Igel füttern - was es dabei zu beachten gibt
In einem naturbelassenen Garten mit ebenerdigem Zaunfundament kommen des Nachts regelmäßig Igel zu Besuch. Hier finden sie reichlich Schnecken und Regenwürmer - eine Fütterung durch den Menschen brauchen sie nicht. Immerhin sind diese possierlichen Tierchen keine Haustiere, sondern perfekt an ihre Umwelt angepasste Wildtiere, die unter Naturschutz stehen. Manchmal kommt es allerdings vor, dass ein Igel im Herbst noch nicht genug Winterspeck hat und Sie ihn fit für den Winterschlaf machen können, wenn Sie ihn artgerecht füttern. Dabei sollten Sie jedoch einiges beachten.
- 09.07.2010 Alexandra Forster
Was Sie benötigen
Dafür brauchen Sie beide Hände
- Katzen- oder Hunde-Dosenfutter
- Igel-Trockenfutter
- Keramik-Schale
- Handschuhe
- Küchen-Waage
- Bevor Sie einen vermeintlich schwachen Igel füttern, wenden Sie sich immer an eine Igel-Hilfe in Ihrer Nähe. Dort werden Ihnen fachkundige Menschen sagen können, ob Ihr Igel unterernährt, krank oder doch ganz gesund ist und ob Sie ihm dementsprechend fütter müssen oder nicht.
- Spätestens im November sollte ein Igel gut 300 Gramm auf die Waage bringen, um den Winterschlaf zu überstehen. Da der Igel bei Fütterung 100 Gramm pro Woche zunehmen sollte, können Sie sich ausrechnen, ob dies Sinn macht. Wenn nicht, sollte man das Tier zu einer Igel-Hilfe geben, da das Überwintern eines Igels im eigenen Haus aufwändig ist.
- Für das Füttern eines Igels in Ihrem Garten brauchen Sie eine regengeschützte Futterstelle. Nehmen Sie eine Holz- oder Pappkiste mit einem etwa 8 x 8 cm großen Einschlupfloch. Wenn Sie Katzen vom Igelfutter fernhalten müssen, hat sich ein Unterstand aus einem Brett auf drei Ziegelsteinen bewährt. Legen Sie die Ziegelsteine so auf den Boden, dass sich ein T-förmiger Durchgang ergibt. Katzen meiden verwinkelte Eingänge und würden unter dem niedrigen Brett nur ungern fressen. Ein weiterer Ziegelstein auf dem Brett sorgt für Stabilität. Neben der Futterstelle können Sie eine weitere mit Heu oder Stroh gefüllte Kiste als Schlafplatz für den Igel anbieten, um ihn in der Nähe zu halten.
- Für das Futter und das Trinkwasser benötigen Sie zwei standfeste Schälchen, z.B. Blumentopf-Untersetzer. Als Futter hat sich Katzen- und Hundefeuchtfutter aus der Dose bewährt, das Sie mit im Zoohandel erhältlichem Igel-Trockenfutter mischen sollten. Zusätzlich können Sie ein wenig Rührei (nie rohe Eier) und leicht angebratenes Rinder-Hackfleisch geben. Die Menge des Futters richtet sich nach dem, was der Igel an einem Abend fressen kann.
- Beachten Sie: Obst und alle Arten von Milchprodukten können von Igeln nicht verdaut werden und sogar zum Tod führen. Ebenfalls völlig ungeeignet sind Essensreste, Gesüßtes oder Gesalzenes, Brot und Nüsse.
- Geben Sie dem Igel das Futter und frisches Wasser jeden Abend zur gleichen Zeit in die Schälchen. Bei sehr geschwächten Tieren können Sie zusätzlich am Morgen ein wenig Futter auffüllen. Futterreste müssen entfernt werden.
- Um zu sehen, ob Ihr Füttern anschlägt, sollten Sie den Igel alle paar Tage wiegen. Nehmen Sie dazu Arbeitshandschuhe und eine alte Küchenwaage. Da Igel häufig Parasiten mit sich herumschleppen, sollten Sie im Freien bleiben. Nimmt der Igel gar nicht zu oder zeigt er Krankheitszeichen, muss er zum Tierarzt.
- Damit Sie sich sicher sein können, es immer mit dem gleichen Igel zu tun zu haben, können Sie mit einem kleinen Klecks Nagellack seine Stacheln markieren.
- Wenn die Temperatur unter 10 Grad sinkt, wird Ihr Igel sich zum Winterschlaf zurückziehen. Wenn er bis dahin mindestens 300 Gramm auf die Waage bringt, wird er die kalten Monate gut überstehen und Sie sollten ihn nicht stören. Lassen Sie auch weiterhin etwas Trockenfutter an seinem Futterplatz, da er zwischendurch hin und wieder aufwachen und nach Futter suchen wird.
