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Inklinationswinkel - so navigieren Sie richtig

Der Inklinationswinkel ist ein wichtiger Begriff aus der Navigation. Seine physikalische Ursache hatte früher schon die Seefahrer verwirrt. Piloten müssen den durch ihn verursachten Kompassdrehfehler berücksichtigen, um ans Ziel zu kommen.

Trotz Magnetkompass ins Ziel kommen.
Trotz Magnetkompass ins Ziel kommen.

Was Sie benötigen:

  • Kompass

Die Erde ist ein riesiger Magnet. Sie besitzt unter der Erdoberfläche zwei Magnetpole.

Der Inklinationswinkel beträgt an den Polen 90 Grad

  • Eine in einem Kompass frei aufgehängte Magnetnadel richtet sich nicht nur in der horizontalen Richtung parallel zu den Feldlinien des Erdmagnetfeldes zu dem magnetischen Pol hin aus. Vielmehr neigt sich das Nordende der Magnetnadel auf der Nordhalbkugel mit zunehmender geografischer Breite immer mehr nach unten.
  • Der Winkel, den die Magnetnadel mit der Erdoberfläche in der Horizontalen bildet, heißt Inklinationswinkel oder magnetische Neigung.
  • Wenn Sie also nach Norden fliegen, senkt sich der Kopf der Magnetnadel nach unten, während sich das gegenüberliegende hintere Ende nach oben richtet.
  • Das nordsuchende Ende der Magnetnadel zeigt immer in die gleiche Richtung. Der Schwimmer mit der Kompassrose ist auf einem Zapfen gelagert, um den er sich frei drehen kann.
  • Der Inklinationswinkel ist über den magnetischen Polen am größten und beträgt faktisch 90°. Über dem magnetischen Äquator beträgt er 0°, sodass die Magnetnadel sich nur dort in einer waagerechten Lage befindet.
  • In unseren Breiten beträgt der Inklination ca. 65°.
  • Alle Orte mit gleicher Inklination können mit einer Linie gleicher Inklination verbunden werden. Sie wird Isokline genannt.
  • Die Linie, die alle Orte mit der Inklination 0° verbindet, heißt magnetischer Äquator oder Akline.

Piloten achten auf Kompassdrehfehler

  • Die Tendenz des Magnetkompasses, sich in bestimmten Breiten nach unten zu neigen, verursacht während des Fluges zwei bedeutende Anzeigefehler, die jeder Pilot kennen muss. Man spricht vom Kompassdrehfehler. Er tritt insbesondere bei Kurven in nördliche und südliche Richtung in Erscheinung.
  • Leiten Sie als Pilot eine Kurve ein, bringen Sie das Flugzeug in eine Schräglage, sodass sich die Kompassrose aufgrund der nun einwirkenden Zentrifugalkraft ebenfalls neigt. Solange sich die Kompassrose in dieser Schräglage befindet, bewirkt die vertikale Komponente der Inklination ein Kippen des Nordendes der Kompassnadel zur Kurvenrichtung hin. Die dadurch entstehende fehlerhafte Anzeige des Magnetkompasses wird als Kompassdrehfehler bezeichnet.
  • Der Kompassdrehfehler erreicht bei Kurven in oder aus Richtung Nord oder Süd seinen größten Wert und tritt auf Ost- oder West-Kursen überhaupt nicht in Erscheinung.

Beschleunigungsfehler im Flug

  • Wenn Sie ein Flugzeug zusätzlich beschleunigen oder verzögern, tritt dieser Anzeigefehler des Magnetkompasses ebenfalls durch die Inklination in Erscheinung. Dieser Anzeigefehler wird Beschleunigungsfehler genannt und muss auf Ost- oder Westkurve besonders beachtet werden.
  • Die Fehlanzeige entsteht aufgrund der pendelartigen Aufhängung der Kompassrose bei Geschwindigkeitsänderungen des Flugzeuges. Beschleunigt das Flugzeug auf Ost- oder Westkursen, so zeigt der Kompass fälschlicherweise ein Einkurven nach Norden an. Verzögert das Flugzeug, zeigt der Kompass ein Einkurven nach Süden an.
  • Der Beschleunigungsfehler tritt jedoch bei Beschleunigungen auf Nord- oder Süd-Kursen überhaupt nicht auf.
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