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Hausrat bei Scheidung - so einigen Sie sich ohne Streit

Ehepartner müssen bei der Scheidung auch den Hausrat untereinander aufteilen. Wenn Sie einige wesentliche Rechtsgrundsätze kennen, gelingt die Aufteilung sachgerecht und Sie vermeiden unnötigen und vor allem nervenden Streit.

Einvernehmlich zu teilen, nutzt jedem.
Einvernehmlich zu teilen, nutzt jedem.

Was Sie benötigen:

  • Liste der aufzuteilenden Hausratsgegenstände

Sie sollten sich bei einer bevorstehenden Scheidung im Klaren sein, dass es wenig Sinn macht, sich um Tassen und Teller zu streiten. Gegenseitiges Nehmen und Geben sollte im Vordergrund stehen.

Was alles zum Hausrat gehört

  • Zum Hausrat gehören alle Gegenstände, die Sie im täglichen Leben im Haushalt nutzen. Dazu gehören die Möbel, Einrichtungsgegenstände (Teppiche, Bilder, Vorhänge), Gebrauchsgegenstände (Geschirr), Verbrauchsgegenstände (Nahrungsmittel, Toilettenartikel), elektrische Geräte, Bücher und Haustiere.
  • Am einfachsten ist die Aufteilung, wenn ein Gegenstand eindeutig Ihnen selbst gehört. Dies ist insbesondere bei Ihrer persönlichen Bekleidung oder Ihrem Schmuck der Fall, aber auch bei in die Ehe mitgebrachten oder nur von Ihnen selbst für sich in der Ehe angeschafften Gegenständen.

Die Hausratsverordnung vermutet diverse Gesichtspunkte

  • Die Hausratsverordnung geht davon aus, dass sämtlicher während der Ehe angeschaffter Hausrat gemeinsames Eigentum beider Ehepartner ist. Bestreiten Sie diese Vermutung, sind Sie beweispflichtig.
  • Bei Hochzeitsgeschenken gehört ein Geschenk grundsätzlich demjenigen, dessen Familie es geschenkt hat.
  • Auch Gegenstände, die der Kapitalanlage dienen (Briefmarkensammlung), zählen nicht zum Hausrat und gehören dem, dem sie zugeordnet sind.
  • Ein in der Familie genutztes Kraftfahrzeug, das zum Einkaufen benutzt wird oder um die Kinder zur Schule zu bringen, gilt als Hausratsgegenstand. Nutzen Sie es hingegen allein für Ihren Arbeitsweg, ist es ein persönlicher Vermögensgegenstand und kein Hausrat. Das Gleiche gilt für beruflich genutzte Gegenstände (Computer, Schreibtisch, berufliche Literatur)
  • Bei Immobilien bestimmen sich die Eigentumsverhältnisse nach der Eintragung im Grundbuch. Beim Kraftfahrzeug zählt die Eintragung im Kraftfahrzeugbrief.

Bei Scheidung wird alles verteilt

  • Bei der Aufteilung von Hausrat entspricht es der Billigkeit, dass Sie demjenigen Ehepartner beispielsweise Küche und Waschmaschine überlassen, der die Kinder betreut. Auch kann ein Kriterium darin bestehen, dass derjenige, der finanziell dazu in der Lage ist, sich selbst neuen Hausrat anschafft und den vorhandenen Hausrat dem anderen überlässt.
  • Ansonsten sind die Hausratsgegenstände so aufzuteilen, dass jeder Ehepartner in etwa gleichermaßen bedacht wird. Erhält ein Ehepartner einen höheren Wert, kann der Minderwert des anderen durch eine Ausgleichszahlung ausgeglichen werden.

Notfalls entscheidet das Familiengericht

  • Können Sie sich mit Ihrem Ehepartner bei der Scheidung nicht über den Hausrat einigen, können Sie im Rahmen des Scheidungsantrags beantragen, dass das Gericht den Hausrat verteilt. Das Familiengericht handelt dabei nach billigem Ermessen und teilt die Hausratsgegenstände demjenigen Ehepartner zu, der sie am dringendsten benötigt und gebrauchen kann.
  • Bedenken Sie, dass eine gerichtliche Auseinandersetzung über den Hausrat bei der Scheidung sehr aufwendig ist und der Wert des Hausrats gegebenenfalls durch einen Sachverständigen zu ermitteln ist. Sie sind gut beraten, wenn Sie bei der Scheidung über den Hausrat eine außergerichtliche Einigung verabreden und am besten eine Liste über den Hausrat aufsetzen und bestimmen, wer was erhält.
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