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Hauswasserentkalkung sinnvoll durchführen

Die Hauswasserentkalkung hat Vor- und Nachteile, manchmal ist es sinnvoll, nicht das gesamte Wasser im Haus zu entkalken. Sofern es technisch möglich ist, sollten Sie über Alternativen zur kompletten Entkalkung nachdenken.

Kalk ist lästig aber nicht gefährlich.
Kalk ist lästig aber nicht gefährlich. © Jürgen_Hüsmert / Pixelio

Technische Möglichkeiten der Hauswasserentkalkung

  • Als Wasserentkalkung mit Wellnesseffekt werden Systeme angepriesen, bei denen Kalkablagerungen verhindert werden, indem ein Teil des Calciums durch Magnesium ersetzt wird. So werden Korrosionsprobleme in den Leitungen durch eine stabile Schutzschicht verhindert. Beachten Sie, dass die Wasserhärte nicht verändert wird, auch kann es zu keiner Erhöhung der Natrium- oder Kaliumkonzentration im Trinkwasser kommen. Auch bei verzinkten Rohrleitungen muss kein Phosphat zugegeben werden.
  • Ob die künstliche Erhöhung des Magnesiums im Wasser von Vorteil ist, kann nicht genau gesagt werden. Wenn Sie zum Beispiel ein Aquarium haben, kann das dazu führen, dass die Pflanzen schlechter wachsen. Für die Waschmaschine und die Spülmaschine bedeutet die Art der Wasserentkalkung, dass das Wasser immer noch hart ist. Sie müssen also das Waschmittel weiterhin für die bisherige Härte dosieren und in die Spülmaschine muss immer noch Regeneriersalz verwendet werden.
  • Hauswasserentkalkungsanlagen über Ionenaustauscher schaffen es tatsächlich, die Wasserhärte herabzusetzen. In dem Fall können Sie das Waschmittel in der Waschmaschine geringer dosieren, in der Spülmaschine werden Sie auch ohne Regeneriersalz keine Kalkflecken mehr bemerken. Auch setzen sich Durchlauferhitzer, Warmwassergräte und ähnliches nicht mehr mit Kalk zu. Aber dem Wasser müssen Phosphate und Silikate zugesetzt werden, um die Korrosion in den Leitungen zu verhindern.
  • Calcium und Magnesium sind für die Wasserhärte verantwortlich und weder für Menschen noch für Tiere schädlich, sondern gesund. Sie sollten überlegen, ob Sie die Qualität des Trinkwassers im Haus ändern sollen, indem Sie statt der gesunden Mineralien Phosphate und Silikate im Trinkwasser haben.

Sinnvoller Einsatz von Entkalkungsanlagen

  • Wasser, das für die Waschmaschine, die Heizungsanlage und für das Duschen und Baden verwendet wird, sollte sinnvollerweise über eine Hauswasserentkalkung laufen. Für diesen Einsatz ist eine geringe Wasserhärte positiv, negative Folgen müssen Sie nicht befürchten.
  • Für den Garten oder für die Toilettenspülung ist der Einsatz einer Hauswasserentkalkung sinnlos, Sie haben dadurch keinen Nutzen. Höchstens wenn Sie mit dem Wasser vom Garten auch das Autowaschen, werden Sie einen Vorteil bei der Entkalkung bemerken. Aber die Entkalkung kann in dem Bereich auch nicht schaden.
  • Im Bereich für das Trinkwasser ist die Hauswasserentkalkung eine zweischneidige Sache. Der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (SHK), weißt darauf hin, dass Kalkablagerungen zu einem Kalkschlamm führen können, der Nährboden für Keime sein könnte. Die Stiftung Warentest hält dagegen die Entkalkung von Trinkwasser für schädlich, weil diese mit einer Belastung des Trinkwassers mit Phosphaten und Silikaten einhergeht. Auch das Umweltbundesamt teilt die Einschätzung von Stiftung Warentest, besonders da auch die Hauswasserentkalkungsanlagen verkeimen können und wegen der Schadstoffbelastung.

Sie sollten also statt einer allgemeinen Hauswasserentkalkung besser eine gezielte Entkalkung vornehmen und darauf verzichten, das Trinkwasser mit einem Ionenaustauscher zu entkalken.

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