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Haustypen der DDR - das zeichnet Plattenbauten aus

Zu den am weitesten verbreiteten Haustypen in der Deutschen Demokratischen Republik gehörten die Plattenbauten. Das Baumaterial war billig, die Gebäude schnell errichtet und bei der DDR-Bevölkerung sehr beliebt. Das Wohnen in der „Platte“ galt damals als schick.

Plattenbauten waren bei der DDR-Bevölkerung sehr beliebt.
Plattenbauten waren bei der DDR-Bevölkerung sehr beliebt.

Die ersten deutschen Plattenbauten entstanden in Berlin, in der sogenannten „Splanemann-Siedlung“ in den 1930er Jahren. Dafür wurden die für den Bau benötigten Platten direkt vor Ort gegossen und mithilfe eines Kranes zusammengesetzt. Plattenbauten werden demnach aus Betonfertigteilen hergestellt und auf der Baustelle miteinander montiert.

Bauweise und Wohneigenschaften der DDR-Plattenbauten

  • Für die Plattenbauten wurden die Platten uniform zusammengesetzt. Deswegen glichen sich die Neubaugebiete untereinander extrem. Ein weiteres charakteristisches Merkmal ist die Konstruktionsweise. Sie unterscheidet sich immens von der Skelettbauweise, bei der ein Stahlskelett das Haus stabil macht. Beim Plattenbau sind es die Wände und die Decken, die die Stabilität des Gebäudes gewährleisten.
  • Bei den Einwohnern DDR war der Plattenbau von allen Haustypen der beliebteste. Nach dem Krieg waren komfortable Wohnungen Mangelware, die neuen Plattenbauten hingegen waren mit Warmwasser, Heizung, Bad und WC ausgestattet. Erst in den 1950er und 1960er Jahren begann der richtige Plattenbau-Boom in der DDR. Sie entstanden vor allem an den Rändern der Stadt auf freier Fläche.

Einer der preiswertesten Haustypen in der DDR

  • Um die Kosten für die Neubauten möglichst gering zu halten, wurde bei der Gestaltung der Außenfassaden auf Zier- und Schmuckelemente verzichtet. Die Bauten besaßen zumeist eine Lochfassade, erst in den 1980er Jahren wurden die Fassaden bei neu errichteten Plattenbauten der Umgebung etwas angepasst. Darüber hinaus wurden nun auch Plattenbauten mit nur wenigen Geschossen errichtet.
  • Auch im Inneren der Gebäude gab es wenig Abwechslung. Der Grundriss war in gleich großen Wohnungen immer genau gleich: So konnte man sich auch in einer fremden Wohnung gut zurechtfinden. Für die DDR-Haustypen Marke Plattenbau wurden extra Möbelprogramme entworfen, die die für die Wohnungen exakt passenden Maße besaßen.
  • Die Miete für eine Wohnung im Plattenbau war zwar etwas höher als für eine Altbauwohnung, aber immer noch erschwinglich für die breite Bevölkerung. Am weitesten verbreitet waren die Plattenbau-Typen mit der Bezeichnung WBS 70, WHH GT 18, P2, M10, und Q3A. Da sie aus dem besonders widerstandsfähigem Baumaterial Beton bestehen, sind diese Zeugen der DDR auch heute noch in einem guten Zustand.
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