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Heizsysteme im Überblick

Steigende Kosten für Strom, Heizöl und Gas sollten Sie zum Anlass nehmen, über die verschiedenen Heizsysteme nachzudenken. Es gibt gute Alternativen zu Nachtspeicheröfen und Etagenheizungen mit Kombithermen. Verschaffen Sie sich einen Überblick, viele Heizungen können sogar die Stromkosten senken.

Planen Sie das Dach für die Heizung ein.
Planen Sie das Dach für die Heizung ein.

Bei Strom sind nicht nur die Stromkosten zu bedenken

Strom für das Heizen zu nutzen, ist ökologisch kaum sinnvoll, denn bei der Erzeugung des Stroms entsteht meist Wärme, die auch bei modernen Anlagen nie völlig genutzt wird.

  • Als Endabnehmer haben Sie nicht immer eine Möglichkeit, auf die Art der Stromerzeugung Einfluss zu nehmen. Günstiger Strom für Nachtspeicherheizungen wird meist nur vom Grundversorger angeboten. Tarife bei denen Sie bestimmen, aus welcher Quelle die Energie kommt bedeuten im Vergleich dazu hohe Stromkosten.
  • Das für 2019 beschlossene Verbot für Nachtspeicherheizungen wurde 2013 wieder aufgehoben. Diese Gesetzesänderungen ist umstritten, Umweltschützer unterstellen, dass sie auf Druck der Stromkonzerne zustande kam. Sie sollten auf jeden Fall über eine Alternative nachdenken. Heizen mit Strom ist nur in wenigen Ausnahmefällen sinnvoll, wenn der Strom direkt bei Ihnen erzeugt wird.

Heizöl und andere Brennstoffe

Die Entscheidung, ob und welche Brennstoffe Sie für die Erzeugung von Wärme verwenden wollen, sollte gut überlegt werden. Generell gilt: Es gibt keinen Energieträger, dessen Verbrennung ohne Probleme für die Umwelt möglich ist.

  • Zwei Argumente sprechen grundsätzlich gegen Kohle, Heizöl und Erdgas. Der Vorrat dieser Energieträger ist begrenzt. Zumindest Kohle und Heizöl werden für viele chemische Erzeugnisse benötigt und sind zu wertvoll zum Verbrennen. Das andere Argument gegen fossile Energieträger ist die CO2 Bilanz: Durch das Verbrennen entsteht Treibhausgas.
  • Erneuerbare Energieträger haben den Vorteil, zeitnah erzeugt werden zu können. Aber auch solche Brennstoffe haben langfristig Nachteile. Egal ob Biogas aus der Vergärung von Pflanzen, Scheitholz oder Pellets, die dafür benötigten Pflanzen müssen irgendwo auf dem Planeten wachsen. Dies geschieht oft unter Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Außerdem werden Flächen, auf denen Nahrungsmittel erzeugt werden könnten, zum Anbau von Pflanzen verwendet, die verbrannt werden. Lediglich die CO2 Bilanz spricht für diese Brennstoffe, denn beim Wachsen der Pflanzen wandeln sie Kohlendioxid in Sauerstoff um.

Alle Heizsysteme mit Brennstoffen bieten in der Regel einen hohen Komfort. Selbst das Heizen mit Scheitholz bedeutet in einer modernen Anlage keinen körperlichen Kraftakt. Da aber Verbrennung ganz allgemein problematisch ist, sollten Sie Systeme verwenden, bei denen so wenig wie möglich Brennstoff eingesetzt werden muss.

Moderner Ersatz für herkömmliche Heizungen und Nachtspeicheröfen

Entscheiden Sie sich für einen Brennwertkessel, um die Energie des Brennstoffs voll auszunutzen.

  • Meist ist es am sinnvollsten, das Dach für die Solarthermie zu verwenden. Langfristig bringt Ihnen die Ersparnis von Brennstoff mehr, als der Verkauf von Strom. Technisch ist es kein Problem, solche Anlagen mit Windmodulen zur Stromerzeugung zu kombinieren.
  • KWK, also die Kraft-Wärme-Kopplung kann in Häusern über ein Miniblockheizkraftwerk umgesetzt werden. Der Einsatz des Blockheizkraftwerks ist nur sinnvoll, wenn genügend Wärme benötigt wird, denn die Stromerzeugung läuft als eine Art Abfallprodukt der Wärmeerzeugung. Bei einem gut isolierten Haus mit Sonnenkollektoren auf dem Dach wird die Heizung nur selten zur Wärmeerzeugung benötigt, also liefert das Kraftwerk nur wenig Strom.
  • Wärmepumpen können den Bedarf an Brennstoff für die Wärmeerzeugung senken oder überflüssig machen. Sie nutzen bei diesen Heizsystemen die Erdwärme (Geothermie) oder die Wärme von Grundwasser bzw. der Luft.

Ein sinnvolles Heizsystem basiert auf der Kombination verschiedener Systeme. Versuchen Sie, wenn baulich möglich immer die Sonne und den Wind mit einzubeziehen.

