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Hochwasser - Ursachen für die Entstehung

Hochwasser - Ursachen für die Entstehung3:20
Video von Jojo Hansen3:20

Alles hat seine Ursache. Allzu oft ist es der Mensch. Auch Hochwasser ist als Naturkatasstrophe vielfach menschengemacht. Seine Ursachen sind vielfältig.

Die Wetterlage Anfang Juni 2013 führte zu einer Hochwasserlage ungeahnten Ausmaßes. Insbesondere in Bayern, Sachsen, Thüringen und Oberösterreich traten die Flüsse über die Ufer und überfluteten Städte, Dörfer und Landschaften. Letztlich sind die Ursachen immer die Gleichen.

Nicht der Regen allein verursacht Hochwasser

  • Auch früher gab es Hochwasser. Wir erinnern uns an das letzte Hochwasser in Ostdeutschland in 2002. Primäre Ursache war und ist auch heute noch Regen. Regenwasser versickert normalerweise im Boden oder wird über die Flüsse abgeführt.
  • Heute sind große Teile unserer Bodenflächen versiegelt und verhindern, dass das Regenwasser in das Erdreich versickert. Auch wenn der Prozentsatz der in Deutschland überbauten Flächen (Gebäude, Straßen) im Verhältnis zur Gesamtfläche relativ gering ist, ist es doch so, dass sich auf diesen Flächen das Regenwasser staut und alternative Abflusswege suchen muss. Es kann schlicht nicht mehr versickern. Vielmehr muss es über die Kanalisation abgeführt werden und landet letztlich wieder in Bächen und Flüssen. Und damit entsteht das nächste Problem.

Die Flüsse dürfen nicht mehr mäandern

  • Früher mäanderten die Flüsse durch die Landschaft. Heute sind sie an den Ufern befestigt und begradigt. Dadurch, dass sie mäanderten, sich also in Schlangenlinien durch die Landschaft zogen, konnten Sie über weite Flächen das aufgenommene Regenwasser an die Umgebung abgeben. Heute stauen sich die Wassermengen im geradlinigen Flusslauf.
  • Hinzu kommt, dass die Flussufer so befestigt sind, dass das Wasser auch in den Uferbereich nicht mehr hineinsickern kann. Es wird also in den Flusslauf hineingedrängt und dort staut es sich zusätzlich. Es kann nur noch in gerader Linie nach vorne in einer Richtung ablaufen.
  • Der afrikanische Nil ist mit beinahe 7000 Kilometern Länge der längste Fluss der Welt. …

  • Gleichermaßen wird ein Fluss über seine Nebenflüsse, die das gleiche Schicksal, wie er selbst erlitten haben, mit Regenwasser gespeist. Der Fluss kann aber nur begrenzte Mengen von Wasser in Richtung Meer abführen. Also staut es sich im Fluss. Irgendwann tritt die Wassermenge über die Ufer und über die Deiche. Das Wasser verteilt sich im Umland und überflutet die Landschaft.

Die Regenmengen scheinen zuzunehmen

  • Hinzu kommt, dass die primäre Ursache Regen offensichtlich in verstärktem Maße auftritt. Sicherlich hat es auch früher geregnet. Die Wassermassen, die im Juni 2013 vom Himmel fielen, waren aber derart außergewöhnlich, dass sie nicht mehr in das Schema eines gewöhnlichen Wettergeschehens einzuordnen sind. In Verbindung mit den landschaftlichen Gegebenheiten entsteht Hochwasser.
  • Ursache ist eine sogenannte Fünf-B-Wetterlage. Dadurch ziehen Tiefdruckgebiete nicht von West nach Ost über uns hinweg, sondern nehmen einen Umweg über Spanien, das Mittelmeer, den Golf von Genua und über die Alpen in nordöstliche Richtung. Diese Wetterlagen gab es zwar auch in der Vergangenheit, wohl aber nicht in dieser Häufigkeit und Intensität.
  • Die Stadt Grimma wurde durch die Hochwassermassen bereits 2002 zerstört, wiederaufgebaut und sah sich im Juni 2013 einer noch schlimmeren Zerstörung ausgesetzt.

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