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Hepatitis-Impfung auffrischen - wichtige Hinweise

Infektionen mit Hepatitisviren können zu einer akuten Hepatitis mit Leberversagen führen oder aber in eine chronische Verlaufsform übergehen, die zu Leberzirrhose und einem Leberkarzinom führen kann. Eine Impfung gegen Hepatitis A und B ist möglich, man muss sie jedoch in regelmäßigen Abständen auffrischen lassen. Im Folgenden erfahren Sie mehr über die Impf-Empfehlungen des Robert Koch Instituts (RKI), das hierzulande u.a. federführend bei der Prävention von Infektionserkrankungen ist (Stand Juli 2010).

Impfungen können Leben retten.
Impfungen können Leben retten.

Hepatitis kann jeden treffen

Eine Hepatitis ist keine exotische Erkrankung, auch in Deutschland ist man einem Infektionsrisiko ausgesetzt.

  • Hepatitis A ist eine Infektionserkrankung, die auf fäkal-oralem Weg übertragen wird. Besonders gefährdet sind Sie, wenn Sie sich in Ländern mit mangelhaften hygienischen Verhältnissen aufhalten. Prinzipiell können Sie sich eine Hepatitis A aber auch in Deutschland zuziehen. Zu den Risikogruppen gehören Homosexuelle, Drogenabhängige, Personen, die in Kindertagesstätten u. Ä. tätig sind oder mit der Abwasserentsorgung zu tun haben wie zum Beispiel Kanalarbeiter.
  • Wenn Sie sich mit Hepatitis A infiziert haben sollten, werden Sie häufig gar nichts davon bemerken, da die Erkrankung in den meisten Fällen sehr mild verläuft und zum Beispiel die Symptome eines grippalen Infekts nachahmt. Fast immer heilt die Hepatitis A spontan aus, sie verläuft im Gegensatz zu Hepatitis B prinzipiell nicht chronisch und hinterlässt eine lebenslange Immunität gegen eine erneute Hepatitis A-Infektion. Unglückliche Krankheitsverläufe mit Todesfällen sind zwar möglich, gehören aber zu den Raritäten.
  • Eine Hepatitis B können Sie sich zuziehen, wenn Sie mit Blut, Blutbestandteilen und Körpersekreten eines Hepatitis B-Infizierten in Kontakt kommen und diese Substanzen in Ihren eigenen Blutkreislauf gelangen. Zu den Risikogruppen gehören Drogenabhängige (gemeinsame Benutzung von Spritzen), Personen mit häufig wechselnden Sexualpartnern, nicht geimpftes medizinisches Personal (versehentliche Verletzung mit benutzten Spritzenkanülen, Skalpellen), aber auch Bluter, die öfter mal Bluttransfusionen benötigen, sowie Dialysepatienten.
  • Eine Hepatitis B ist eine äußerst ernsthafte Erkrankung, die in vielen Fällen chronisch verläuft, zu Leberzirrhose und Leberkrebs führen kann. Zudem besteht die Gefahr, dass das Sie lebenslang infektiös sind und ohne Vorsichtsmaßnahmen andere Menschen anstecken können.

Wann man die Impfung auffrischen lassen muss

  • Eine Impfung gegen Hepatitis A ist sinnvoll, wenn Sie sich einem erhöhten Infektionsrisiko aussetzen. Dazu gehören Personen mit häufig wechselnden Sexualpartnern, Bluter, Bewohner von psychiatrischen Einrichtungen u. Ä., Mitarbeiter von Gesundheitseinrichtungen, Kanalisations-/Klärwerksarbeiter, Mitarbeiter von Kindertagesstätten und Kinderheimen.
  • Eine Impfung gegen Hepatitis A ist auch sinnvoll, wenn Sie sich auf Auslandsreise begeben und Länder besuchen, die einen hohen Durchseuchungsgrad mit Hepatitis A aufweisen.
  • Wenn Sie sich gegen Hepatitis A impfen lassen wollen, erhalten Sie zwei Impfdosen intramuskulär injiziert im Abstand von mehreren Monaten; die Impfabstände hängen vom Impfstoff-Hersteller ab und können variieren.
  • Bereits nach der ersten Injektion besteht bei über 80 % der Geimpften ein ausreichender Infektionsschutz gegenüber Hepatitis A. Sollten Sie sich also kurzfristig für einen Urlaubstrip in die Tropen entscheiden, dann nehmen Sie wenigstens die erste Impfung mit und komplettieren die Impfung nach Ihrer Rückkehr.
  • Nach einer erfolgreichen Hepatitis A-Impfung werden Sie voraussichtlich erst nach 20 Jahren den Impfschutz auffrischen lassen müssen. Eine Blutuntersuchung zur Prüfung, ob die Impfung erfolgreich war, ist nicht erforderlich.
  • Ob Sie schon einmal mit Hepatitis A infiziert waren, zum Beispiel als Kind, kann vor einer Impfung getestet werden, wird vom Robert Koch Institut jedoch nicht prinzipiell empfohlen. Sinnvoll ist es lediglich bei Personen, die vor 1950 geboren worden sind oder die länger in Ländern gelebt haben, in denen Hepatitis A sehr verbreitet ist.
  • Wenn Sie sich für eine Hepatitis A Impfung entscheiden sollten, dann ist dies auch die Gelegenheit gleichzeitig eine Impfung gegen Hepatitis B durchführen zu lassen. Es stehen Kombinationsimpfstoffe gegen Hepatitis A und B, Keuchhusten, Diphtherie, Tetanus und Polio (Kinderlähmung) zur Verfügung. In diesem Fall sind drei Impfungen erforderlich: nach der Erstimpfung sind weitere Impfungen meist nach einem und sechs Monaten erforderlich, auch hier gelten die Empfehlungen des Impfstoff-Herstellers.
  • Das Robert Koch Institut empfiehlt seit 1995 die Hepatitis B-Impfung für alle, also auch für Ihre Kinder.
  • Gegen Hepatitis B sollten Sie sich unbedingt impfen lassen, wenn Sie zu folgenden Risikogruppen gehören: das sind einmal die Risikogruppen, die auch für die Hepatitis A-Impfung gelten (siehe oben), wenn Sie Kontakt mit Hepatitis B-Infizierten innerhalb der Familie, in Wohngemeinschaft oder am Arbeitsplatz haben, bei Drogenabhängigkeit und Gefängnisaufenthalten.
  • Nach der Grundimmunisierung dürfen Sie von einem Impfschutz ausgehen, der bei über 95 % liegt, weshalb eine Kontrolle auf ausreichendem Impfschutz nicht erforderlich ist, sofern Sie keiner speziellen Risikogruppe angehören, jünger als 40 Jahre und gesund sind. Zudem ist ein Auffrischen Ihres Impfschutzes voraussichtlich erst nach 10-15 Jahren erforderlich.
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