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In Tränen geh ich nun allein - Gedichtinterpretation

Sophie Friederike Mereau lebte von 1770 bis 1806. Sie gehört in den Kreis der Schriftsteller der deutschen Romantik. Durch ihre Heirat mit einem Jenaer Juraprofessor, Friedrich Ernst Carl Mereau, lernte Sie Schiller kennen und schrieb unzählige Gedichte - darunter "In Tränen geh ich nun allein" - und zwei Romane mit autobiografischem Hintergrund.

In der Romantik galten Naturlandschaften wie Bachläufe als Inspiration.
In der Romantik galten Naturlandschaften wie Bachläufe als Inspiration.

Grundsätzliches zur Autorin und ihrer Biografie

  • Die Autorin gilt als beruflich erfolgreich, aber ihre erste Ehe mit Mereau war unglücklich. Sie wollte aber glücklich und frei leben und ließ sich deshalb scheiden. Später heiratete Sie den bekannten Schriftsteller Clemens Brentano. Mit ihm verbrachte sie eine Zweisamkeit, die sie selber als Himmel und Hölle bezeichnete, wobei aber die Hölle überwiegt haben soll.
  • Wie so oft in einer Beziehung mit zwei Künstlern gab es viele emotionale Höhen und Tiefen. In diesem Fall nicht zuletzt aufgrund Brentanos großer Eifersucht. Aus Mereaus Feder stammt auch das Gedicht "In Tränen geh ich nun allein".

In Tränen geh ich nun allein - Hoffnung trotz Trennung

  • Man könnte wahrscheinlich darüber diskutieren, ob die Dichterin in diesem Gedicht "In Tränen geh ich nun allein" darüber spricht, dass ihr Leben nun endet. Sie könnten die Aussage darin aber auch anders interpretieren. Jedenfalls bringt sie am Schluss wieder Hoffnung zum Ausdruck. Außerdem relativiert sie mit dem Zusatz "nur".
  • Sie dichtet zwar "Mein Leben schließt die Augen zu", aber zugleich erwähnt Mereau im folgenden Satz "indes von Träumen". Man kann daraus schließen, dass diese Träume gleichzeitig mit ihrem "Augenschließen" stattfinden.
  • Darüber hinaus kann man keine Erwähnung dafür finden, dass sie tatsächlich den Todesschritt in den Bach macht. Hier sieht sie sich das Gewässer ja lediglich an.
  • Am guten Schluss erkennt sie, dass es doch für Sie Trost gibt in einer auswegslos scheinenden Situation. Und zwar für beide Betroffenen. Damit bringt sie wahrscheinlich ihr Verständnis dafür zum Ausdruck, dass das Passierte, so wie es geschehen ist, von beiden angenommen werden kann. Beide können auch trotz der Entfernung oder Trennung auf eine positive Zukunft hoffen.
  • Während sie auf den Grund des Baches sieht, erblickt sie einen grünenden Pflanzenwald, der ihr den Eindruck vermittelt, dass diese Pflanzenwelt hier ein Symbol für einen fortlaufenden Lebensprozess in der Natur ist. Jeder kann dabei selber entscheiden, ob er dabei fröhlich oder traurig ist. 
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