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Hund hat Arthrose - so können Sie ihm helfen

Leidet Ihr Hund unter Arthrose, sollten Sie darauf achten, was er frisst. Geben Sie ihm frische, unbehandelte Nahrung und verzichten Sie möglichst auf Getreide. Die Nahrung sollte viele natürliche Vitamine sowie entzündungshemmende Pflanzenstoffe enthalten. Arthrose und Arthritis ist für Ihren Hund sehr schmerzhaft, deshalb sollten Sie im akuten Stadium gezielt Vitamin C zufüttern.

Lange Spaziergänge sind bei Hunden mit Arthrose zu vermeiden.
Lange Spaziergänge sind bei Hunden mit Arthrose zu vermeiden.

Was Sie benötigen:

  • Nachtkerzenöl
  • Hagebuttenpulver
  • frische Nahrung
  • Wärmelampe
  • Bewegung
  • Schmerztherapie
  • Physiotherapie
  • gepolstertes Hundekörbchen
  • gute Leckerchen
  • Leberwurst-Tube
  • Handtücher oder Decken

Ernährung für den Hund bei Gelenkserkrankungen

  • Füttern Sie Ihren Hund mit Arthrose bevorzugt mit frischer, unbehandelter Nahrung in Form von rohem Fleisch und viel püriertem Gemüse und Salat. Dazu geben Sie täglich einen Schuss Nachtkerzenöl, welches entzündungshemmende Eigenschaften aufweist. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Hund nicht unter Übergewicht leidet, denn das würde die Gelenke zusätzlich belasten.
  • Geben Sie Ihrem Hund kein Getreide zu fressen, welches jedoch meistens zu großen Teilen in Fertigfutter steckt. Schon im Jahre 1984 wurde ein Zusammenhang zwischen Fertigfutter und der Zunahme von Knochenerkrankungen festgestellt.
  • Bei akuten Arthrose-Schmerzen sollten Sie Ihrem Hund vermehrt Vitamin C zuführen. Da Ascorbinsäure den Hundemagen reizt, sollten Sie besser Hagebuttenpulver verwenden. Sie können es als Ergänzungsfuttermittel für Hunde kaufen und einfach über das Fressen streuen.
  • Sehr hilfreiche Zusätze gegen die Schmerzen sind auch Teufelskralle und Weidenrinde. Grünlipp-Muschelextrakt ist ein besonders wichtiges Nahrungsergänzungsmittel für die Gelenke. Sie sollten beim Kauf jedoch darauf achten, dass das Pulver frei von Pestiziden und Schwermetallen ist.
  • Gönnen Sie Ihrem Hund bei Arthrose ab und an eine Kur mit Spirulina und Schüßler-Salzen. Auch homöopathische Schmerztabletten, die Sie in der Apotheke kaufen können, wirken sehr gut bei Gelenkbeschwerden und reizen den Magen nicht.

Unterschied zwischen Arthrose und Arthritis

  • Bei Arthrose handelt es sich um Verschleißerscheinungen bestimmter Gelenke. Diese Veränderungen können auch schon bei jüngeren Hunden auftreten. Meistens sind die Knie- und Hüftgelenke sowie die Wirbelsäule betroffen. Sie erkennen Arthrose daran, dass sich Ihr Hund beim Aufstehen sehr schwer tut und humpelt. Nach kurzer Zeit jedoch läuft er sich ein.
  • Da die Gelenkschmiere stark reduziert ist, treten Schmerzen und Humpeln nach einiger Zeit wieder auf. Meistens ist es im Winter und bei Nässe am schlimmsten. Vermeiden Sie dann ausgedehnte Spaziergänge und Hundesport und sorgen Sie dafür, dass Ihr Hund ein weiches und warmes Bett zur Verfügung hat.
  • Arthritis ist eine Entzündung in den Gelenken, die manchmal mit erhöhter Temperatur zusammen auftritt. Die Ursachen bei Hunden sind Überanstrengung oder Folgen von Verletzungen sowie Liegen auf kaltem Boden. Die Schmerzen verschlimmern sich bei Wärme und bei Bewegung, deshalb sollten Sie Ihrem Hund sehr viel Ruhe gönnen.
  • Arthritis ist sehr schmerzhaft und verursacht manchmal ein Knacken im Gelenk. Befindet sich die Entzündung bei Ihrem Hund im Bereich der Schulter und des Nackens, so ist es hilfreich, den Napf höher zu stellen. Die Beugehaltung verursacht ansonsten Schmerzen und dies kann zur Futterverweigerung führen.

