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Haftpflichtversicherung bei Schadenfall in der Familie

Die private Haftpflichtversicherung ist eine Versicherung, die eigentlich jeder haben sollte, schließlich haftet man dafür, wenn man einem anderen einen Schaden zufügt. Ein Problem besteht jedoch immer, wenn ein Schadenfall in der Familie passiert.

Haftpflichtschaden immer im Einzelfall betrachten
Haftpflichtschaden immer im Einzelfall betrachten © Stephanie Hofschlaeger / Pixelio

Was die Haftpflichtversicherung abdeckt

Die Haftpflichtversicherung tritt dann ein, wenn Sie einem anderen einen Schaden zugefügt haben und dafür haftbar sind. Das kann sowohl ein Sachschaden, aber auch ein Personenschaden sein.

  • Ehepartner sowie minderjährige und volljährige Kinder in der Ausbildung sind in Ihrer Haftpflichtversicherung mitversichert. Unverheiratete Lebenspartner können zusammen eine Versicherung abschließen.
  • Beachten sollten Sie, dass nur übliche private Risiken versichert sind. Spezielle Risiken müssen mit einer separaten Versicherung abgedeckt werden. Dazu zählen zum Beispiel Tierhaftpflicht, Betriebshaftpflichtversicherung oder die Bauherrenhaftpflicht. Die nicht versicherten Risiken sind in den Versicherungsbedingungen aufgeführt.
  • Eine Einschränkung hinsichtlich eines bestimmten Personenkreises, denen gegenüber Sie nicht zur Haftung verpflichtet sind, gibt es nicht. Daher schließt die Haftpflichtversicherung den Schadenfall innerhalb der Familie nicht aus.

Besonderheiten beim Schadenfall in der Familie

Grundsätzlich ist es so, dass Familienmitglieder, die in einem gemeinsamen Haushalt leben, nicht gegenseitig haftbar und somit von der Haftpflichtversicherung ausgeschlossen sind. Meistens ist es sogar der Fall, dass die gesamte Familie durch den gleichen Vertrag versichert ist, sodass auch dadurch eine gegenseitige Schadensregulierung ausgeschlossen ist.

  • Der Streitpunkt tritt in der Regel bei sogenannten Gefälligkeiten ein. Hilft die erwachsene Tochter, die eine eigene Wohnung hat, der Mutter im Haushalt und beschädigt dabei etwas, bezahlt diesen Schaden in der Regel die Haftpflichtversicherung nicht. Die Tochter hat der Mutter eine Gefälligkeit getan, wobei die juristische Auffassung ist, dass bei kostenlosen Leistungen im Schadenfall die Haftung ausgeschlossen ist. Daher greift die Haftpflichtversicherung nicht.
  • Ein weiterer Streitpunkt ist immer die Frage, ob im Auftrag des Geschädigten gehandelt wurde. Wird zum Beispiel ein Familienmitglied gebeten, am Tag einer Feier Fotos zu machen und lässt dabei die Kamera fallen, liegt eine Beauftragung vor. In diesem Fall haftet der, der den Auftrag gegeben hat. Ist es der Geschädigte selbst, erhält er keinen Ersatz.
  • Da gerade bei Schäden innerhalb der Familie viel „gedreht“ und „getrickst“ wird, durchleuchten Versicherungen solche Angelegenheiten immer sehr genau. Manche Gesellschaften zahlen bei „wackeligen“ Rechtslagen aus Kulanzgründen einen Teilbetrag, aber eine Garantie gibt es dafür nicht.
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