Hautpflege als Hilfe gegen Neurodermitis

Eine Basistherapie ist hilfreich gegen Neurodermitis. Eine Basistherapie ist hilfreich gegen Neurodermitis.
Eine der häufigsten dermatologischen Erkrankungen ist die Neurodermitis. Sie ist nicht heilbar und kann wegen ihrer Krankheitsschübe mit erheblichen physischen und psychischen Belastungen für die Patienten einhergehen. Vor allem der quälende Juckreiz und die sichtbaren Hautveränderungen im Gesicht und an den Händen wie Rötung und Schuppenbildung können zu einer deutlichen Einschränkung der Lebensqualität führen. Wie eine gute Hilfe gegen Neurodermitis aussieht, erfahren Sie hier.
Edith Leisten
11.11.2011 Edith Leisten
Was Sie benötigen
  • Hautpflegeprodukte mit:
  • Paraffin
  • Vaseline
  • Lanolin (Wollwachs)
  • Glyzerin
  • Linolsäure (Nachtkerzensamenöl)
  • Urea (Harnstoff)
  • Glyzerol
  • Laktat
  • Sorbitol
  • Panthenol
  • Glycin
  • Polidocanol
  • Zinkoxid

Verbesserung des Hautbildes bei Neurodermitis

Bei der Neurodermitis ist die normale Barrierefunktion der Haut gestört,  wodurch sie für Umwelteinflüsse anfällig wird. Toxisch wirkende und Allergie auslösende Substanzen wie Nahrungsmittel, Bakterien, Textilien und auch der eigene Schweiß können durch komplizierte biochemische Prozesse zu Entzündungsreaktionen führen. Zusätzlich führen Störungen des vegetativen Nervensystems dazu, dass bei Stress die Entzündungsreaktionen verstärkt werden und intensiver Juckreiz auftritt.

  • Wenn Sie an Neurodermitis leiden, kennen Sie das Problem der trockenen Haut, das ursächlich sowohl auf einen gesteigerten Wasserverlust als auch  auf eine verminderte Wasserbindungsfähigkeit Ihrer Haut zurückzuführen ist. Ihre Haut wird zudem einen Mangel an essenziellen Fettsäuren aufweisen, wodurch es zu einer entzündeten, schuppigen Haut kommt.
  • Mit einer konsequenten Basistherapie sollten Sie die drei Kardinalprobleme Ihrer Haut angehen: die gestörte Barrierefunktion, den gestörten Fettstoffwechsel und die Verminderung von Feuchtigkeitsfaktoren.
  • Die folgenden Maßnahmen sollten Sie nicht nur dann durchführen, wenn Sie einen Neurodermitis-Schub durchmachen, sondern auch im symptomfreien Intervall. Nur so können Sie die Heftigkeit von Krankheitsschüben mildern, sie eventuell sogar verhindern und cortisonhaltige Arzneimittel einsparen.

Hilfe durch Vaseline und Co.

  • Mit zunehmender Trockenheit der Haut sollte der Fettanteil der Hautpflegeprodukte erhöht werden. Die Fette reduzieren den Wasserverlust der Haut und sie wird weicher. Verwenden Sie keine stark wasserhaltigen Produkte wie zum Beispiel Lotionen, da sie die vorhandene Hauttrockenheit verstärken.
  • Verwenden Sie an den betroffenen Hautstellen Präparate, die Paraffin, Vaseline, Lanolin (Wollwachs) oder Triglyzeride (Glyzerin) enthalten. Sie sind in gut sortieren Drogeriemärkten und Apotheken erhältlich.
  • Da die Hauttrockenheit je nach Lokalisation der Hautveränderungen unterschiedlich ist, gibt es kein Pflegeprodukt, das allen Lokalisationen gerecht wird. Generell werden Cremes und Salben bevorzugt, die jedoch bei hohem Fettgehalt an Händen und Füßen zu Problemen mit der Schweißsekretion führen können. Ein allzu starkes Aufweichen der Haut durch Salben ist im Bereich der Gelenkbeugen zu erwarten wie beispielsweise in Ellenbeuge, Kniekehle und Leiste. Hier sollten Sie entweder fetthaltige Pasten oder „dünne“ Lotionen benutzen. Für die Behandlung der behaarten Kopfhaut sollten Sie Lösungen verwenden.
  • Prinzipiell sollten Sie im Winter wegen der reduzierten Luftfeuchtigkeit, die zu einer verstärkten Austrocknung der Haut führt, Produkte verwenden, die einen höheren Fettanteil haben. Stark vaselinehaltige Präparate gehören nicht ins Gesicht, da sie bei Langzeitanwendung zu entzündlichen Hautreaktionen um den Mund herum führen. Generell werden stark fetthaltige Präparate eher von älteren Patienten vertragen, während es bei jungen, körperlich aktiven Betroffenen  durch die starke Abdeckung der Haut zu einer Behinderung der Schweißsekretion kommen kann.
  • Eine gute Hilfe gegen Neurodermitis ist die Verbesserung der Barrierefunktion der Haut durch Linolsäure, die in hohen Konzentrationen in Nachtkerzensamenöl enthalten ist. Das Öl gibt es als Emulsion und eignet sich hervorragend für Neurodermitis-Betroffene. Sollte die Schuppenbildung Ihrer Haut im Vordergrund stehen, verwenden Sie Präparate, die entweder Harnstoff (Urea), Glyzerol, Laktat, Sorbitol oder Panthenol enthalten. Gegen den unerträglichen Juckreiz tragen Sie am besten Präparate mit Glycin, Polidocanol oder Zinkoxid (als Paste) auf.

Richtige Hautreinigung bei Neurodermitis

  • Verzichten Sie auf Seifen oder Syndets in hoher Konzentration, da es dadurch zu einer weiteren Austrocknung der Haut kommen kann. Verwenden Sie stattdessen zu Hautreinigung nur klares Wasser mit einem geringen Anteil von milden Seifen. Alternativ können Sie auch milde Reinigungsmilch oder -creme verwenden.
  • Vermeiden Sie langes und heißes Duschen bzw. Baden. Zur Rückfettung bei trockener Haut eignen sich sehr gut medizinische Ölbäder (Sojabohnen-, Erdnuss- oder Paraffinöl). Mittlerweile werden die ölhaltigen Badezusätze auch als Duschöle angeboten.
  • Nach dem Baden sollten Sie immer ein rückfettendes Präparat auftragen.

Durch eine Basistherapie und richtige Hautreinigung  können Sie gute Hilfe gegen Neurodermitis erwarten. Entscheidend ist, die Basistherapie konsequent durchzuführen, auch im symptomfreien Intervall. Zudem müssen Sie sich mit den verschiedenen auf dem Markt befindlichen Produkten beschäftigen, um die für Sie geeigneten Hautpflegepräparate zu ermitteln.

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