Symptome - leidet Ihr Hund vielleicht unter einer Arthrose?

  • Ihr Hund hat Schwierigkeiten beim Aufstehen oder Hinlegen.
  • Es besteht ein Muskelschwund an der betroffenen Gliedmaße.
  • Bei Ihrem Hund ist eine verminderte Lauffreudigkeit zu beobachten.
  • Ihr Hund neigt zu Lahmheit (d.h. Entlastung) der betroffenen Gliedmaße.

Therapien, um Arthrose zu behandeln

  • Die ersten Anzeichen einer Arthrose sind unter anderem im Gangbild des Tieres festzustellen. Wenn der Hund vorsichtig läuft, nach Spaziergängen oder während des Tobens anfängt zu humpeln oder versucht, ein Bein zu entlasten, dann sollten Sie mit Ihrem Hund zum Tierarzt gehen und Ihre Beobachtungen mitteilen.
  • Zwar gilt Arthrose selbst als unheilbar, dennoch kann der Tierarzt eine Therapie einleiten. Da der Hund durch die entzündeten Gelenke ständig Schmerzen hat, ist zu Beginn der Therapie eine Schmerzbehandlung angezeigt. Auch wenn Arthrose bei Hunden nicht geheilt werden kann, so kann das Fortschreiten einer Arthrose mit entsprechenden Therapien und Medikamenten verhindert werden.
  • Auch wenn das Tier Schmerzen hat, muss es in Bewegung bleiben. Bekommt der Hund nicht mehr genügend Auslauf und Bewegung, so können sich die Gelenke mit der Zeit völlig versteifen. Damit sich die Arthrose bei Ihrem Hund nicht wesentlich verschlimmert, können Sie ihm hilfreich zur Seite stehen.
  • Gehen Sie mehrmals am Tag kürzere Strecken mit dem Tier spazieren. So bekommt der Hund regelmäßig Bewegung und hat zwischendurch Zeit, um sich auszuruhen und die Gelenke zu schonen. Auch das Gewicht Ihres Hundes sollten Sie im Auge behalten, da Übergewicht die Knochen zusätzlich belasten würde.
  • Wird der Hund beim Spaziergang nass, dann trocknen Sie sein Fell gut ab. Kälte und Nässe sind in der Regel nicht gut für Hunde, die an Arthrose leiden.
  • Zusätzlich kann Wärme für Ihren Hund hilfreich sein und sich positiv auf die Arthrose auswirken. Stellen Sie Ihren Hund das Körbchen an einen warmen Platz. Die Einlage in dem Körbchen sollte nicht zu weich sein, sondern einen festen Untergrund bieten.
  • Als ergänzende Therapie zu der Behandlung des Tierarztes und Ihren begleitenden Maßnahmen kann eine Physiotherapie oder auch Akupunktur die Arthrose positiv beeinflussen.
  • Auch zu Hause können Sie mit dem Hund trainieren und die Gelenke beweglich halten, indem Sie seine Gelenke leicht massieren und dafür sorgen, dass der Hund nicht mehrere Stunden am Stück liegt.
  • Mit einem an Arthrose erkrankten Hund können Sie keinen Hundesport wie Agility oder Flyball machen. Alles, was viel mit Laufen und Schnelligkeit zu tun hat, sollten Sie unterlassen.
  • Aber dennoch können Sie ihn sinnvoll auslasten. Sie können Schnüffelspiele veranstalten. Der Vorteil ist, dass das Tier bei solchen Übungen das Tempo selber bestimmen kann und es nicht auf Schnelligkeit, sondern auf Genauigkeit ankommt.

