Sie gehen vielen Hobbys nach? Prima. Heben diese Ihre Fähigkeiten und Vorzüge in Ihrem neuen Job hervor? Denn nur in so einem Fall sollten Sie Ihre Interessen in Ihrer Bewerbung, sprich im Lebenslauf, mit angeben.
- 08.11.2011 Heike Stein
Hobbys und Interessen im Lebenslauf
- In einer Bewerbung wird oftmals erwartet, dass der Bewerber sich offenbart und alle Informationen über sich preisgibt. Doch bei der schriftlichen Bewerbung sollten Sie sich in erster Linie auf Ihre beruflichen Qualifikationen und Fähigkeiten beschränken. Ein Lebenslauf, der mit einer endlosen Liste an Hobbys aufwartet, erweckt nicht immer einen seriösen Eindruck.
- Verfügen Sie über ein außergewöhnliches Talent, das sie Ihr Steckenpferd nennen, sollten Sie es unter Umständen erst im persönlichen Vorstellungsgespräch erwähnen. Treten Sie es im Vorfeld schon breit, verliert es ggfs. seinen Reiz und wird im Vorstellungsgespräch nicht wieder aufgegriffen. Hobbys, die erst im persönlichen Gespräch erwähnt werden, können zudem durch Ihre physische Präsenz an Bedeutung gewinnen.
- Ehrenamtliche und soziale Aktivitäten sollten Sie in jedem Fall in Ihren Lebenslauf einfügen. Denn diese bescheinigen Ihnen - im Gegensatz zu gewöhnlichen Hobbys - berufliche Qualifikationen, die einen positiven Einfluss auf Ihre Bewerbungschancen nehmen können.
- Geben Sie in Ihrer Bewerbung primär Interessen an, die für Ihre Arbeit von Belang sind. Diese sollten im besten Falle Ihre beruflichen Qualifikationen untermauern.
Die richtige Bewerbung - Freizeitfallen vermeiden
Eine wahllose Interessenauflistung innerhalb einer Bewerbung kann sich negativ auf Ihre Chancen auswirken.
- Vermeiden Sie die Erwähnung gefährlicher Hobbys wie etwa Bungeespringen oder Kickboxen in Ihrer Bewerbung, um bei Ihrem potenziellen Arbeitgeber nicht als Risikokandidat bei den Sozialabgaben wie etwa der Krankenversicherung eingestuft zu werden.
- In sehr konservativen Berufen sollten Sie mit der Angabe von außergewöhnlichen Hobbys wie etwa der Travestie vorsichtig sein. In sehr seriösen Berufsfeldern achten viele Arbeitgeber auch auf Ihr außerberufliches Image und stehen solchen Interessen skeptisch gegenüber.
- Bei Ihrer Bewerbung sollten Sie der Devise "weniger ist mehr" vertrauen: Eine große Anzahl an Freizeitaktivitäten schließt zwar auf eine aktive Lebensführung, doch könnte Ihr potenzieller Chef annehmen, dass diese Sie von Ihren beruflichen Verpflichtungen ablenken könnten. Punkten Sie stattdessen lieber mit Ihren beruflichen und sozialen Kompetenzen.
- Die Erfahrung lehrt, dass Sie die erste Hürde einer Bewerbung sicherer schaffen, wenn Sie sich lediglich auf Ihre beruflichen Bilanzen und sozialen Kompetenzen statt auf Ihre Freizeitaktivitäten stützen.
- Erwähnen Sie daher Ihre Hobbys nur, wenn Ihre Freizeitaktivitäten sich mit Ihren beruflichen Interessen verbinden lassen. Tätigkeiten, die Sie beispielsweise am Wochenende oder in Ihrem Urlaub ausführen, gehen Ihren potenziellen Chef im Übrigen nichts an.
- Spätestens im Vorstellungsgespräch werden Sie sicherlich auch nach Ihren Steckenpferden gefragt; vielleicht besitzen Sie das Glück und teilen mit Ihrem Gegenüber ein gemeinsames Hobby?! So könnte eine kleine Fachsimpelei für eine entspannte Atmosphäre sorgen und Sie beide näher bringen; denn Gemeinsamkeiten verbinden.
- Vermeiden Sie es jedoch allzu euphorisch über Ihre Freizeitaktivitäten zu sprechen: Dies könnte bei Ihrem Gegenüber den Eindruck erwecken, dass Ihnen persönliche Interessen weitaus wichtiger sind als Ihre beruflichen Aufgaben.
- Hobbys komplettieren lediglich Ihr Bild als Jobbewerber. Für die Einstellung sind diese jedoch keinesfalls ausschlaggebend. Desto mehr Erfahrungen Sie in Ihrem Beruf mitbringen, desto kürzer sollten die Liste Ihrer Hobbys halten. Interessen, die Rückschlüsse auf Ihre Persönlichkeit zulassen, und etwas über Ihre soziale Kompetenz verraten, können Sie jedoch erwähnen.
- Hierbei ist darauf zu achten, dass Ihre genannten Hobbys nicht an Aktualität verloren haben. Aktivitäten, die Sie zuletzt vor etlichen Jahren ausgeführt haben, gehören nicht in Ihre Bewerbung hinein. Bereiten Sie sich zudem auf mögliche Fragen seitens des Personalers bzgl. Ihrer Interessengebiete vor.