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Ins Kajak einsteigen - so gelingt's

Ob Wildwasser oder gemütlich in der Mecklenburgischen Seenplatte rumpaddeln - Kajak fahren macht einfach Spaß. Und egal, für welche dieser Varianten das Herz schlägt: Eein wenig sportliches Talent ist nie verkehrt, denn mit der Körperbeherrschung beispielsweise geht's schon beim Einsteigen in Ihr schlankes, wackliges, aber dafür später pfeilschnelles Gefährt los. Natürlich gibt es aber einen Trick, um unbeschadet und elegant einsteigen zu können.

Sie sehen harmlos aus: Einsteigen bitte!
Sie sehen harmlos aus: Einsteigen bitte!

Kajak, Kanadier, Kanu - kurz erklärt

Zunächst zur Sicherheit eine schnelle Begriffsklärung, denn vermutlich ( zumindest als "noch-nur-Gelegenheitswasserwanderer") geraten Sie immer noch jedes Mal in Grübelei, wenn die Namen "Kanu", "Kanadier" und "Kajak" auftauchen. Was ist nun was?

  • Kurz gesagt: Kanus sind alle beide, wobei der Kanadier das traditionelle Kanu der amerikanischen Indianer war und der Kajak in die Polarregionen zu den Eskimos gehört. Im Kanadier ist viel Platz, er hat hohe Wände, wird mit einem Stechpaddel fortbewegt und das Einsteigen über Heck oder Bug ist kein Thema, denn das Ding ist praktisch unumkippbar.
  • Der Kajak ist lang und schmal und wird von einem Doppelpaddel fortbewegt. Stauraum ist nicht viel, aber dafür ist es schnell und wendig. Einsteigen müssen Sie in einen Kajak über die Seite, und das "Dabei-Umkippen" ist eine der leichtesten Übungen - zumeist verbunden mit herzlichem Gelächter der Umstehenden und dem Verlust irgendwelcher wichtiger Dinge, was dann weniger lustig sein kann. Also: Lernen Sie, wie's richtig geht.

Einsteigen bitte  - und wie Sie drin bleiben

Für das Einsetzen Ihres Kajaks ins Wasser nutzen Sie am besten Stellen, an denen Sie parallel zum Ufer Platz für  seine ganze Länge haben. Der Bug sollte gegen die Strömung gerichtet sein. Ist Ihr Kajak ein Doppelkajak, dann ist natürlich das Einsteigen keine Hürde: Während einer einsteigt, kann der Zweite den Kajak festhalten und stabilisieren und das gleiche kann der bereits im Boot Sitzende dann für den Zweiten tun. Das Paddel, quer vor sich über das Boot und bis auf das Ufer oder den Steg gelegt, hilft dabei nicht unwesentlich. Für das Einsteigen - wenn Sie einen Einerkajak fahren und niemand Sie festhalten kann - ist Ihr Paddel zum sicheren Einsteigen sogar gänzlich unentbehrlich - die damit verbundene Einsteigetechnik nennt man "Paddelbrücke":

  1. Ihr Kajak liegt also mit dem Bug gegen die Strömung am Ufer. Stellen Sie sich neben Ihre Einstiegsluke und legen Sie das Paddel so über das Boot vor die Luke, dass ein Paddel flach auf dem Ufer aufliegt und der Schaft der anderen Seite den sogenannten Süllrand (Rahmen um die Sitzluke, zum Anknöpfen des Spritzverdecks ...) berührt.
  2. Kontrollieren Sie noch mal, ob die Leinen, mit denen Ihr Kajak möglicherweise am Ufer festgemacht war, gelöst sind und ob Sie alles verpackt haben, dann kann es mit dem Einsteigen losgehen.
  3. Gehen Sie neben der Sitzluke in die Hocke. Fassen Sie Ihr Paddel  an der Uferseite möglichst nahe am Blatt mit der einen sowie Süllrand plus Schaft zusammen mit der anderen Hand. Damit ist Ihr Kajak quasi per "Hebel" am Ufer arretiert - und das bleibt es auch, wenn Sie darauf achten, Ihr Körpergewicht Richtung Ufer verlagert zu lassen. Durch diese Gewichtsverlagerung kann Ihr Kajak nicht kippen, während Sie aus der Hocke heraus einsteigen.

Klingt kompliziert? Ist es nicht, aber der Vorteil einer gewisse Körperbeherrschung und Sportlichkeit wurden ja anfangs bereits erwähnt. Sie können ja in der kalten Jahreszeit Trockenübungen machen.

Einsteigen ins Kajak - Trockenübungen

  1. Hocken Sie sich hin, marschieren ein wenig im Entengang durch die Gegend und trainieren ab und zu dazwischen, sich mit beiden Händen am Boden abstützend entweder nach links oder nach rechts zu neigen und dabei das Bein auf der anderen Seite seitlich weg zu strecken. Das wäre im Kajak-Einsteigefall dann das erste Bein, mit dem Sie ins Kajak steigen.
  2. Stellen Sie das Bein auf und verschieben dabei Ihr Becken seitlich, um auch das zweite Bein und damit sich selbst heranzuziehen. Trainieren Sie, dabei den Körperschwerpunkt in der anfänglichen Position zu lassen, denn das ist das A und O der "Paddelbrücke".

Bleibt, Ihnen viel Spaß beim Üben und viel Erfolg beim echten Einsteigen in Ihr Kajak vor den Augen bewundernder Zuschauer zu wünschen. Wenn eine Kajaktour nicht gleich mit einem Bad beginnt - was gibt es Schöneres?

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