Mit gelenkkranken Hunden Schnüffelspiele veranstalten

Hunde freuen sich, wenn sie ihr bestes Organ - die Nase - einsetzen können. Schnüffeln macht sie geistig müde und sie müssen sich dabei nicht viel bewegen. Schnüffelspiele sind daher für Hunde mit Arthrose eine perfekte Beschäftigung.

  • Nehmen Sie gut riechende Leckerchen. Geben Sie Ihrem Hund am Anfang 1 - 2 Leckerchen einfach so, ohne dass er etwas dafür tun muss. So bringen Sie ihn auf den Geschmack, und wenn er mehr will, muss er sich dann anstrengen.
  • Wenn Sie im Wohnzimmer Leckerchen verstecken wollen, können Sie anfangs Ihren Hund dabei zusehen lassen, wo Sie die Leckerchen verstecken. Wenn er das Bleib-Kommando noch nicht zuverlässig beherrscht, sollten Sie ihn anbinden, während Sie das Leckerchen verstecken.
  • Klappt das gut, können Sie die Übung schwieriger gestalten, indem Sie drei verschiedene Stellen im Wohnzimmer anlaufen, das Leckerchen aber nur an einer Stelle wirklich verstecken. Somit täuschen Sie den Hund und er muss in jedem Fall seine Nase einsetzen, um das Leckerchen zu finden.
  • Kann oder darf sich Ihr Hund nicht viel bewegen, sollten Sie die Leckerchen vor seiner Nase verstecken. Dazu nehmen Sie ein großes Handtuch oder eine Decke. Legen Sie es auf den Boden und fassen Sie mit Ihrem Zeigefinger und Daumen genau in die Mitte der Decke und heben Sie sie hoch. Lassen Sie sie dann wieder fallen und in den entstandenen Falten können Sie die Leckerchen gut verstecken. Ihr Hund muss seine Nase auch hier einsetzen, um an die Leckerei zu kommen.
  • Hat Ihr Hund wirklich Spaß am Suchen, können Sie dann die Schwierigkeit noch weiter erhöhen, indem Sie die Leckerchen nicht nur auf dem Boden verstecken, sondern auch in der Höhe. Dieses gelingt am besten mit "klebenden" Leckerchen. Im Handel gibt es extra Leberwurst aus der Tube für Hunde zu kaufen. Machen Sie doch einmal einen Klecks Leberwurst in der Mitte eines Tischbeines. Ihr Hund wird sich zwar wundern, sich aber auch freuen.

Medikamente und Operation

  • Eine Dauertherapie mit bestimmten Schmerzmitteln kann eine Operation oft lange hinauszögern oder gar unnötig machen und Ihrem Hund dennoch das Leben erleichtern. Infrage kommen z.B. Medikamente mit den Wirkstoffen Firocoxib, Carprofen oder Meloxicam. Ihr Tierarzt wird Ihnen diese Medikamente mitgeben und Sie über mögliche Nebenwirkungen und Risiken informieren.
  • Bei der klassischen Ursache für eine Arthrose beim Hund, der Hüftgelenksdysplasie, stehen im Wesentlichen zwei Operationsmöglichkeiten zur Verfügung. Bei kleinen und leichten Hunden kann eine Femurkopfhalsresektion durchgeführt werden, wobei durch eine Unterbrechung des Kontakts zwischen Oberschenkelknochen und Becken eine Beseitigung der Schmerzhaftigkeit erreicht wird. Bei größeren Hunden entscheidet man sich hingegen eher für den Einsatz einer Hüftgelenksprothese. Fragen Sie auch hierzu bei Ihrem Tierarzt nach.

Hunde zeigen Schmerzen nicht so wie Menschen. Sie leiden eher still vor sich hin, denn Schwäche wird im Rudel als negativ angesehen. Beobachten Sie Ihren Hund daher genau und halten Sie sich strikt an die Anweisungen Ihres Tierarztes. Im Vordergrund sollte die Schmerzbehandlung stehen, damit Ihr Tier wieder Lebensqualität bekommt.

Weitere Autoren: Alexandra Muders, Verena Wiener, Sabine Gert-Schlühr

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