In der Kürze liegt die Würze - so fassen Sie sich kurz

Formulieren Sie sachlich und kürzen Worthülsen und Schmuckwörter raus. Formulieren Sie sachlich und kürzen Worthülsen und Schmuckwörter raus.
Aufgeblasene und schwülstige Reden oder Artikel sind heute nicht mehr Ausdruck von Bildung und besserer Herkunft, sondern werden als umständlich und wichtigtuerisch empfunden. Häufig werden Floskeln und Worthülsen angewandt, um den Leser oder Zuhörer zu blenden oder zu verunsichern. Viele Politiker beabsichtigen mit hölzernem Behördendeutsch einen besonders kompetenten Eindruck zu machen und erreichen damit nur, dass das Publikum das Interesse verliert. Wer aber Klartext spricht, wirkt vertrauenswürdiger und glaubhafter. Eine alte Weisheit sagt: In der Kürze liegt die Würze. Wer sich kurz fasst, dem hört man auch gerne öfter zu.
Christine Vogelsang
22.02.2011 Christine Vogelsang
Was Sie benötigen
Dafür brauchen Sie beide Hände
  • Sprachgefühl
  • Einfühlungsvermögen

Wenn die Zuhörer oder Leser Ihre Botschaft verstehen sollen, fassen Sie sich kurz und passen sich dem jeweiligen Medium an. In einer Anzeige oder einem Flyer ist möglichst wenig Text zu verfassen, denn sie werden eher als Bild wahrgenommen. Zeitungen und Internet bieten dagegen den Spielraum für umfangreichere Artikel. Trotzdem sollte man die Konzentrationsfähigkeit der Leser nicht unnötig überstrapazieren. Wenn Kinder und alte Menschen Ihre Mitteilung verstehen sollen, sind Beispiele und bildhafte Schilderungen zum Auflockern nötig.

Je kürzer die Nachricht, umso eindringlicher

Immer mehr Menschen schreiben im Internet. Die Verkümmerung der Sprache bei der E-Mail- und SMS-Kommunikation erschreckt nicht nur Germanisten. Hier wird besonders deutlich, dass es eine Kunst ist, sich kurz zu fassen und zugleich verständlich und gut auszudrücken. Für einen kurzweiligen Vortrag oder spannenden Artikel gibt es ein paar wichtige Regeln zu beachten.

  • Schon bevor Sie zu schreiben beginnen, sollte der Textumfang feststehen und eine Gliederung vorliegen. So ersparen Sie sich das lästige Kürzen des fertigen Textes.
  • Um den Kern Ihrer Aussage zu bestimmen, stellen Sie die wichtigen W-Fragen: Wer, warum, wo, wie, wann usw.  Damit verhindern Sie ein Ausschweifen oder eine Themaverfehlung.
  • Schachtelsätze sollten unbedingt vermieden werden. Wichtige Aussagen aneinandergereiht, maßvoll ausgeschmückt, sind wesentlich wirkungsvoller als ein Durcheinander.
  • Verwenden Sie möglichst keine umständlichen Formulierungen wie „Ich brachte damit zum Ausdruck …“. Besser: „Ich bemerkte dazu …“ oder „Dazu sagte ich …“.
  • Mit Wiederholungen langweilen Sie auch den aufmerksamen Leser oder Zuhörer. Und seine Konzentration lässt nach. Aber die häufige Wiederholung eines Satzanfangs zum Beispiel erhöht die Aufmerksamkeit. Ein beliebtes Stilmittel der Politiker.
  • Wenn Sie Ihren Text mit humorvollen Bemerkungen würzen wollen, ist meist weniger mehr.
  • Oft sind Beispiele oder genauere Beschreibungen nicht notwendig, nur gut gemeint und lenken bloß von Wichtigem ab.
  • Phrasen und nichtssagende Allgemeinplätze vermitteln mangelnde Kompetenz und Unsicherheit. Es entsteht der Eindruck, der Text soll nur möglichst umfangreich sein. Kürzen Sie Sätze ohne Inhalt raus.
  • Setzen Sie an das Ende des Textes kurzgefasst noch mal Ihr Anliegen und schließen ohne großes Aufheben ab.

Wenn Sie ausführlichere Informationen zu dem Thema wünschen, empfiehlt sich die Lektüre des Buches „Komm zum Punkt“ von Thilo Baum (Eichborn Verlag).

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