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In der Probezeit der Ausbildung eine Kündigung erhalten - so gehen Sie damit um

Wenn Sie in der Probezeit Ihrer Ausbildung eine Kündigung erhalten, sollten Sie Ihre Rechte kennen. Nur so vermeiden Sie überflüssigen Stress und wissen, wie Sie damit umgehen und sich neu orientieren.

Aller Anfang ist schwer.
Aller Anfang ist schwer. © Rainer_Sturm / Pixelio

Der Begriff der Probezeit meint genau das, was er sinngemäß beinhaltet. Sowohl Sie als Auszubildender, als auch Ihr Arbeitgeber als Ausbilder, sollen die Möglichkeit haben, gegenseitig festzustellen, ob man miteinander klarkommt. Als Auszubildender wollen Sie wissen, ob die Ausbildung Ihren Interessen entspricht, der Arbeitgeber will feststellen, ob Sie für die konkrete Arbeit physisch und psychisch geeignet sind.

Probezeit kann jederzeit beendet werden

  • Das Berufsbildungsgesetz trägt diesen Gegebenheiten Rechnung und regelt eigenständig den Beginn und die Beendigung von Ausbildungsverhältnissen.
  • Sie müssen wissen, dass ein Berufsausbildungsverhältnis während der Probezeit jederzeit und zwar ohne Einhalten einer Kündigungsfrist von Ihrem Arbeitgeber ohne weiteres gekündigt werden kann. Kündigt Ihr Arbeitgeber, muss er keine Begründung angeben. Auch Sie können in der Probezeit jederzeit kündigen, ohne Gründe angeben zu müssen.
  • Die Probezeit darf höchstens vier Monate betragen, mindestens aber einen Monat.

Nach der Bewährung wird die Ausbildung garantiert

  • Haben Sie diese Bewährungsprobe überstanden, kann die Ausbildung nach der Probezeit vom Arbeitgeber nur noch aus einem wichtigen Grund fristlos gekündigt werden.
  • Wenn Sie in der Probezeit Ihrer Ausbildung eine Kündigung erhalten, bahnt sich diese meist frühzeitig an. Ihr Arbeitgeber hat sicherlich Gründe. Versuchen Sie frühzeitig und regelmäßig das Gespräch mit Ihrem Ausbilder und klären Sie eventuell bestehende Unstimmigkeiten.

Akzeptieren Sie die Kündigung und organisieren sich neu

  • Liegt die Kündigung auf dem Tisch, sprechen Sie Ihren Ausbilder trotzdem an und fragen Sie ihn nach den Gründen für die Kündigung ausgerechnet in der Probezeit. Auch Ihrem Ausbilder ist klar, dass es für Sie schwierig sein wird, einen Ersatzausbildungsplatz zu finden. Fragen Sie, ob Sie die Ausbildung fortsetzen können, wenn Sie Ihre Verhaltensweisen ändern.
  • Kommen Sie nicht klar, gehen Sie davon aus, dass die Welt nicht gleich untergeht. Versuchen Sie, nicht emotional abzugleiten, werden Sie nicht depressiv. Rückschläge gehören zum Arbeitsleben gezwungenermaßen dazu. Nur wer Niederlagen erlebt, weiß, wie man Siege erringt.
  • Gehen Sie zum Arbeitsamt und melden Sie sich arbeitssuchend. Dort kann man Ihnen oft weiterhelfen und Kontakte vermitteln. Auch die Industrie- und Handelskammer hat viele Kontaktstellen und kann helfen.
  • Geben Sie eine Anzeige in der Tageszeitung auf. Je motivierter und detaillierter Ihr Ausbildungswunsch formuliert ist, umso größer sind Ihre Chancen.
  • Sie müssen sich auch klar werden, warum Ihr früheres Berufsausbildungsverhältnis gescheitert ist. Ändern Sie gegebenenfalls Ihr Verhalten. Andernfalls droht ein erneutes Scheitern.
  • Sprechen Sie bei einem anderen Arbeitgeber vor und versuchen Sie eine neue Ausbildung zu beginnen. Verlieren Sie keine Zeit und legen Sie keinesfalls eine Freizeitphase ein.
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