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Hufeisen - verschiedene Arten des Beschlags unter die Lupe genommen

Der richtige Beschlag eines Pferdes ist entscheidend für dessen Rittigkeit und Bewegung. Ein patentierter Hufschmied wird die Hufeisen für Ihr Pferd passend schmieden und jegliche Beschwerden mit einem speziellen Beschlag korrigieren. Legen Sie also Wert auf optimale Hufeisen, auch wenn diese eventuell nicht so günstig sind, denn nur über einen guten Huf kann ein guter Bewegungsablauf erfolgen.

Der Hufschmied kann Ihrem Pferd sehr helfen.
Der Hufschmied kann Ihrem Pferd sehr helfen. © Karl-Heinz_Laube / Pixelio

Wissenswertes zum Hufschmied

Der Beruf des Hufschmieds ist ein Handwerk mit sehr viel Eigenverantwortung, denn von seinen Entscheidungen und Fertigkeiten hängt das Wohl Ihres Pferdes ab.

  • Ein guter Hufschmied wird Ihrem Pferd nicht einfach nur neue Hufeisen verpassen. Er wird sich Ihr Pferd zunächst in der Bewegung anschauen wollen, um sich ein Bild von der Abhuffolge des Pferdes zu machen. Er wird Sie auch bitten, das Pferd gerade auf ihn zu bzw. von ihm wegzuführen. So kann er genau sehen, ob das Tier eventuell unterschiedlich belastet. Entsprechend wird er die Hufeisen so formen, dass es zu einer gleichmäßigen Belastung der Hufe über die gesamte Huffläche kommt.
  • Zur Arbeit eines Hufschmiedes gehört es auch, die Hufe korrekt auszuschneiden und bei Bedarf zu behandeln. Nicht selten haben Pferde durch eine vernachlässigte Hufpflege Strahlfäule oder brüchiges Hufhorn. In beiden Fällen kann der Schmied helfen, indem er die Fäulnis wegschneidet, den Huf desinfiziert und mit Hufharz versiegelt oder den Huf mit künstlichem Horn neu modelliert. In beiden Fällen wird er Sie in die weitere Hufpflege einweisen.

Verschiedene Hufeisen für unterschiedliche Verwendungszwecke

Die natürlichste Art für Pferde ist das Laufen ohne Hufeisen. Barhufer sind in der heutigen Zeit jedoch sehr selten, da hierfür ein enorm kräftiger Huf Bedingung ist. Zudem werden die Hufe während des Reitens stark beansprucht, sodass sich diese ohne Eisen zu schnell und nicht korrekt abnutzen würden.

  • Das klassische Hufeisen besteht aus Eisen, welches im Feuer in die richtige Form geschmiedet und anschließend heiß angepasst wird. Es gibt jedoch auch Kunststoffeisen, die besonders leicht sind, den Huf nicht verletzen, da sie geklebt werden und den Tastsinn des Pferdes über den Huf erhalten. Mit diesen Eisen soll ein Pferd den Boden unter seinen Hufen dennoch spüren können. Zudem haben Kunststoffeisen eine dämpfende und gelenkschonende Wirkung, sind aber deutlich teurer als Eisen aus Stahl.
  • Grundsätzlich unterscheiden sich Hufeisen zunächst an der Zahl und Position der Kappenaufzüge. Manche Eisen haben eine Zehenkappe vorne, manche zwei seitlich sitzende. Die vorne Sitzenden ermöglicht ein extremeres Abrollen und wird im Rennsport viel eingesetzt. Die seitlichen Kappen dienen häufig als Unterstützung bei spröden oder brüchigen Hufen.
  • Um eine gleichmäßige Abnutzung der Hufe zu erreichen, hat der Schmied mehrere Möglichkeiten, die Hufeisen zu verändern. Bei einer verlängerten Zehe wird das Eisen mit der offenen Seite nach vorne unter den Huf genagelt, so kann das Pferd die Zehe vermehrt abnutzen. Keileisen werden verwendet, um seitliche Fehlstellungen zu korrigieren. Hierbei verlaufen die Stege nach hinten hin ein- oder beidseitig keilförmig zu, je nach Art der Fehlstellung.
  • Ein geschlossenes Eisen verhindert eine zu starke Belastung im Ballenbereich und wird auch als medizinische Unterstützung bei beispielsweise einer Hufrollenveränderung oder dem Spat angewendet.
  • Pferde mit einer Veranlagung zum Bockhuf bekommen Hufeisen mit verkürzten Streben, sodass nur die Zehen geschont werden. Die Trachten werden bei dieser Art des Beschlags vermehrt belastet, was dem Bockhuf entgegen wirkt.
  • Ein Stegeisen entlastet die Trachten, da sich der eingearbeitete Steg von der Innenseite unter den Strahl schiebt.
  • Sogenannte Strahlbeineisen sind am hinteren Ende verstärkt und verbreitert, so entlasten Sie die tiefe Beugesehne, was wiederum den Druck auf das Strahlbein vermindert.

Spezialbeschlag für den Sport

  • Spring- und Vielseitigkeitsreiter lassen ihre Pferde gerne mit Stolleneisen beschlagen, um bei rutschigem Untergrund dennoch einen festen Absprung zu finden. Hier arbeitet der Schmied in die Hufeisen kleine Schraublöcher ein, in welche bei Bedarf die Stollen eingedreht werden können.
  • Beim Westernreiten unterstützen sogenannte Sliding-Eisen die Westernpferde bei ihren Sliding-Stops. Diese Eisen ragen weit über den hinteren Hufrand hinaus und garantieren so eine Schonung der empfindlichen Trachten bei gleichzeitiger Unterstützung eines langen Gleitweges.
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