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Hörsturz - erkennen und vorbeugen

Ein Hörsturz ist ein ernstes Thema. Bleibt er unbehandelt, sind bleibende Schäden möglich. Erkennen Sie erste Anzeichen, sollten Sie sofort zum Arzt.

Achten Sie darauf, dass Sie Ihren Ohren nicht zu viel zumuten.
Achten Sie darauf, dass Sie Ihren Ohren nicht zu viel zumuten.

Hörsturz - Vorkommen und Klassifizierung

Der Hörsturz, auch Ohrinfarkt genannt, macht keinen Halt vor dem Alter und so steigt die Anzahl der Erkrankung von unter 60-Jährigen an. Ebenso rapide steigt die Anzahl von erkrankten Kindern und Jugendlichen, die an einem Hörsturz erkranken.

In Deutschland erkranken in einem Zeitraum von einem Jahr etwa 250 bis 400 Personen an einem Hörsturz. Statistiken belegen, dass die Zahl der Erkrankungen stetig ansteigt und in den nächsten Jahren weiter zunehmen wird. Vor einigen Jahren kam die Erkrankung überwiegend im Personenkreis der 50-Jährigen vor.

Bei einem Hörsturz kommt es zu einem plötzlich und ohne Vorwarnung auftretenden akuten Ereignis. Infolge der Erkrankung können Sie von einer leichten Hörminderung bis hin zur kompletten Taubheit alle Stadien durchlaufen. Es ist überwiegend ein Ohr betroffen, in Ausnahmefallen können Sie auch an beiden Ohren Symptome wahrnehmen.

Der HNO-Arzt kann einen Hörsturz mit einer speziellen Messtechnik (Tonschwellen-Audiometrie) erkennen und klassifizieren. Durch diese Untersuchung kann Ihr Arzt den Hörsturz in verschiedene Bereiche einteilen:

  • Mittelton-Innenohr-Schwerhörigkeit
  • Hochton-Innenohr Schwerhörigkeit
  • Tiefton-Innenohr-Schwerhörigkeit
  • pantonale Innenohr-Schwerhörigkeit
  • vollständige Schwerhörigkeit

Die Erkrankung verstehen und erkennen

Der genaue Grund für die Erkrankung konnte bis dato nicht eindeutig nachgewiesen werden. Es wird darüber spekuliert, dass ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren der Auslöser sind. Im wesentlichen Sinne handelt es sich bei dem Krankheitsbild um eine Durchblutungsstörung im Innenohr.

Die Sinneszellen (Haarzellen), die für das Innenohr zuständig sind, wandeln Geräusche in elektrische Impulse um. Das umgewandelte Signal wird über den Hörnerv zum Hörzentrum im Gehirn weitergeleitet. Die Haarzellen werden von kleinen Venen mit Nähr- und Sauerstoff versorgt. Kommt es zu einer Durchblutungsstörung in diesem Bereich, werden die Zellen geschädigt und beeinträchtigt. Daraus resultiert in den meisten Fällen ein Hörsturz oder ein Hörverlust.

Eine andere Ursache, die zu Defekten der Gefäßdurchblutung führt, ist die Bildung von sogenannten Thromben (Blutgerinnseln). Die Blutgerinnsel tragen dazu bei, dass das Gefäß verschließt und es zum Absterben von Sinneszellen kommt. Dies kann wiederum einen Hörsturz auslösen.

Die folgenden Faktoren sollten nicht vernachlässigt werden, da diese ebenfalls einen Hörsturz auslösen können:

  • Bluthochdruck
  • Autoimmunerkrankungen
  • traumatische Verletzung des Ohrs (Durchtrennung der Wand zwischen Paukenhöhle und Innenohr)
  • Tumorerkrankung im Bereich des Ohres (Akustikusneurinom)
  • Lärm
  • Stress
  • allgemeine Herz-Kreislauferkrankungen
  • Viruserkrankungen

Bei einem Hörsturz können Sie gleichzeitig an Ohrgeräuschen (= Tinnitus) leiden, welche sich durch Piepsen oder Pfeifen als Dauerton in einem Ohr bemerkbar machen. Ebenfalls können Sie ein dumpfes Gefühl im Ohr verspüren. Weitere Symptome wie Schwindelanfälle oder Übelkeit sind möglich.

Schutz vor einem Hörsturz

Sie können sich gegen einen Hörsturz schützen, indem Sie gesünder leben. Stellen Sie die Ernährung um, damit Ihr Cholesterinspiegel sinkt beziehungsweise niedrig bleibt. Essen Sie täglich frisches Obst und Gemüse, damit Sie alle nötigen Vitamine zu sich nehmen.

Versuchen Sie eine ruhige und ausgeglichene Situation für sich zu schaffen. Denn Stress begünstigt in manchen Fällen einen Hörsturz. Gehen Sie stressige Situationen langsam und überlegt an. Gönnen Sie sich genügend Auszeiten und sorgen für einen geistigen Ausgleich - diesen finden Sie am besten im Yoga, autogenen Training sowie im Pilates.

Um eine Hörminderung zu vermeiden, verzichten Sie am besten auf extreme Lautstärken. Sollten Sie einen lauten Arbeitsplatz haben, schützen Sie sich ausreichend. 

Was tun nach einem Hörsturz?

Haben Sie bereits einen Hörsturz erlitten, meiden Sie stressige sowie lärmende Situationen, damit die Sinneszellen im Innenohr nicht weiter beschädigt werden. Die folgenden Tipps helfen, Ihr Hörvermögen zu schützen:

  • Meiden Sie extreme Lautstärke (Disco o.ä.).
  • Schützen Sie sich vor lauten Geräuschen bei der Arbeit.
  • Erlernen Sie Entspannungstechniken wie Yoga, autogenes Training oder Pilates.
  • Treiben Sie ausreichend Sport.
  • Lernen Sie Konflikte zu lösen, um unnötigen Stress zu vermeiden.
  • Gehen Sie regelmäßig zu Ihrem Hausarzt und lassen Sie Ihre Blutwerte überprüfen.
  • Ernähren Sie sich gesund und nehmen Sie ausreichend Vitamine ein, um Ihr Immunsystem zu stärken.
  • Vermeiden Sie Nikotin und Alkohol.

Hörsturz - immer ernst nehmen!

Die Schädigung kann zu unliebsamen Ohrgeräuschen, zu einem (chronischen) Tinnitus oder im schlimmsten Fall zum Verlust des Hörvermögens führen. Um sich gezielt zu schützen ist nicht nur die Akustik zu beachten, sondern auch Ihr Lebenswandel.

Sobald Sie erste Anzeichen eines Hörsturzes erkennen, gehen Sie zu einem HNO-Arzt, damit dieser umgehend mit der Behandlung beginnen kann. Je schneller begonnen wird, desto geringer sind Folgeschäden und Folgeerkrankungen.

Wenn Sie sich oft gestresst fühlen, wird es Zeit die Notbremse zu ziehen. Denn andauernde Stresssituation können im schlimmsten Fall zu einem anhaltenden Hörverlust führen.

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