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Hühnerkrankheiten - Wissenswertes zu den verschiedenen Erregern

Egal ob Freilandhaltung, Bodenhaltung oder im Käfig - die Geflügelproduktion mit dem Endprodukt Ei läuft nach wie vor auf Hochtouren. Eier können Sie in sehr vielen Lebensmitteln finden und Sie benötigen sie auch selbst in der Küche. Wenige Menschen machen sich allerdings Gedanken über eventuelle Hühnerkrankheiten, welche Behandlungen dahinterstecken und wie die Hühner vor Infektionserregern geschützt werden.

Meist sind Jungtiere befallen.
Meist sind Jungtiere befallen.

Bakterielle Infektionserreger von Hühnerkrankheiten

  • Hier ist als häufigster Erreger Salmonella gallinarum zu nennen. Das Bakterium ist eine Untergruppe der Salmonellen, mit denen sich auch der Mensch anstecken kann. Beim Huhn spricht man hier von "Weißer Kükenruhr". Die Übertragung erfolgt meist über das Ei. Die jungen geschlüpften Küken haben schwere Störungen des Allgemeinbefindens mit starkem Durchfall. In zahlreichen Fällen endet dies tödlich. Findet die Infektion erst nach dem Schlupf statt, so dauert die Inkubation (= Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Hühnerkrankheit) zwischen 2 und 5 Tage. Die Behandlung erfolgt mittels Sulfonamide (= eine Gruppe der Antibiotika). Mit diesen können Sie die Sterberate durch die Hühnerkrankheit eventuell etwas minimieren.
  • Ein weiteres Bakterium, das Hühnerkrankheiten auslöst, ist Mycobacterium avium. Das ist der Erreger der Tuberkulose beim Geflügel. Dieser Erreger ist sehr ansteckend und nicht leicht zu bemerken. Das Huhn weist eine Störung des Allgemeinbefindens, eine Abmagerung und eine Verminderung der Legeleistung auf. Der Erreger wird meist über den Magen-Darm-Kanal aufgenommen. Es treten in Milz, Darm und Leber einzelne, weiße Knoten auf. Leider gibt es keine Behandlung gegen dieses Bakterium. Mittels einer Blutuntersuchung können Sie die Infektion nachweisen.

Virale Erreger von Hühnerkrankheiten

  • Die sogenannte Geflügelpest, oder auch Vogelgrippe genannt, wird durch das aviäre Influenzavirus übertragen. Es ist ein Zoonoseerreger, das bedeutet, dass die Hühnerkrankheit vom Geflügel auf den Menschen übertragbar ist. Dadurch müssen Sie diese auch melden, falls Sie eine solche bemerken. Vor einigen Jahren sind diese Hühnerkrankheiten groß in den Medien gewesen, da diese als eine Epidemie bei Vögeln betrachtet wurde.
  • Des Weiteren gibt es noch die sogenannte Mareksche Krankheit der Hühner. Hierbei handelt es sich um eine meldepflichtige Tierseuche, welche durch ein Herpesvirus verursacht wird. Es kann eine Vermehrung der T-Lymphozyten in Eingeweiden, Gehirn, Muskulatur oder Haut nachgewiesen werden. Vor allem Jungtiere erkranken an diesem Virus, wobei die Sterberate mit dem Alter der Hühner abnimmt. Das Virus wird meist durch Einatmung der Partikel aufgenommen, tritt ins Blut und verursacht dann Lähmungen durch Befall der Nerven. Eine Bekämpfung dieser Hühnerkrankheiten ist nicht möglich. Es wird aber durch hygienische Maßnahmen verursacht, die Küken bestmöglich zu schützen. Bei Zuchthennen können Sie eine Schutzimpfung am ersten Lebenstag durchführen.

Parasitäre Erkrankungen der Hühner

  • Zu den Kokkzidiosen des Geflügels zählt der Erreger Eimeria tenella. Dieser ist ein Einzeller, welche die Blinddarmkokzidiose hervorruft. In ihrer akuten Form wird diese als "Rote Kükenruhr" bezeichnet. Im Verlauf der Infektion wird die Darmwand hyperämisch (= vermehrte Blutfülle in der Darmwand). Die Schleimhaut und die Muskulatur nehmen an Dicke zu. Bei einer massiven Infektion kommt es zu starken Blutungen, sodass innerliches Verbluten der Tiere auftritt. Bei weniger massiven Infektionen treten Durchfälle auf.
  • Der Besuch beim Tierarzt steht an und damit die Frage - muss der Hund wieder entwurmt …

  • Eine weitere Bedrohung stellt die Rote Vogelmilbe dar (= Dermanyssus gallinae). Dieser ist als Ektoparasit tagsüber meist in Verstecken zu finden und befällt erst nachts die Hühner und saugen dann Blut. Der Rhythmus der Nahrungsaufnahme ist hauptsächlich von der Temperatur abhängig. Starker Befall durch diese Hühnerkrankheiten verursacht Schreckhaftigkeit, Unruhe und auch eine erhebliche Legeleistungsminderung. Bekämpfen können Sie diese Milben mittels Akariziden oder Insektiziden.
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