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Hausarrest bei Kindern - Pro und Contra

Das Wort Hausarrest ist an sich bereits negativ belastet. Arrest verbindet jeder mit Gefängnis und alleine durch diese Assoziation wird diese Konsequenz bereits überbewertet. Es macht einen Unterschied, ob man in einer kargen Gefängniszelle sitzen muss - mit der Aussicht dort auch noch lange Zeit verbringen zu müssen - oder ob man einfach nur zu Hause im gewohnten Komfort lebt - mit dem Wissen, kurzfristig damit klar kommen zu müssen, keine Freunde zu treffen.

Ist Hausarrest die richtige Konsequenz?
Ist Hausarrest die richtige Konsequenz?

Das spricht für Hausarrest

  • Zu Erziehung gehört es auch, Kindern klar zu machen, wo Ihre Grenzen liegen. Passiert dies nicht, tun Sie Ihrem Kind keinen Gefallen. Soziale Anpassung könnte dann oft schwierig werden, weil wichtige gesellschaftliche Werte nicht ausreichend vermittelt wurden. Ihr Kind muss also lernen, wie weit es gehen kann.
  • Mit Hausarrest entziehen Sie Ihrem Kind kurzfristig etwas sehr wichtiges, nämlich die Freiheit, auszugehen und Freunde zu treffen. Das ist ihm mit Sicherheit nicht gleichgültig. Wählen Sie eine Konsequenz, die Ihr Kind nicht so trifft, könnte es sein, dass die Aktion nicht den gewünschten Effekt hat, das vorangegangene Fehlverhalten in Zukunft zu vermeiden.
  • Empfehlenswert ist es, das Wort Hausarrest umzutaufen und ihm so die Härte zu nehmen. Eine "Stay home time" klingt ganz anders, bedeutet aber letztlich das Gleiche. Der positive Effekt dieser Strafe soll ja sein, dass Ihr Kind kein zweites Mal damit konfrontiert werden möchte und sein Verhalten sich entsprechend ändert.

Argumente gegen Hausarrest

  • Der Komfort in deutschen Haushalten ist gestiegen und alleine die Ausstattung an technischen Geräten sorgt für ausreichend Zeitvertreib. Hausarrest alleine könnte also oft als Konsequenz nicht ausreichen. Zusätzliche Einschränkungen sind für den Lerneffekt erforderlich. Damit ist die Strafe nicht mehr so klar definiert und es könnte Diskussionen geben.
  • Die Entwicklung hat unsere Gesellschaft freier gemacht. Im Gegensatz zu früher hat jeder mehr Möglichkeiten und kann in der Regel auch selbst entscheiden und beschließen. Die Einschränkungen haben sich vermindert. Das bedeutet auch, dass Hausarrest nicht mehr wirklich zeitgemäß ist.
  • Kommt Ihr Kind mit dem Freiheitsentzug absolut nicht zurecht, dann kann es sein, dass es Ihnen diese Strafe ein Leben lang nicht mehr wirklich verzeiht und die negativen Erinnerungen daran bleiben. Je nach Persönlichkeit des Kindes können Sie also damit auch viel kaputt machen.
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