Gewicht auf die Hinterhand des Pferdes, so dass es dort mehr arbeiten muss und weniger Geschwindigkeit aufnehmen kann. Ohne den aufgerichteten Sitz haben Sie bei einem durchgehenden Pferd, egal ob Pony, Isländer oder Großpferd, kaum mehr Möglichkeiten zur Einwirkung.

Paraden geben bei durchgehenden Pferden

  1. Versuchen Sie Ihren Isländer oder Ihr Großpferd abwechselnd nach rechts und links zu stellen, so dass es im Lauf irritiert und gebremst wird. Die Einwirkung darf in dieser Situation ruhig deutlich intensiver sein als in kontrolliertem Zusammenhang.
  2. Falls das Pferd darauf nicht oder nicht ausreichend reagiert müssen Sie versuchen, es in eine Volte zu lenken. Hierfür müssen Sie natürlich ausreichend Fläche zur Verfügung haben. Hier stellen Sie Ihr Pferd in eine Richtung und reiten die Volte immer kleiner und kleiner werdend, bis das Tier zum stehen kommt. Bei einem durchgehenden Pferd müssen Sie sehr stark einwirken; falls es sich zu stark gegen die Zügel sträubt nehmen Sie den inneren Zügel stark an, halten Sie Ihn fest in der Hand und halten Sie sich mit der gleichen Hand an der Sattelkammer fest.
  3. Falls Sie merken, dass Sie überhaupt keine Kontrolle mehr über Ihr durchgehendes Pferd haben und über kurz oder lang herunterfallen werden, versuchen Sie sich oben zu halten, bis Sie überschaubares und sicheres Gelände erreicht haben. An einer sicheren Stelle, also dort, wo keine Stämme, Steine oder ähnliches am Boden liegen, lassen Sie sich kontrolliert vom Pferd fallen. Achten Sie darauf, dass Sie vorher beide Füße aus den Steigbügeln genommen haben.
  • Für Mitreiter in einer Gruppe, in der ein Pferd durchgeht, gilt: Niemals einem durchgehenden Pferd nachgaloppieren um es möglicherweise zu erreichen und zu stoppen. Dadurch würde das erschrockene Pferd das Gefühl bekommen, dass die Herde ihm in seiner Flucht nachfolgt und tatsächlich Gefahr herrscht. Wenn es stattdessen bemerkt, dass die Herde zurückbleibt, wird es sich eher vom Reiter beruhigen lassen.
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