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Institutionenökonomischer Ansatz - Erklärung

In der Betriebswirtschaftslehre gibt es verschiedene Ansätze wirtschaftliche Zusammenhänge zu erklären. Ein institutionenökonomischer Ansatz ist einer davon, der die Wirtschaft sehr komplex betrachtet.

Institutionenökonomischer Ansatz um Verhaltensmuster zu erklären.
Institutionenökonomischer Ansatz um Verhaltensmuster zu erklären.

Grundsätzliches zu Betrachtungen von wirtschaftlichen Zusammenhängen

Ein institutionenökonomischer Ansatz unterscheidet sich von den anderen Ansätzen, die Sie sich zunächst ansehen sollten:

  • Der klassische Ansatz hat eine ökonomisch-rationale Perspektive. Dabei wird davon ausgegangen, dass der "Homo oeconomicus" das Ziel Gewinnmaximierung hat, vollkommene Informationen vorliegt und unendlich schnell reagiert werden kann. Ein Unternehmen wird wie eine Maschine betrachtet, bei der nur die richtigen Schrauben eingestellt werden müssen.
  • Bei der systemisch-evolutorischen Perspektive wird davon ausgegangen, dass jede Veränderung eine Eigendynamik hat, die zu nicht vorhersehbaren Ergebnissen führt. Um diese Prozesse durchschaubar zumachen gibt es verschiedene Ansätze, die entscheidungsorientiert sein können, also sich mit  Zielsetzungs- und Zielerreichungsprozessen befassen. Es gibt auch  systemorientierte Ansätze, bei denen das Unternehmen als ein System mit vielfältigen Beziehungen die verknüpft sind angesehen wird.

Ein institutionenökonomischer Ansatz berücksichtigt verschiedene Institutionen, wie Märkte, Organisationen und Rechtsnormen, die für die Zusammenhänge der Wirtschaft verantwortlich sind. Institutionen können aber auch spontan von den Beteiligten selbst geschaffen werden, z. B. durch Absprachen. In dem Rahmen gibt es 3 verschiedene Ansätze (Property-Rights-Theorie, Transaktionskosten-Theorie, Prinzipal-Agent-Theorie), die ineinander übergreifen.

Institutionenökonomischer Ansatz im Detail

Die 3 Ansätze im Detail. Behalten Sie dabei im Auge, Institutionen sind alles, was den ökonomischen Leistungsaustausch beeinflusst, also auch Märkte, Verträge oder Gesetze:

  • Property-Rights-Theorie, Verfügungsrechte: Bei dieser Theorie wird davon ausgegangen, dass ein Gut keinen festen Wert hat, sondern dass dieser sich an der möglichen Nutzung orientiert. Das können Sie sich am Beispiel eines Autos klar machen, Sie können nur das Recht haben dieses zu nutzen (usus), vielleicht dürfen Sie es aber auch vermieten und damit Ertrag erzielen (usus fructus). Wenn Sie auch das Recht haben dieses zu verändern, zum Beispiel neu zu lackieren (abusus) hat das Auto einen anderen Nutzen für Sie. Es ist auch der Nutzen möglich, dass Sie das Auto verkaufen dürfen (ius abutendi). Ein institutionenökonomischer Ansatz ist z. B. die Untersuchung, welche Auswirkungen die Änderung dieser Verfügungsrechte haben und wie es sich verhält, wenn diese für die Gemeinschaft einen anderen Nutzen haben als für das Individuum. Für die Gesellschaft ist es zum Beispiel besser, wenn alle die Verteilung akzeptieren, für das einzelne Individuum ist es von Vorteil, sich nicht daran zu halten. Beim institutionenökonomischen Ansatz werden die Institutionen untersucht die notwendig sind, dass diese Schere nicht auseinanderklafft.
  • Transaktionskosten-Theorie: Bei diesem Ansatz wird davon ausgegangen, dass das Individuum bei seinen Entscheidungen immer die Kosten der Entscheidung berücksichtigt. Es wird also, wenn es um die Übertragung der Verfügungsrechte geht, nach dem Maßstab entscheiden, dass Ressourcen gespart werden. Hiermit ist nicht unbedingt der Preis des Gutes gemeint, denn unter Umständen kann die Ermittlung des Preises für das Individuum so aufwendig seien, dass es auf die Transaktion verzichtet. In dem Zusammenhang müssen Sie Ihr Augenmerk auch auf die Institution rechtlicher Rahmen lenken, denken Sie an die Ökosteuer oder den Handel mit Emissionsrechten.
  • Prinzipal-Agent-Theorie: Dieser Aspekt berücksichtigt grob gesprochen, dass der Auftraggeber (Prinzipal) nicht weiß, was der Beauftragte (Agent) weiß und umgekehrt. Meist hat der Agent einen Wissensvorsprung und der Prinzipal erteilt den Auftrag in der Hoffnung, dass dieser den Vorsprung zugunsten des Prinzipals einsetzt. Dabei kann der Prinzipal aber weder wissen, ob der Vorsprung tatsächlich vorhanden ist, noch ob er diesen zu seinem Nutzen einsetzen wird.

Ein institutionenökonomischer Ansatz versucht also das oft scheinbar irrationale Handeln von Menschen durchschaubar zu machen, indem bestimmte Institutionen berücksichtigt werden und Güter nach ihrem individuellen Nutzen betrachtet werden.

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