- 07.09.2011 Jennifer Scholz
- Feste Vereinbarungen
- Belohnungssystem "Hausaufgabenkarte"
- Belohnungen
- Hausaufgaben in Päckchen packen
- Bewegungsspiele
- Lob
Konfliktfreie Hausaufgaben
"Ich habe keine Lust, Hausaufgaben zu machen, das ist so viel!". So oder so ähnlich haben Sie es selbst vielleicht schon von Ihrem Kind gehört und wollen für solche Situationen gewappnet sein. Andere Eltern brauchen einfach Anregungen, um die Hausaufgabensituation optimal zu fördern.
- Treffen Sie mit Ihrem Kind zunächst die Abmachung, eine feste Hausaufgabenzeit zu vereinbaren. Geben Sie Ihrem Kind in dieser Hinsicht ein Mitspracherecht, auf diese Weise fühlt es sich ernst genommen und ist an der Lösung des "Hausaufgabenproblems" beteiligt. Erklären Sie ihm natürlich auch, weshalb Hausaufgaben kurz vor dem Zubettgehen nicht viel Sinn machen, wenn es solche Lösungen parat hält. Vielmehr könnten Sie vorschlagen, dass nach dem Mittagessen die Hausaufgaben erledigt werden und der restliche Tag zur freien Verfügung steht.
- Sorgen Sie dafür, dass diese Vereinbarung eingehalten wird, erinnern Sie Ihr Kind ruhig daran, dass es selbst mit diesem Vorschlag einverstanden war, wenn es sich einmal nicht an die Abmachung halten will. Wenige Ausnahmen sind natürlich erlaubt.
- Motivieren Sie Ihr Kind, indem Sie ein Belohnungssystem einführen. Nach einer Woche Hausaufgaben machen, ohne Theater, können Sie ihm eine "kleine" Belohnung versprechen. Honorieren Sie Ihr Kind beispielsweise mit einem gemeinsamen Spielenachmittag am Wochenende. Umso größere Versprechen Sie machen, umso schwieriger wird es, auf Dauer Ihr Kind mit den Belohnungen motivieren zu können.
- Erstellen Sie für das Belohnungssystem eine "Hausaufgabenkarte" und stempeln Sie für jeden erfolgreichen Tag "Hausaufgaben machen" den entsprechenden Wochentag ab. Heben Sie sich eine etwas größere Belohnung wie ein Besuch im Zoo oder im Kino, für das Ereignis "1 Monat Hausaufgaben" auf.
Machen Sie Ihrem Kind seine Aufgaben leichter
- Wenn der riesige Berg an Hausaufgaben Ihrem Kind die Lust und die Motivation nimmt, überhaupt mit den Aufgaben zu beginnen, können Sie ihm folgendermaßen helfen: Packen Sie die Hausaufgaben in kleine Päckchen! Betrachten Sie zunächst nur einen kleinen Teil der Hausaufgaben und fordern Sie Ihr Kind auf, den Rest erst einmal zu vergessen. Auf diese Weise fördern Sie eine strukturierte Arbeitsweise Ihres Kindes und "nur" Mathe sieht auf den ersten Blick gar nicht so viel aus, als wenn noch Deutsch, Erdkunde und Englisch dabei wären.
- Wenn Ihr Kind in der Lösung bestimmter Aufgaben unsicher ist, lassen Sie sich den Lösungsweg vorab von ihm erklären. Auf diese Weise wird Ihr Kind zum Nachdenken angeregt, der Lösungsweg wird verinnerlicht und mögliche Fehler können vorab beseitig werden, damit die kompletten Aufgaben nicht falsch gelöst werden. Sie erkennen, ob Ihr Kind alles verstanden hat und wo mögliche Denkfehler liegen.
- Geben Sie Ihrem Kind nicht sofort die richtige Lösung vor, sondern fragen Sie es vielmehr "Wieso hast du das so gelöst? Was meinst du, wo liegt der Fehler? Wie lautet der richtige Weg?" Erarbeiten Sie auf diese Weise Schritt für Schritt den richtigen Lösungsweg.
- Wenn Sie merken, dass die Konzentration abnimmt, können Sie ein kurzes Bewegungsspiel einbauen, ältere Kinder können Sie auffordern, eine Runde um den Block (ca. 5 Minuten) zu laufen. Auf diese Weise können die Kinder ihrem Bewegungsdrang nachgehen, werden aus der manchmal starren Hausaufgabensituation gelöst und gehen mit neuem Elan an die Sache heran.
- Loben Sie Ihr Kind zwischendurch und machen Sie es darauf aufmerksam, wenn es mit der Zeit schon viel sicherer/besser geworden ist. Werden Sie konkret und nennen Sie z. B. das Fach, welches Ihr Kind einfacher bewältigt oder ist es vielleicht schneller geworden und braucht für die Hausaufgaben nicht mehr so lange wie früher?
- Fördern Sie in jedem Fall die Selbstständigkeit Ihres Kindes und schenken Sie ihm das Vertrauen, die Hausaufgaben alleine machen zu können, wenn es aktuell keine Hilfe von Ihnen verlangt. Überprüfen Sie die Hausaufgaben, wenn Ihr Kind fertig ist und lesen Sie alles einmal durch.
In dem Fall, dass Ihnen kleinere Fehler auffallen, können Sie Ihr Kind animieren, die Hausaufgaben noch einmal zu überprüfen (das sollte es allerdings sowieso, nachdem es fertig ist). Wenn es selbst nicht auf die Fehler stößt, lassen Sie es ruhig mit diesen Fehlern in die Schule gehen. Immerhin dienen Hausaufgaben einem Lernprozess und dazu gehört auch, dass Ihr Kind im Unterricht selbst feststellt, dass es nicht fehlerfrei ist.