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Hypertrichose - Wissenswertes über die seltene Erbkrankheit

Hypertrichose ist eine seltene Erbkrankheit, bei der die Betroffenen unter einer vermehrten Körperbehaarung leiden. In früheren Zeiten wurden sie aufgrund ihres Erscheinungsbildes „Wolfsmenschen“ genannt.

Der Wolf - Namensvetter der sogenannten Wolfsmenschen
Der Wolf - Namensvetter der sogenannten Wolfsmenschen

Vermehrte Behaarung bei Hypertrichose

Bei der Hypertrichose handelt es sich um eine Erbkrankheit. Allerdings ist sie sehr selten, sodass weltweit bisher maximal 100 Fälle bekannt sind.

  • Da die Erkrankung vererbt wird, tritt sie schon bei Neugeborenen auf. In solchen Fällen ist das achte Chromosom oder auch das X-Chromosom defekt. Da der Erbgang dominant ist, muss nur ein Elternteil betroffen sein, damit die Hälfte der erzeugten Kinder unter dem Gendefekt leidet. Sie sollten sich aber keine großen Sorgen machen, dass Sie den Gendefekt weiterleiten könnten. Wurde er bisher bei Ihnen nicht diagnostiziert, liegt die Wahrscheinlichkeit eins zu einer Milliarde, dass Sie dennoch betroffen sind.
  • Es gibt unterschiedliche Ausprägungen der Hypertrichose. Vielleicht kennen Sie Bilder von den sogenannten Wolfsmenschen, die vor einigen Jahrhunderten traurige Berühmtheit erlangten, als sie mit einem Zirkus durch die Länder wanderten und sich künstlich bellend zur Schau stellten.
  • Die Haare können bei den Erkrankten weich und flauschig sein oder lang und drahtig. Bei einigen ist der komplette Körper inklusive Gesicht allerdings ohne Handflächen und Fußsohlen vermehrt behaart, bei anderen tritt die starke Körperbehaarung nur an einzelnen Körperstellen auf.

Das Auftreten der "Wolfsmenschen"

  • Bei der klassischen Hypertrichose tritt die Krankheit vermehrt innerhalb einer Familie auf.
  • Vielleicht haben Sie aber auch schon einen Fall gesehen, wo die vermehrte Körperbehaarung bei einem Erwachsenen neu aufgetreten ist. Dies kann einer der seltenen Fälle gewesen sein, wo eine Krebserkrankung im Bauchraum durch den Einfluss auf das Hormonsystem zu einem starken Haarwachstum geführt hat. Man spricht dann vom Herzberg-Potjan-Gebauer-Syndrom.
  • Eventuell haben Sie schon einmal von der Spina bifida gehört. Bei dieser Krankheit kommt es zu Fehlentwicklungen der Wirbelsäule; im Volksmund spricht man vom „offenen Rücken“. Hier kann die Hypertrichose lokal auftreten. Typisch ist dann, dass Haare über dem Kreuzbein zu sehen sind, die der Kopfbehaarung gleichen.
  • Haben Sie einen erhöhten Blutdruck? Ihr Arzt verschreibt Ihnen dann vielleicht das Arzneimittel Minoxidil. Als Nebenwirkung kann hier eine vermehrte Behaarung am ganzen Körper auftreten. Auch nach der Einnahme anderer Medikamente kann dieses Symptom bemerkt werden.
  • Ist Ihre Haut an bestimmten Bereichen gereizt, können dort ebenfalls Haare wachsen. Wurden Sie operiert, hatten Sie eine Thrombophlebitis, haben Sie starke Krampfadern oder war Ihre Haut mit Gips oder Verbänden über einen langen Zeitraum von Licht und Luft abgeschirmt, kann ebenfalls ein lokales Wachsen von Haaren an diesen Stellen möglich sein.
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