Alle Kategorien
Suche

Hausverkauf bei Scheidung - das sollten Sie dabei beachten

Aus der Traum! Sie planen die Scheidung. Dann müssen Sie Ihre Vermögensverhältnisse regeln und natürlich auch den Hausverkauf in die Wege leiten, aber auch nur, wenn Sie beiderseits Eigentümer sind und Sie keine andere Lösung finden.

Eine Trennung verändert die gesamte Lebensführung.
Eine Trennung verändert die gesamte Lebensführung.

Scheiden tut weh. Muss es aber zumindest nicht allzu sehr, wenn es Ihnen gelingt, Ihre Scheidung einigermaßen friedlich und im gegenseitigen Einvernehmen zu bewerkstelligen. Dazu ist wichtig, dass Sie Ihre Rechte kennen und wissen, in welche Richtung Sie denken und mit Ihrem Ehepartner verhandeln sollten.

Scheidung zwingt zu Kompromissen

  • Bewohnen Sie ein Haus, kommt es zunächst darauf an, wer Eigentümer ist.
  • Sind Sie alleine Eigentümer und als solcher im Grundbuch eingetragen, müssen Sie das Haus nicht unbedingt verkaufen. Ein Hausverkauf kommt allenfalls dann in Betracht, wenn Sie Ihren Ehepartner im Rahmen des Zugewinnausgleichs auszahlen müssen.
  • Wenn Sie Ihren Ehepartner auszahlen müssen, können Sie im Idealfall auf Ihre sonstigen Ersparnisse zurückgreifen, sodass sich ein Hausverkauf nur wegen der Scheidung erübrigt. Sie können weiterhin Eigentümer des Hauses bleiben und es behalten.
  • Überlegen Sie, ob das Haus für Sie noch angemessen ist und ob Sie es unterhalten können. Waren Sie bislang Doppelverdiener, kann es für Sie finanziell eng werden.

Bei Miteigentum ist Hausverkauf oft unumgänglich

  • Nur dann, wenn Sie und Ihr Ehepartner gleichermaßen im Grundbuch als Eigentümer des Hauses eingetragen sind, kann es schwierig werden. Ihr Ehepartner wird daran interessiert sein, seinen Anteil am Haus zu Geld zu machen. Zu diesem Zweck können Sie selbst als Käufer seines Anteils auftreten und ihm seinen Teil abkaufen. Sie werden dann Alleineigentümer. Voraussetzung ist natürlich, dass Sie den Kaufpreis aus Ihren eigenen Mitteln bezahlen oder finanzieren können.
  • Verfügen Sie über keine finanziellen Mittel, was bei einer Scheidung nahezu die Regel sein dürfte, wird Ihnen nichts anderes übrig bleiben, als dem Hausverkauf zuzustimmen. Beachten Sie, dass Sie den Hausverkauf als solchen nicht verhindern können. 

Notfalls Teilungsversteigerung beantragen

  • Verweigern Sie Ihre Zustimmung zum Hausverkauf, kann Ihr Ehepartner die Teilungsversteigerung beim Amtsgericht beantragen und die mit Ihnen bestehende Hausgemeinschaft zwangsweise aufzulösen. Beachten Sie, dass dieser Weg für beide Parteien der schlechtere Weg ist. Eine Teilungsversteigerung führt regelmäßig dazu, dass Sie einen geringeren Kaufpreis erzielen, als wenn Sie den Hausverkauf freihändig betreiben. 
  • Führt also am Hausverkauf bei der Scheidung kein Weg vorbei, sollten Sie Ihr Haus inserieren oder einen Makler beauftragen. Aus dem Kaufpreis müssen die auf dem Haus lastenden Verbindlichkeiten, insbesondere die Grundschulden, abgelöst werden. Achten Sie darauf, dass der Kaufpreis ausreicht, die Verbindlichkeiten so weit als möglich abzulösen.

Mit dem Verkaufserlös Grundschulden bedienen

  • Reicht der Kaufpreis nicht aus, die auf dem Haus lastenden Verbindlichkeiten abzulösen, ist zu klären, wer für die Restschuld verantwortlich bleibt. Haben Sie Ihr Haus finanziert und beide den Darlehensvertrag bei der Bank unterschrieben, können Sie Ihren Ehepartner allenfalls im Innenverhältnis freistellen und die damit verbundenen Zahlungsverpflichtungen alleine übernehmen. Im Verhältnis zur Bank wird Ihr Ehepartner aber regelmäßig in der Haftung verbleiben.
  • Alternativ können Sie auch beide Eigentümer des Hauses bleiben und es an einen Dritten vermieten. Sie teilen sich dann den Mietertrag bzw. bezahlen damit den Kapitaldienst für das Baudarlehen an die Bank.
Teilen: