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Hauskauf-Checkliste - das sollten Sie beachten

Der Hauskauf bedeutet für die meisten Menschen, die größte Investition ihres Lebens zu tätigen. Es hängt ganz von Ihren persönlichen Wünschen ab, ob Sie sich beim Kauf Ihres Hauses für den individuellen Neubau oder den Kauf einer Bestandsimmobilie entscheiden. Hier gibt es nicht nur eine Vielzahl von Entscheidungen zu Themen wie Bau, Kauf oder Finanzierung zu treffen, sondern man sollte das gesamte Projekt im Auge behalten. Hierbei ist eine Checkliste recht hilfreich. Es gilt, dieses Vorhaben gründlich zu planen.

Endlich haben Sie den Zuschlag!
Endlich haben Sie den Zuschlag!

Wenn Sie sich entschlossen haben, ein Haus zu kaufen, dann sollten Sie sich vorab über einige Details im Klaren sein. Möchten Sie ein neues Haus bauen? Wollen Sie eine Bestandsimmobilie kaufen? Vor allem lassen Sie sich beim Hauskauf unbedingt Zeit.

Position 1 der Checkliste für Kauf eines Hauses - das Grundstück

  • Der mit wichtigste Punkt bei der Grundstückssuche ist die Lage des Grundstücks. Beachten Sie hierbei auch die Infrastruktur und die Verkehrsanbindung. Möchten Sie eher aufs Land oder doch in die Stadt ziehen? Wenn Sie Kinder haben, achten Sie darauf, dass der Schulweg nicht zu lang ist.
  • Ebenfalls nicht zu vernachlässigen ist die Grundstücksgröße. Ein großer Garten ist zwar schön, jedoch möchte er auch gepflegt werden. 
  • Befinden sich der Kanalanschluss und die Anschlüsse für Strom, Wasser und Gas bereits auf diesem Grundstück?
  • Berücksichtigen Sie bei der Grundstücksauswahl auch eventuelle nachträgliche Kosten, wie zum Beispiel Fertigstellung der Straße.
  • Prüfen Sie nach, ob in näherer Umgebung Lärmbelästigung durch Autobahnen, Bundesstraßen, aber auch durch stark befahrene Landstraßen vorliegt.
  • Vergessen Sie nicht den Punkt nach der Erkundigung von Elementarschäden; denken Sie dabei an den Grundwasserspiegel. 

Position 2 - der Hauskauf

Vor dem Hauskauf entscheiden Sie sich für die Art des Neubaus. Soll es ein Fertighaus, ein Massivhaus oder ein Architektenhaus sein? Beachten Sie in diesem Zusammenhang immer Preis, Leistung und den eventuellen Wiederverkaufswert.

