Hip-Hop-Tanz - so bewegen Sie sich zu Black Music

Beim Hip-hop-Tanz sollte kein Kalk in den Knochen rieseln. Beim Hip-hop-Tanz sollte kein Kalk in den Knochen rieseln.
Hip-Hop ist nicht nur die Bezeichnung für eine Musikrichtung, sondern auch für eine Jugendkultur aus Tanz, DJing und Graffiti. Sich richtig zum Hip-Hop zu bewegen verlangt viel Körperbeherrschung und oft akrobatisches Geschick. Anders als der argentinische Tango ist das wahrlich kein Tanz für ältere Menschen.
Nora D. Augustin
09.03.2011 Nora D. Augustin

Der Hip-Hop-Tanz kennte viele verschiedene Tanzstile, charakteristisch aber sind "breaking" (B-boying, Breakdance), "locking" and "popping".

Charakteristische Bewegungen beim Hip-Hop

  1. Beim "Locking" müssen Sie eine schnelle Bewegung plötzlich einfrieren und in einer bestimmten Position für einen kurzen Moment innehalten und dann mit derselben Schnelligkeit wie zuvor die Bewegungen weiter ausführen. Sie müssen die Bewegungen raumgreifend und übertrieben vollführen, außerdem deutlich rhythmisch und oft sehr an der Musik orientiert. Wenn Sie das Publikum mit einbeziehen, ist das keinesfalls ein Stilbruch. Ziehen Sie sich farbenfroh an, Streifen passen, auch Hosenträger sind charakteristisch für die Kleidung eines "lockers".
  2. Sie sollten auch den Breakdance beherrschen. Er besteht im wesentlichen aus vier Elementen. Beim "toprock" führen Sie eine Schrittkombination im Stehen aus. Beim "downrock" - auch  "footwork" oder "floorwork" (Fuß - oder Boden-Arbeit) genannt - tragen Ihre Hände Sie wie Ihre Füße. Wenn Sie "power moves" ausführen, dann zeigen Sie akrobatische Bewegungen, bei denen Sie die Schwungkraft ausnutzen, sowie durch Schnelligkeit, Ausdauer, Kraft und Körperbeherrschung beeindrucken. Bei den "power moves" trägt Sie normalerweise Ihr Oberkörper und mit dem übrigen Körper führen Sie kreisende Bewegungen aus, etwa den "head spin" (auf dem Kopf kreiselnd). Manche Bewegungen sind den Kampfsportarten entlehnt. Wenn Sie sogenannte "freezes" machen, dann halten Sie (etwa auf einer Hand nur stehend) in oft komplizierten Positionen inne, als frören Sie ein. Und wenn Sie "suicides" vollführen (in etwa: selbstmörderische Bewegungen) wollen, dann unterstreichen Sie, wie bei den "freezes", einen starken Beat und das Ende einer Bewegungsabfolge. Anders als bei den "freezes" müssen Sie dabei das Herunterfallen oder den Kontrollverlust tanzen und auf Ihrem Bauch oder Rücken gekonnt landen. Je schmerzhafter Sie den angeblichen Selbstmord tanzend ausführen, desto eindrucksvoller gelingt Ihnen die Bewegung.
  3. Beim "popping" müssen Sie eine Tanztechnik beherrschen, bei der Sie es schaffen, Ihre Muskeln schnell kontrahieren und wieder entspannen zu lassen. Es soll den Anschein haben, als laufe eine zuckende Erschütterung durch Ihren Körper.

Haltung und Stil beim Tanz zu Black Music

  1. Das A und O ist es, den Rhythmus zu beherrschen. Ohne das charakteristische Hüpfen, Dopsen oder wie man es nennen mag, ist ein wirklicher Hip-Hop-Tanzen undenkbar. Das englische Wort "hop" heißt nicht von ungefähr "Hopser".
  2. Im Vergleich zu vielen anderen Tänzen - den zeremoniellen Tänzen Indiens oder dem klassischen Ballett - werden die Bewegungen schnell hintereinander ausgeführt und verlangen oft eine extreme Körperbeherrschung und einen trainierten Tänzer. Wenn Sie wach im Kopf sind, hilft das.
  3. Ein wesentliches Charakteristikum des Hip-Hop-Tanzes ist seine Coolness. Sie müssen sich unbedingt cool finden, besser: es sein, wenn Sie Hip-Hop tanzen. Etwas Liebliches hat der Hip-Hop-Tanz überhaupt nicht.
  4. Viele Bewegungen verlangen Hosen, d.h. in Röcken können sie nicht stilgerecht ausgeführt werden; auch Turnschuhe oder Straßenschuhe sind notwendig, weil sie einen festen Stand und Halt auf dem Boden finden müssen. Außerdem erleichtern Ihnen die entsprechenden Schuhe die oben erwähnte Aufdopsbewegung. Viele Bewegungen berücksichtigen die typische Kopfbedeckung (Schirmmütze).
  5. Der Hip-Hop-Tanz wirkt oft - vor allem auf ältere Generationen - frech, herausfordernd und oft auch etwas derb. Es gibt beispielsweise eine Bewegung, bei der mit einer Hüfte ins Publikum gekickt wird und gleich darauf kehrt man dem Publikum den Rücken und sagt damit tatsächlich so etwas wie "Leckt mich".
  6. Der Hip-Hop-Tanz ist auch immer wieder deutlich sexy, und zwar auf eine aggressive Art, etwa wenn eine Frau sich selbst mit der Hand ihre eigen Brust krallt. Aber machen Sie diese Bewegung nur ganz kurz, dass man sie kaum wahrnimmt, damit es nicht peinlich wird.
  7. Die Bewegungen ähneln denen, die man auf der Straße sieht. Viele Bewegungen haben ihren Ursprung in den Bewegungen, die schwarze Kids auf den Straßen von Ghettos sahen.
  8. Die Kleidung ist beim Hip-Hop-Tanz wichtig und wie bei allen Tänzen, die überzeugend getanzt werden, sind Körper, Kleidung und Musik eins, das heißt, es macht wenig Sinn, den Fuß in einem Turnschuh zu stecken oder sich auf die Spitzen zu stellen wie beim Ballett, weil das beim Hip-Hop dann einfach wie eine Karikatur oder schlichtweg völlig daneben aussieht.
  9. Und zu guter Letzt sollten Sie eine der charakteristischsten Tanzfiguren beim Hip-Hop beherrschen: den Moonwalk. Er gehört unbedingt zum Hip-Hop-Tanz. Michael Jackson beherrschte ihn fantastisch gut. Die Bezeichnung "Moonwalk" heißt so viel wie "Mondgang". Charakteristisch für den Moonwalk ist, dass Ihre Beinbewegung so aussieht, als würden Sie vorwärts laufen, aber tatsächlich bewegen Sie sich rückwärts.
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