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Indianisches Reiten - so geht's

Seit Monty Roberts, dem amerikanischen Pferdeflüsterer, möchten immer mehr Reiter auf eine natürliche Weise ihre Pferde reiten, diese besser verstehen. Indianisches Reiten ist das große Vorbild, denn die Indianer haben es bereits vorgemacht, wie man Pferde vollkommen druckfrei und mit Achtung reiten kann.

Die meisten Indianer verzichten auch auf eine Zäumung.
Die meisten Indianer verzichten auch auf eine Zäumung.

Die Reitweise der Indianer

Bevor Sie indianisches Reiten lernen, sollten Sie sich zunächst einmal über die Einstellung der Indianer zu ihren Pferden informieren.

  • Die Indianer betrachteten Pferde als eigenständige Kreaturen, die es nicht zu beherrschen galt. Vielmehr bauten sie in Hochachtung vor den Tieren ein Vertauensverhältnis zu diesen auf.
  • Sie verfügten über ein enormes Wissen über das Verhalten und die Kommunikation der Pferde innerhalb der Herde, was sie sich wiederum zu Nutzen machten, um selber mit den Tieren zu kommunizieren.
  • Indianisches Reiten basiert auf einem absoluten Vertrauensverhältnis zwischen Reiter und Pferd.
  • Hilfsmittel wie ein Sattel oder eine Gebisstrense wurden nicht benötigt.
  • Lediglich ein gebundenes, gebissloses Halfter wurde den Indianerpferden, zumeist Appaloosas, umgebunden. Dies diente jedoch mehr als Zierde denn als Hilfsmittel.
  • Die Hilfegebung erfolgte über Gewichts- und Schenkelhilfen sowie über eine stimmliche Kommunikation.
  • Die Pferde wurden auf natürliche Art so hervorragend ausgebildet, dass sie im Optimalfall vollkommen "blank" geritten werden konnten.
  • Indianer sind eins mit ihren Pferden, diese wurden hochgeschätzt und waren ein sehr wertvolles Gut, der Freund der Indianer.

Indianisches Reiten einfach erklärt

  • Indianisches Reiten verzichtet auf Hilfsmittel. Je nachdem, wie sicher Sie sich auf dem Pferderücken ausbalancieren können, können Sie versuchen, ohne Sattel zu reiten.
  • Konzentrieren Sie sich auf die Bewegungen Ihres Pferdes unter Ihnen, ohne den Sattel können Sie die Kontraktionen der Rückenmuskulatur spüren und nehmen alle Bewegungen viel intensiver wahr.
  • Sie sollten versuchen, nicht als störender Faktor auf dem Pferderücken zu sitzen, sondern sich in die Bewegung des Pferdes einzufühlen, elastisch mitzuschwingen. So kommen Sie auch schneller zu der Fähigkeit, zu spüren, wann Sie eine treibende oder entlastende Gewichtshilfe geben sollten.
  • Zunächst sollten Sie noch nicht komplett auf eine Zäumung verzichten, sondern sich vorsichtig vorarbeiten. Wählen Sie zunächst typische Zäumungen wie beispielsweise den Bosal.
  • Indianisches Reiten ermöglicht es einem Pferd, seinen Kopf immer so tragen zu können, wie es mag. Dies ist wichtig, damit die Tiere die Möglichkeit bekommen, den toten Bereich ihres Blickwinkels durch eine leichte Kopfwendung einsehen zu können, um sicher aufhufen zu können. Schließlich sind Indianerpferde hier auf sich selbst gestellt, zumal bei hoher Geschwindigkeit.
  • Eine gute Möglichkeit, indianisches Reiten umzusetzen, ist die Verwendung eines Halsringes anstatt einer Zäumung. Auf diesen reagieren Pferde sehr sensibel und werden dennoch in ihrer Bewegungsfreiheit nicht eingeschränkt.
  • Sie werden lernen, Ihr Pferd rein über Ihre Gewichts- und Schenkelhilfen sowie die Stimme zu lenken, sich im Einklang mit dem Pferd zu befinden.

Auch wenn Sie indianisches Reiten vielleicht nicht in Perfektion beherrschen werden, denn dies erfordert ein großes Maß an Wissen über die Kreatur und Einfühlungsvermögen in die Bewegungen und Reaktionen des Pferdes, ist dies dennoch auch in nur kleinen Ansätzen geritten eine sehr gute Möglichkeit, ein Vertrauensverhältnis zum Pferd aufzubauen und dieses möglichst stress- und druckfrei zu reiten.

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