  • Wollen Sie möglichst schnell einziehen, dann empfiehlt sich die Variante schlüsselfertiges Bauen. Hier bekommen Sie von einem Hausanbieter ein komplettes Paket angeboten. Prüfen Sie in diesem Zusammenhang die Bau- und Leistungsbeschreibungen sorgfältig. Scheuen Sie sich nicht, Hilfe zu holen. Suchen Sie sich einen unabhängigen Baubegleiter, der Sie durch die Bauphase führt. Ein seriöses Unternehmen wird hier nichts dagegen haben.
  • Wollen Sie viel selbst an Ihrem neuen Haus mit herumwerkeln, lassen Sie sich eine Planung erstellen und vergeben gemeinsam mit einem Bauleiter die einzelnen Gewerke selbst. Das kostet etwas mehr Zeit, Sie müssen auch etwas anpacken, dafür haben Sie aber die Chance, Geld einzusparen. Beachten Sie hierbei, dass Sie keinen Festpreis haben, wie Sie es bei den meisten seriösen Hausherstellern bekommen. Jedes einzeln vergebene Gewerk kann den Preis erhöhen.
  • Wenn Sie Planungssicherheit suchen oder vielleicht brauchen, ist das schlüsselfertige Bauen für Sie die bessere Alternative, weil Sie den zeitlichen Rahmen im Blick haben und mit einem Festpreis kalkulieren können.
  • Lassen Sie bei einem Neubau immer ein Bodengutachten anfertigen. Hier werden durch den Gutachter Aussagen zum höchsten Grundwasserstand, zum Setzungsverhalten des Bodens und zur Gründung des Hauses getroffen.
  • Der nächste wichtige Punkt ist die Hausplanung. Diese können Sie sich von einem Architekten erstellen lassen oder Ihr ausgewähltes Bauunternehmen erstellt Ihnen diese. Achten Sie hierbei auf individuelle Gestaltung. Typenhäuser mögen zwar praktisch gestaltet sein und den Geschmack von vielen treffen. Einer individuellen Planung ist immer der Vorzug zu geben. Ein seriöses Unternehmen sollte hierfür auch keinen Aufpreis verlangen.
  • Nach Erstellung der Vorabplanung werden Sie ein Angebot erhalten. Dieses Angebot sollte für Sie so transparent wie möglich sein. Beachten Sie bitte, dass alle Zusatzleistungen einzeln aufgeschlüsselt sind. Sie sollten diese auch preislich erkennen können.
  • Prüfen Sie die einzelnen Angebote gründlich! Berücksichtigen Sie die laut Bau- und Leistungsbeschreibung enthaltenen Leistungen. Diese können sehr unterschiedlich ausfallen. In einer Baubeschreibung lassen sich locker und leicht große Beträge verstecken, die für einen Laien nicht ersichtlich sind.
  • Lassen Sie sich vor Vertragsunterzeichnung das Unternehmen zeigen. Musterhäuser sind da nicht immer repräsentativ.
  • Achten Sie nicht nur auf den Endpreis! Entscheiden Sie auch ein wenig aus dem Bauch heraus. Wie haben Sie sich beim Hausverkäufer/Berater aufgehoben gefühlt? Wurden Sie unter Druck gesetzt? Sollten Sie eine Entscheidung treffen, dies Sie noch nicht bereit waren zu treffen?

Gebrauchte Immobilien kaufen

Der Kauf einer gebrauchten Immobilie beinhaltet einige Tücken, sodass auch hier wieder eine Checkliste zur Anwendung kommen sollte:

  • Möchten Sie bei ihrem Hauskauf ein frei stehendes Haus oder doch lieber eine Doppelhaushälfte erwerben?
  • Wann wurde das Haus gebaut und wie ist dessen Gesamtzustand? Beachten Sie die Art der Fenster, die Wärmedämmung und die Substanz des Mauerwerks. Wie sieht der äußerliche Zustand des Objektes aus? Hierbei sollten Sie auf feuchte Stellen im Mauerwerk, Risse in der Fassade achten.
  • Wie groß ist das Haus und wie gestaltet sich die Raumaufteilung?
  • Denken Sie auch daran, dass sich Ihre Lebenssituation verändern könnte. Planen Sie Nachwuchs, sollte auch für diesen im Haus Platz sein. 
  • Welche Heiztechnik wurde eingebaut und wie alt ist diese? Mit moderner Brennwerttechnik lassen sich die Heizkosten einsparen. Ein weiterer Aspekt sind die alternativen Heizmethoden.
  • Gibt es bei Ihrem neuen Haus eine Garage oder einen Stellplatz? 
  • Schauen Sie sich den Dachstuhl und Dachraum genau an. Achten Sie auf Beschädigungen und den Dämmungszustand.
  • Achten Sie auf Treppen, besonders auf ihre Sicherheit.
  • Vergessen Sie nicht, sich auch das Bad und die Küche richtig anzuschauen. Dort findet man meist zuerst Schimmel.
  • Was ist mit den Hausanschlüssen? Diese sollten Sie auch nicht außer Acht lassen.
  • Lassen Sie sich immer den Energiepass aushändigen.
  • Es empfiehlt sich, einen Bausachverständigen zur Besichtigung hinzuzuziehen. Er kann ihnen auch eine Einschätzung der Kosten geben, wenn das Haus sanierungsbedürftig ist.

Beziehen Sie in Ihr Vorhaben, ein Haus zu kaufen, immer auch die Finanzierung  mit ein. Scheuen Sie sich nicht, beim Hauskauf den Rat von Fachleuten einzuholen. Beim Neubau hilft Ihnen der Bauherren-Schutzbund. Wenn es sich um eine Bestandsimmobilie handelt, können Sie sich Hilfe bei Maklern vom IVD holen.

Weitere Autorin: Daniela Kitzhofer

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