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GuV-Konto - ein wichtiges Konto zur betrieblichen Gewinnermittlung einfach erklärt

Die deutschen Steuergesetze und diverse Vorschriften (wie das HGB) verlangen vom Unternehmen ab einer bestimmten Größenordnung am Schluss eines jeden Geschäftsjahres zur Gewinnermittlung die Gegenüberstellung der Aufwendungen und Erträge. Diese Beträge werden auf einem separaten Konto, dem sogenannten GuV-Konto (Gewinn- und Verlust-Konto) unter Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen aufgelistet und dienen als Grundlage zur Ermittlung des Jahresabschlusses. Eine nähere Betrachtungsweise verdeutlicht auch dem Laien die buchhalterische Vorgehensweise, sodass auch betriebswirtschaftliche Kennzahlen erklärbar werden.

Das GuV-Konto sammelt die Erfolgskonten.
Das GuV-Konto sammelt die Erfolgskonten.

GuV für Reingewinn bzw. -verlust auf Kontenbasis ermitteln

Für die Bilanzerstellung eines Unternehmens benötigt der Buchhalter das Zahlenmaterial, das aufgrund von Eingangs- und Ausgangsrechnungen sowie anderen Belegnachweisen auf entsprechenden Konten gebucht wurde. Grundlage ist laut §242 des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) die Gegenüberstellung der betrieblichen Aufwendungen und Erträge eines Geschäftsjahres, das meist zum 31.12. eines Jahres endet.

  • Das Buchen auf dem GuV-Konto macht die Quellen des unternehmerischen Erfolges deutlich. Überwiegen beispielsweise die Beträge der Ertragskonten, hat das Unternehmen einen Erfolg erzielt, der schließlich eine Erhöhung des Eigenkapitals hervorruft. Sind dagegen die Aufwandskonten in der Summe mit einem höheren Betrag zu ermitteln, hat das Geschäftsjahr einen Verlust gebracht.
  • Mit zu den betrieblichen Aufwendungen zählen beispielsweise die Material-, Lohn- und Personalkosten sowie sonstige Ausgaben für Zinsen, Werbung, Abschreibung etc.
  • Im jeweiligen Kontenrahmen, die berufsspezifisch sind und auch ein GuV-Konto enthalten, werden zunächst die Ausgaben in der doppelten Buchführung mit sogenannten Buchungssätzen auf die Aufwands- und Ertragskonten gebucht und gleichzeitig die Bank- bzw. Kassenkonten angesprochen. Wenn Aufwendungen bezahlt werden, verringert sich auch gleichzeitig das Bank- bzw. Kassenguthaben, was auch für Laien nachvollziehbar ist.
  • Heute dient dieser Belegbuchung ein ausgereiftes Software-System wie z. B. die Unternehmen SAP, Lexware, Navision und andere Unternehmen zum Kauf anbieten.

Sammelkonto als Unterrubrik des Eigenkapitals nutzen

  • Sicherlich ist Ihnen der Begriff „Vermögen abzüglich Schulden ergibt den Reingewinn“ während Ihrer Ausbildung am Rande kaufmännischer Themen begegnet. Um dies ordnungsgemäß abzuwickeln, werden auf der beschriebenen Sammeleinrichtung die Aufwands- und Ertragskonten abgeschlossen, woraus die Art und Höhe ersichtlich wird. So stehen auf der linken Seite - also der Soll-Seite - die Aufwandskonten (Kosten aus Betrieb, Verwaltung usw.) mit Konten-Nr., Kontenbezeichnung und deren Beträge. Auf der rechten Seite - also der Haben-Seite - des Sammel-Kontos werden dagegen die Ertragskonten (u. a. die Umsatzerlöse) aufgelistet, die zuvor durch Umbuchung der einzelnen Konten mit Abschluss auf diesem Konto erfasst werden.
  • Die Salden müssen sowohl auf der linken als auch auf der rechten Seite identisch sein. Um dies zu erzeugen, wird entweder der Reingewinn oder der Verlust zum Kontenausgleich ermittelt.
  • Man spricht grundsätzlich von „T-Konten“, was bedeutet, dass diese Erfolgskonten diese Form darstellen und als Überschrift die genaue Bezeichnung der betrieblichen Bewegungen beinhalten. Sie müssen sich wie eine Waage als Ausgleich auf beiden Seiten (Soll und Haben) ermitteln lassen, wenn die Buchungen ordnungsgemäß durchgeführt werden.
  • Nicht zuletzt stellt das Gewinn- und Verlustkonto ein „Unterkonto des Eigenkapitals“ dar, da dieses einen direkten Einfluss auf das Eigenkapital (in der Bilanz) durch Zufluss oder Abfluss hat.
  • Wird bei Abschlussarbeiten ein Reingewinn ermittelt, wird er dem Eigenkapitalkonto, das dadurch erhöht wird, zugeführt. Das bedeutet, dass das Unternehmen eine günstigere Bilanz am Jahresende nachweisen wird. Dieser Vorgang kann auch durch eine zu hohe Aufwandsseite zu einer Eigenkapitalminderung führen und gleichzeitig die betriebliche Verschlechterung sichtbar machen.
  • Zur Erklärung der Bewegungen auf dem GuV-Konto kann vereinfacht gesagt werden, dass, wenn die Aufwendungen während eines Geschäftsjahres größer waren als die Erträge - also mehr ausgegeben als eingenommen wurde, auf diesem Abschlusskonto ein Verlust errechnet werden wird.
  • Diese Sammeleinrichtung und dieser ihr übergeordnete Eigenkapitalposten verbinden daher die beiden Kontenkreise der doppelten Buchführung. Man spricht auch von Erfolgs- und Bestandskonten, die den betrieblichen Alltag widerspiegeln.

Die Buchungen der Geschäfts- oder Firmenwerte und zu bildende Rücklagen sollen im Rahmen der Erklärung zur betrieblichen Gewinnermittlung nicht näher angesprochen werden, denn hierzu wird kaufmännisches und buchhalterisches Wissen zum Verständnis vorausgesetzt, was nicht Thema dieser Erklärung sein soll.

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