Haarausfall nach der Entbindung - was tun?

Die Bürste als Albtraum junger Mütter. Die Bürste als Albtraum junger Mütter.
In der Schwangerschaft freuen sich die meisten Frauen über volles und dickes Haar wie nie zuvor. Kurze Zeit nach der Entbindung kommt dann die böse Überraschung: Scheinbar alle Haare fallen aus! Nicht selten sind die Frauen dann beunruhigt oder gar panisch und suchen Hilfe. In diesem Ratgeber lesen Sie, welche Ursachen für den Haarausfall nach der Entbindung möglich sind und wie Sie entsprechend damit umgehen.
Linda Benninghoff
31.01.2012 Linda Benninghoff

Haarausfall nach der Geburt

  • Leiden Sie nach der Entbindung unter starken Haarausfall, brauchen Sie sich erst einmal keine Sorgen zu machen. Dies ist ein natürlicher Vorgang.
  • Während der Schwangerschaft ist der Östrogenspiegel in Ihrem Blut angestiegen. Da Östrogene einen großen Einfluss auf die Lebensdauer Ihrer Haare haben, fallen während der Schwangerschaft kaum Haare aus. Wie Sie wahrscheinlich bemerkt haben, waren Ihre Haare in diesem Zeitraum besonders dick.
  • Circa zwei bis drei Monate nach der Entbindung ist Ihr Östrogenspiegel so weit gesunken, dass Ihre Haare wieder ausfallen.
  • Normalerweise verlieren Sie pro Tag etwa 100 Haare. Da diese Haare in der Schwangerschaft nicht ausgefallen sind, verabschieden sich auf neun Monate der Schwangerschaft umgerechnet in den Monaten nach der Entbindung etwa 27.000 Haare.
  • Diese riesige Menge kommt Ihnen natürlich sehr viel vor, wenn täglich zum normalen Haarausfall die verbliebenen Haare aus der Schwangerschaft ausfallen.
  • Geraten Sie deshalb nicht in Panik!
  • Im Allgemeinen dauert dieser Haarausfall circa sechs Monate. Je nachdem, wann er bei Ihnen eingesetzt hat, sind Sie etwa neun Monate nach der Geburt wieder auf dem normalen Pegel.

Gründe für den Haarausfall - Entbindung oder andere Ursachen

  • Der Einfluss von Östrogenen in der Schwangerschaft auf das Haarwachstum ist eine mögliche Ursache, warum es bei Ihnen nach der Entbindung zu einem vermehrten Haarausfall gekommen ist.
  • In der Schwangerschaft kommt es aber nicht selten zu einem Eisenmangel. Wenn Sie zusätzlich zum Haarausfall eine verstärkte Müdigkeit oder schnelle Erschöpfung bei sich feststellen, ist es möglich, dass bei Ihnen ein Eisenmangel vorliegt. Mit entsprechenden Eisenpräparaten, die Ihnen Ihr Hausarzt verschreibt, sollte der Mangel sich in den folgenden Wochen regulieren und der Haarausfall ausbleiben.
  • Mangelerscheinungen können ebenfalls auftreten, wenn Sie nach der Geburt eine Diät halten, um die Pfunde zu verlieren, die sich während der Schwangerschaft angesammelt haben. Auch hierdurch kann ein vermehrter Haarausfall auftreten, da Sie in der Zeit nach der Entbindung viel Energie, Vitamine und Mineralstoffe benötigen, um Ihr Kind zu stillen und es zu versorgen. Im Normalfall verschwinden überflüssige Kilos in den Monaten nach der Entbindung von alleine; vertrauen Sie daher der Natur.
  • Wenn Sie relativ schnell nach der Geburt wieder die Pille als Verhütungsmittel eingenommen haben, kann es sein, dass der Haarausfall als Nebenwirkung der Pille auftritt. Hört der vermehrte Haarausfall nicht neun Monate nach der Entbindung auf und sind weitere Ursachen ärztlich abgeklärt, sollten Sie diese Möglichkeit in Betracht ziehen. In Absprache mit Ihrem Gynäkologen können Sie die Pille wechseln oder eine andere hormonfreie Verhütungsmethode wählen.
  • Auch Erkrankungen wie eine Schilddrüsenunterfunktion kann zu Haarausfall führen. Lassen Sie sich im Zweifelsfall von Ihrem Hausarzt gründlich durchchecken, um der Ursache für den Haarausfall auf den Grund zu gehen.
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