- 22.08.2011 Dr. Hannelore Dittmar-Ilgen
Sie wollen Nachhilfe geben - das sollten Sie können
Nachhilfe ist für viele eine gute Möglichkeit, sich neben der Schule oder dem Studium ein paar Euros dazu zu verdienen. Und viele Schüler sind dankbar, einen guten und einfühlsamen Nachhilfelehrer gefunden zu haben, der sich mit ihren fachlichen Problemen auseinandersetzt. Aber haben Sie auch die Voraussetzungen, Nachhilfe zu geben? Machen Sie sich anhand der folgenden Punkte einmal Gedanken darüber.
- Sie müssen in dem Fach, in dem Sie Nachhilfe geben, auch wirklich "top" sein. Das heißt, es genügt nicht, dass Sie derzeit gute Schulnoten haben oder Sie früher einmal hatten. Sie sollten ein umfangreiches Fachwissen besitzen, also nicht nur einfaches Schulwissen. Und vor allem sollten Sie den Schulstoff beherrschen, zu dem Sie Nachhilfe geben wollen. Nehmen Sie daher nicht Klassen oder Altersstufen an, deren Schulstoff Ihnen nur dunkel in Erinnerung ist. Aber: Im Laufe der Jahre gewinnt man auch hier Erfahrung.
- Sie müssen gut erklären können. Nur die Beherrschung des Fachwissens oder des entsprechenden Schulstoffs genügt keinesfalls. Dies wird auch bei Lehrern immer wieder bemängelt: Viele beherrschen zwar die Inhalte ihres Fachs, können diesen jedoch nicht adäquat vermitteln. Es sind also für das entsprechende Fach klare Worte und gute Beispiele gefragt. Um herauszufinden, ob Ihnen das Erklären liegt, sollten Sie mit einem Bekannten oder einer Freundin, vielleicht aber auch mit Geschwistern oder Eltern einmal eine Probestunde machen und dann Rückmeldung einfordern.
- Zum Nachhilfegeben gehört jedoch neben Fachwissen und der Fähigkeit zum Erklären noch etwas mehr: Wie ein Lehrer auch, muss sich der Nachhilfelehrer in seinen Schüler hinein versetzen können. Er muss merken, wo der Lernende "hängt", bei welchem Wissensstand man ihn "abholen" muss, wo er Fehler macht. Überhaupt: Er muss eine gute Beziehung zu dem Schüler aufnehmen, damit dieser Vertrauen fasst und es auch wirklich angstfrei in den Stunden zugehen kann. Wer eher weniger Menschenkenntnis oder Einfühlungsvermögen hat, kann zwar mit einem Nachhilfeschüler lernen, seine wirklichen Probleme, egal ob fachlich oder persönlich, jedoch nicht erfassen.
Fazit: Geben Sie - mit Rücksicht auf den Schüler - Nachhilfe nur wirklich dann, wenn Sie Fachwissen haben, dieses schülernah erklären können und eine gute Beziehung zu dem Nachhilfeschüler aufbauen können. Eine Probestunde sollte man auf jeden Fall vereinbaren, um all diese Voraussetzungen zu prüfen. Und dann: Viel Erfolg!