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Inflation und Deflation - Unterschied einfach erklärt

Inflation und Deflation sind Begriffe, die oft in Zeitung und Fernsehen erscheinen, gerne verbunden mit einer Warnung, dass wirtschaftliche Probleme drohen. Dabei sind diese Preisveränderungen bis zu einem gewissen Grad ganz normal. Was steckt hinter den Bezeichnungen und warum gelten diese Entwicklungen als problematisch?

Es geht um Geld.
Es geht um Geld. © Lupo / Pixelio

Die Stabilität der Preise ist ein wirtschaftliches Ideal, das aber kaum umsetzbar ist. Häufig treten Veränderungen auf, die zu einer Steigerung oder Verminderung der Kaufkraft führen können.

Was bedeuten Deflation und Inflation?

  • Inflation meint eine Entwertung des Geldes, d. h. das, was Sie beispielsweise für 100 EUR kaufen können, verringert sich. Damit verringert sich die Menge an Waren, die für das Geld erhältlich sind, was daran liegt, dass die Preise dieser Waren steigen. Dadurch kann ein Unternehmen mehr für angebotene Produkte einnehmen, muss aber auch mehr für Materialien etc. ausgeben.
  • Oftmals erfolgt die Steigerung bei den Löhnen nicht genauso schnell. D. h. es kommt zwar zu Lohnerhöhungen, diese sind aber häufig etwas geringer als die tatsächliche Inflationsrate (also das Ausmaß der Verteuerungen), sodass die Kaufkraft zunächst sinkt. Die Bürger können sich also nicht mehr so viel leisten wie zuvor.
  • Durch die Entwertung des Geldes sind aber auch Schulden weniger "wert", die Zinsen sind gering und so fällt es leichter, Schulden zurückzuzahlen. Für Sparer hingegen bedeutet die Inflation, dass Ihr Sparguthaben, wenn die Zinsen die Rate der Geldentwertung nicht ausgleichen, langsam an Kaufkraft verliert.
  • Bei der Deflation passiert genau das Gegenteil, denn hier gewinnt das Geld an Wert, die Kaufkraft steigt. Für 100 EUR können dann also zum Jahresende mehr Produkte gekauft werden als zu Beginn des Jahres, weil die Preise gesunken sind. Dies führt oft dazu, dass notwendige Käufe noch etwas hinausgezögert werden, weil man erwartet, dass es noch günstiger wird. Die Unternehmen haben es daher schwerer, Produkte zu verkaufen, verbilligen diese daher und drohen dann, Verluste zu machen. Schulden verschlimmern sich, denn der "Wert" der Schulden steigt. Sparer hingegen profitieren davon, dass ihr Guthaben durch die Deflation an Kaufkraft gewinnt.

Ist Deflation besser?

  • Inflation und Deflation finden häufig parallel statt. So steigen etwa die Preise für Kraftstoffe, während manche Alltagsgegenstände, gerade Elektroartikel, mit der Zeit günstiger werden. Somit befinden sich die Preise immer in einer gewissen Entwicklung, hin zu einer Steigerung des Geldwertes in manchen Bereichen und einer Verminderung des Wertes in anderen Bereichen. Die allgemeine Inflationsrate bestimmt sich letztlich danach, welche Entwicklung überwiegt.
  • Ebenso profitieren unterschiedliche Gruppen von fallenden oder steigenden Preisen. Für Verbraucher ist eine Deflation zunächst positiv, weil durch sie viele Produkte günstiger werden, für Schuldner hingegen werden die Schulden schwieriger abzutragen.
  • Bei einer Inflation ist es leichter, Schulden zu tilgen, die steigenden Preise können aber auch dazu führen, dass Bürger weniger kaufen und nur noch das erwerben, was wirklich "nötig" ist. Auch dadurch können Absatzprobleme der Wirtschaft entstehen.
  • Letztlich gibt es immer ein gewisses Maß an Preissteigerungen oder -senkungen, wobei das Ausmaß der Preisbewegungen nicht zu stark ausgeprägt sein sollte.
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