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Honorarvertrag - das sollte er beinhalten

In einem Honorarvertrag regeln die Parteien die Details des Auftrags. Insbesondere die Honorarfrage steht im Mittelpunkt. Achten Sie in diesem Punkt unbedingt auf die Details. Teils sind in einer unauffälligen Sprache Kosten versteckt, die Sie kaum überprüfen können und Ihren Auftrag ungemein verteuern können.

Jeder Vertrag ist im Detail zu lesen.
Jeder Vertrag ist im Detail zu lesen.

Einen Honorarvertrag schließen Sie normalerweise mit einem Dienstleister ab, der freiberuflich tätig ist. Typische Beispiele sind Steuerberater, Rechtsanwälte, Architekten oder Unternehmensberater. Sie bieten ihre Dienstleistungen gegen Zahlung eines Honorars an.

Zentraler Punkt im Honorarvertrag ist die Berechnungsweise

Vereinbaren Sie im Vertrag, was der Dienstleister als Leistung genau erbringen soll. Je konkreter der Auftrag umschrieben und eingegrenzt ist, umso weniger bleibt Raum für Unstimmigkeiten.

  • Soweit der Dienstleister dem Standesrecht unterliegt, was bei Rechtsanwälten, Steuerberatern und Architekten der Fall ist, richtet sich die Gestaltung des Honorarvertrages nach standesrechtlichen Vorgaben. Insbesondere ist die Gebührenhöhe in einer eigenständigen Gebührenordnung geregelt. Lassen Sie sich also vorrechnen und erläutern, nach welcher gesetzlichen Vorgabe das Honorar berechnet wird.
  • Honorare werden pauschal, nach Stunden oder nach einem bestimmten Arbeitsanfall abgerechnet. Achten Sie darauf, dass die Bemessungsgrundlagen so konkret wie möglich dargestellt sind und einen für Sie nachvollziehbaren Berechnungsansatz liefern.
  • Achten Sie im Honorarvertrag darauf, ob Sie einen Vorschuss entrichten sollen. Vorschüsse sind gerade bei Freiberuflern durchaus üblich. Sie sollten aber angemessen sein. Keinesfalls sollten Sie das gesamte Honorar im Voraus bezahlen, da Sie keine Sicherheit haben, dass die Dienstleistung danach auch tatsächlich erbracht wird. Außerdem haben Sie dann immer ein Druckmittel in der Hand, das darauf abzielt, den Dienstleister zu guter Arbeit zu motivieren.

Setzen Sie den Vertrag mit Bedacht auf

  • Seien Sie vorsichtig, wenn der Dienstleister neben seinem eigentlichen Honorar noch zusätzlich Aufwendungsersatz abrechnen will, indem er Ihnen Telefonkosten, Kopiergeld, Kilometergeld oder sonstige angebliche Auslagen auferlegt. Sie können den Anfall dieser Kosten nur bedingt kontrollieren und sind auf die Ehrlichkeit und Fairness Ihres Auftragnehmers angewiesen. Lassen Sie sich jede Zahlung quittieren. Am sichersten ist es, wenn Sie Gelder überweisen.
  • Wenn Sie einen Immobilienmakler beauftragen, müssen Sie wissen, dass Makler grundsätzlich erfolgsorientiert arbeiten und ihre Provision nur dann abrechnen dürfen, wenn sie Ihnen das gewünschte Objekt tatsächlich vermittelt haben.
  • Immobilienmakler vereinbaren gerne Alleinaufträge. Sie dürfen dann keinen weiteren Makler beauftragen und sind der Kompetenz dieses Maklers ausgeliefert.
  • Grundsätzlich können Sie versuchen, Honorare immer als Erfolgsprovision zu vereinbaren. Bei Standesberufen ist dies allerdings in der Regel nicht möglich, da das Gesetz Erfolgsprovisionen für diese Berufe weitgehend verbietet. Außerdem ist zu bedenken, dass Sie einen Dienstleister meist nur dann richtig motivieren, wenn er ein Honorar erhält.
  • Klären Sie, ob das verlangte Honorar die gesetzliche Mehrwertsteuer beinhaltet oder ob diese zusätzlich zu bezahlen ist.
  • Vereinbaren Sie auch eine Kündigungsfrist oder legen Sie fest, dass der Vertrag nach dem Ablauf eines bestimmten Zeitraumes automatisch endet. Sie bleiben andernfalls zeitlich zu lange gebunden und müssen mit überraschenden Honorarforderungen rechnen.

Akzeptieren Sie keinen vollständigen Haftungsausschluss. Der Dienstleister kann seine Haftung für von ihm verursachte Fehler nicht ausschließen, wenn er diese vorsätzlich oder grob fahrlässig verursacht hat.

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