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Handy Umtauschrecht - was alles beachtet werden muss

Ohne Handy ist man heutzutage fast aufgeschmissen. Deshalb ist die Nachfrage an diesen Geräten sehr groß und viele werden gekauft. Doch manchmal, wie auch bei anderen Sachen, stellt sich das Problem, dass die Ware etwa nicht den erwarteten Ansprüchen entspricht, jedenfalls, dass das Handy umgetauscht werden soll. Ob Sie ein Umtauschrecht haben oder nicht und wenn ja, wie man das macht, erfahren Sie in dieser Anleitung.

Sie wollen Ihr Handy gegen den Kaufpreis umtauschen. Erfahren Sie hier wie!
Sie wollen Ihr Handy gegen den Kaufpreis umtauschen. Erfahren Sie hier wie!

Ein Handy ist grundsätzlich ohne seine SIM-Karte wenig wert, da diese schließlich zum Telefonieren benötigt wird. Oftmals wird diese Variante beim Kauf eines Handys aber bevorzugt, um so den „alten“ Vertrag weiterhin nutzen zu können und ein neues Handy zu erhalten. Dies, also der Umtausch eines gekauften Handys ohne Vertrag, soll der Inhalt der folgenden Anleitung sein. Umtausch bedeutet dabei die Rückgabe des Handys für die Erstattung des Kaufpreises.

Umtauschrecht aufgrund vertraglicher Verpflichtung

  • Ein Umtausch könnte darauf beruhen, dass Sie und der Vertragspartner, sei es O2, Media Markt oder ein anderes Unternehmen, sich dazu verpflichtet haben, die Ware umtauschen zu dürfen. Das ist grundsätzlich nicht der Fall, vielmehr noch wird das von den Unternehmen meistens kraft Allgemeiner Geschäftsbedingungen ausdrücklich ausgeschlossen. Anders ist das etwa bei dem Modehersteller H&M, der einen Umtausch ausdrücklich erlaubt.
  • Eine vertragliche Umtauschpflicht für Handys existiert in der Regel nicht.

Gesetzliche Umtauschrechte für Waren

Neben den vertraglichen Umtauschrechten, die in der Regel nicht vereinbart werden, könnten jedoch gesetzliche Umtauschrechte vorliegen. Dabei ist wegen den unterschiedlichen Rechten bei einem Kauf im Geschäft und einem Kauf über das Internet zu differenzieren. 

Kauf des Handys im Geschäft

Ein gesetzlich garantiertes Umtauschrecht gibt es nicht. Das Gesetz spricht auch nicht vom Umtauschrecht, sondern vom Rücktrittsrecht also ein Gewährleistungsrecht des Käufers (vgl. § 437 Nr. 2 BGB). Ein Rücktrittsrecht besteht aber nur, soweit ein Sachmangel vorliegt, Sie diesen nicht gekannt haben und der Verkäufer den Mangel nicht behebt.

  • Was ist ein Sachmangel (vgl. § 434 BGB)? Der Sachmangel ist in § 434 BGB geregelt und wird kurz als das negative Abweichen der Soll- von der Ist-Beschaffenheit definiert. Hier ein paar Beispiele:
  1. Eine Beschaffenheit des Handys, die Sie mit dem Verkäufer vereinbart haben, wie zum Beispiel ein fünf Megapixel Kamera, die das Handy im Endeffekt aber nicht aufweist.
  2. Eine Beschaffenheit des Handys, die als gewöhnlich vorausgesetzt wird, wie zum Beispiel die Funktionalität der Tasten oder des Displays.
  3. Ebenfalls zählen dazu Eigenschaften, welche Sie aufgrund der Werbung oder der sonstigen öffentlichen Äußerungen des Verkäufers oder des Herstellers erwarten können, solange Sie glaubhaft sind. Wird das Handy mit einer Akkuleistung von 100 Stunden beworben, hat es tatsächlich aber nur 80 Stunden, so liegt darin ein Sachmangel. Anders wäre das etwa, wenn das Handy als „das beste Handy auf der ganzen Welt“ beschrieben werden würde; das ist unglaubwürdig.
  4. Auch eine fehlende bzw. unzureichende Bedienungsanleitung kann als Sachmangel qualifiziert werden.
  • Soweit ein Fall des Sachmangels vorliegt und Sie bei Vertragsschluss davon nichts wussten, müssen Sie Ihren Verkäufer bitten diesen Mangel entweder durch eine Nachbesserung oder -lieferung zu beheben. Tut er das nicht, können Sie zurücktreten und das Handy gegen Ihren Kaufpreis „umtauschen“. Womöglich müssen Sie dann aber Wertersatz für die Abnutzung des Gerätes zahlen.
  • Eine gesetzliche Umtauschpflicht gibt es nur, soweit das Handy einen Sachmangel hat und der Verkäufer diesen nicht behebt.
  • Zusätzlich zu dem oben genannten Rücktrittsrecht, steht Ihnen bei einem Kauf des Handys über das Internet ein sogenanntes Widerrufsrecht zu. 

    Umtausch des Handys aufgrund Kulanz

    • Der wichtige Unterschied zu den ersten beiden Varianten ist, dass Ihr Vertragspartner zum Umtausch des Handys nicht verpflichtet ist. Er tauscht das Handy – wie die Überschrift das schon bestätigt – lediglich aus Gründen der Kulanz um. Zum Glück ist das heutzutage oftmals kein Problem.
    • Ein tatsächliches Recht auf Kulanz steht Ihnen natürlich nicht zu. Aber versuchen Sie es! Vielleicht kommt Ihnen Ihr Vertragspartner entgegen.
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