Kombitherme, Etagenheizung und Zentralheizung

Leider gibt es keine eierlegende Wollmilchsau unter den Heizsystemen. Jedes hat vor und Nachteile, daher gilt es diese immer im Einzelfall gegeneinander abzuwägen.

  • Eine Etagenheizung hat den Vorteil, dass nur wenige Leitungen zu verlegen sind. Die Wärme wird dort erzeugt, wo sie gebraucht wird, daher gibt es keine Probleme mit Wärmeverlusten in Wänden oder unbeheizten Räumen. Allerdings werden diese Heizungen immer mit Gas betrieben, bisher gibt es keine Alternativen auf dem Markt.
  • Eine sogenannte Kombitherme erzeugt zusätzlich warmes Wasser in einem Durchlauferhitzer, Sie benötigen also keinen Warmwasserspeicher. Der Nachteil ist, dass Sie auch diese nur mit Gas beheizen können und Solarwärme aufgrund des fehlenden Wasserspeichers nicht einsetzbar ist.
  • Bei der Zentralheizung steht Ihnen die Heizwelt offen. Sie können sich nach Ihren Wünschen für Gas, Heizöl, Pellets oder andere Formen entscheiden. In diesem Fall machen Kombithermen keinen Sinn. Sofern Sie eine zentrale Warmwasserversorgung wünschen, geht dies über einen Speicher. Sie können diese Heizung durch Sonnenkollektoren und Windmodule ergänzen. Auch haben Sie die Möglichkeit, ein Miniblockheizkraftwerk einzusetzen, mit dem Sie Strom und Wärme erzeugen. Zusätzlich ist der Einsatz von Wärmepumpen zur Nutzung von Ab- oder Tiefenwärme bei Zentralheizungen immer möglich. Sie benötigen aber Platz für Kessel und Speicher, die Verlegung der Leitungen ist aufwendig.

Etagenheizungen und Kombitherme sind zwar nicht für eine Kombination mit Solarthermie oder einer Wärmepumpe geeignet, Sie können aber die Dachfläche des Hauses zur Stromerzeugung über Photovoltaik und Windmodule verwenden.

Heizkörper oder Flächenheizungen

Fußboden- und Wandheizungen sind sogenannte Flächenheizsysteme. In den Wänden oder dem Boden werden Heizschlangen verbaut, die für eine gleichmäßige Abgabe von Wärme in den Raum sorgen.

  • Die Wandheizung ist an Außenwänden problematisch, weil hier große Wärmeverluste auch bei gut gedämmten Wänden unvermeidbar sind. Generell müssen Sie bei der Entscheidung für diese Heizung daran denken, dass die Raumnutzung eingeschränkt wird. Sie dürfen keine Möbel vor den Heizflächen platzieren.
  • Die meisten Menschen empfinden Räume als wärmer, wenn der Fußboden warm ist. Daher kann die Raumtemperatur in der Regel bei einer Bodenheizung abgesenkt werden, ohne dass Sie frieren. Sie müssen sich bei Bodenheizungen aber später bei der Wahl des Bodenbelags auf dafür geeignete Beläge beschränken.
  • Heizkörper heizen einen Raum naturgemäß nie gleichmäßig auf. Bei großen Räumen ist es daher wichtig, die Position und Größe der Heizungen genau zu planen. Auch hier müssen Sie später darauf achten, die Körper nicht zu verdecken oder zu verstellen, aber da diese kleiner sind als die beheizten Flächen der Flächenheizung, ist die Raumnutzung weniger begrenzt.

Als Kombination bietet sich eine Fußbodenheizung in Bädern und Duschen mit herkömmlichen Heizkörpern in den übrigen Räumen an. In großen Räumen macht es auch Sinn, bestimmte Bereiche zusätzlich über den Boden zu beheizen.

Überlegungen zur Zentralheizung

Wie bereits ausgeführt, haben Sie nur bei der Zentralheizung ein großes Spektrum an Entscheidungsmöglichkeiten. Sie sollten sich daher nicht nur mit der Erzeugung von Wärme zufriedengeben.

  • Entscheiden Sie sich für einen Brennwertkessel, der mit einem nachwachsenden Brennmaterial befeuert wird oder für eine Wärmepumpe, als Basis des Systems. Kombinieren Sie dieses mit Solarthermie auf dem Dach für die Wärmeerzeugung und Windmodulen um Strom zu erzeugen.
  • Bei Objekten mit größerem Wärmebedarf ist ein Einsatz eines Miniblockheizkraftwerks sinnvoll, um jegliche Vergeudung der eingesetzten Energie zu vermeiden. In gut gedämmten Objekten mit geringem Wärmebedarf genügt meist eine Wärmepumpe oder Solarmodule. Nutzen Sie auch in diesen Fällen den Wind. Gut durchdachte Heizsysteme sollten immer auch zusätzlich Strom erzeugen.
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