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Hecken richtig pflegen

Eine Hecke ist ein idealer Sichtschutz und Sorgt für gute Luft im Garten. Pflegen Sie diese richtig, haben Sie schnell einen natürlichen Zaun.

Hecken lassen Sich vielseitig einsetzen.
Hecken lassen Sich vielseitig einsetzen.

Gesetzliche Bestimmungen über Hecken 

In vielen Bundesländern, beziehungsweise in Gemeindeverordnungen, gibt es Vorschriften über die Maße von Hecken. Fragen Sie grundsätzlich vor dem Kauf bei Ihrer zuständigen Bauamtsbehörde nach. In Nordrhein-Westfalen beispielsweise brauchen Sie  für Hecken, die über zwei Meter hoch sind, eine Genehmigung. 

Eine Hecke muss in der Regel in einen bestimmten Mindestabstand zum Nachbargrundstück gepflanzt werden. Dieser bezieht sich auf den Rand, nicht auf die Mitte der Pflanzen. Berücksichtigen Sie deshalb die voraussichtliche Breite der ausgewachsenen Pflanzen.

Ein Formschnitt, bei dem Sie den Zuwachs eines Jahres zurückschneiden, ist zu jeder Jahreszeit erlaubt. Wollen Sie eine Hecke auf den Stock setzen, also radikal zurückschneiden, erledigen Sie dies am besten zwischen dem 1. Oktober und 28. Februar. Das Bundesnaturschutzgesetz erlaubt zu anderen Zeiten keinen radikalen Rückschnitt.

Achtung: In einigen Gemeinden gelten andere Regelungen für den Schnitt.

Anpflanzen des natürlichen Sichtschutzes

Viele schnell wachsende Bäume und Sträucher eignen sich als Heckenpflanzen. Suchen Sie Pflanzen aus, die für die bei Ihnen vorhandenen Boden- und Lichtverhältnisse geeignet sind.

Die meisten Pflanzen bekommen Sie in drei verschiedenen Qualitäten. Wurzelnackt, in Ballen- oder Containerware. Am günstigsten sind Pflanzen ohne Erde, am teuersten sind Heckenpflanzen im Pflanztopf.

Wurzelnackte Pflanzen erleiden einen Pflanzenschock, da sie Wurzelmasse verlieren. Sie verkraften das Einsetzen lediglich im Frühherbst. Bedenken Sie bei der Gartengestaltung, dass Sie die Hecke beim Einsetzen stark zurückschneiden müssen. Sie haben erst nach Jahren eine große Hecke. 

Ballenheckenpflanzen sind vorteilhaft, wenn Sie schnell eine hohe Hecke wünschen. Im Handel sind Pflanzen von über zwei Meter Höhe zu finden. Da die Ware im Freiland wächst, sind die Pflanzen dichter als Containerware. Allerdings macht ihnen das Ausgraben zu schaffen. Es ist daher sinnvoll, auch diese Qualität im Herbst zu setzen, damit sie bis zum heißen Sommer neue Wurzeln bilden können.

Containerpflanzen können Sie das ganze Jahr über als Hecke pflanzen. Allerdings werden sie in der Regel nicht ganz so dicht in ihrem Wuchs, da sie im Topf heranwuchsen. Dafür sind sie leichter zu pflanzen und erleiden keinen Wurzelmasseverlust.

Düngen sorgt für einen schönen Wuchs

Sofern der Boden nicht für die von Ihnen gewählten Pflanzen optimal ist, verbessern Sie die Bodenbeschaffenheit vor dem Einpflanzen. Graben Sie je nach Anspruch des Gehölzes Torf, Sand oder Kompost ein.

Die meisten Hecken brauchen eine dauerhafte, geringe Nährstoffzufuhr. Besonders während der ersten Wachstumsjahre und nach dem alljährlichen Schnitt ist Düngen wichtig. Zu empfehlen sind organische Volldünger, wie Hornspäne, Komposterde oder gut abgelagerter Dung. Für die Vitalität der Hecke sind neben Phosphor, Kalium und Stickstoff auch Mikronährstoffe wichtig.

Wichtig: Richten Sie sich mit dem Düngen nach den Ansprüchen der Pflanzen. Manche benötigen kaum Nährstoffe, andere brauchen größere Mengen.

Der richtige Heckenschnitt ist wichtig

Bei kleinen Hecken, die noch keine Form haben, brauchen Sie eine Astschere. Sie kürzen einzelne Triebe. Später für den Formschnitt ist eine Heckenschere nötig. Mit dieser bringen Sie die Hecke im Frühjahr und Herbst in eine Trapezform.

Hecke in Trapezform: Die Hecke ist oben schmaler, damit auch die unteren Äste Licht bekommen.

Ein Hecke muss oben schmäler als unten sein.
Ein Hecke muss oben schmäler als unten sein. © Roswitha Gladel

Hochwüchsige Pflanzensorten wie Liguster, Schneebeere, Schwarzdorn oder Weißdorn brauchen in den ersten Jahren einen fachmännischen, deutlichen Rückschnitt. Sie erreichen nur langsam die erwünschte Höhe. Erst wenn die Pflanzen sich nach Wunsch entwickelt haben, erfolgt der übliche Heckenschnitt.

Buschige Heckenpflanzen wie Buche, Hasel oder Hainbuche bedürfen in den ersten Jahren nicht so viel Pflege. Kürzen Sie bei der Pflanzung nur die ausladenden Seitenzweige und bis zu einem Drittel den Leittrieb. Erst im übernächsten Jahr müssen Sie diesen Schnitt wiederholen. Beginnen Sie mit dem regelmäßigen Formschnitt, sobald die Hecke die gewünschte Höhe hat.

Bei Koniferenhecken sieht es etwas anders aus. Scheinzypressen vertragen es nicht, wenn Sie den Haupttrieb entfernen. Außerdem müssen Sie die Pflanzen mit einem Stab stützen. Die jungen Bäumchen sind zu schwach für heftigere Winde.

Vermehren der Heckenpflanzen

Nutzen die den Rückschnitt im Frühjahr, um Ihre Heckenpflanzen zu vermehren. Sie brauchen etwa fünf bis zehn Zentimeter lange Triebspitzen mit einigen Blättern ohne Blütenknospen.

Graben Sie diese mit der Schnittfläche nach unten in Anzuchterde ein. Die Spitze soll etwa drei bis fünf Zentimeter aus der Erde ragen. Decken Sie eine transparente Haube darüber, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen.

Tipp: Pflanzen Sie die Stecklinge in Blumentöpfe und ziehen Sie einen Gefrierbeutel darüber. Befestigen Sie ihn mit Gummiband am Topf.

Stellen Sie die Pflanzen an einen hellen Ort, aber nicht in die Sonne. Nach einigen Wochen bilden sie Wurzeln und beginnen zu wachsen.

Hinweis: Manche Heckenpflanzen lassen sich nicht vermehren. Gute Erfolge haben Sie mit Thuja-, Liguster- und Efeuhecken.

Hecken sind nicht nur ein schöner Sichtschutz, sie verbessern das Mikroklima im Garten und sorgen für Sauerstoff. Es lohnt sich, eine Hecke sorgfältig zu pflegen. Laut NABU sollten Sie jedoch auf das Anpflanzen von Kirschlorbeer verzichten, da er nicht nur keinerlei Nahrungsquelle für Insekten und Vögel bietet, sondern seine Blätter und Samen hochgiftig sind.

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