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Guter Whiskey - so erkennen Sie ihn

Whiskey-Laien fragen sich häufig, warum Kenner einen derartigen Kult um das Getränk machen. Der oft spezielle Geschmack ist für viele Gaumen gewöhnungsbedürftig. Man kann ein halbes Vermögen für eine Flasche ausgeben, doch ähnlich wie bei einem „guten Wein“ muss nicht unbedingt der teuerste der beste Whiskey sein. Neben Scotch und Irischem Whiskey, die seit Jahrhunderten gebrannt werden, und dem populären Bourbon aus den USA, wird heute in zahlreichen anderen Ländern der Welt Whiskey hergestellt. So vielfältig die Arten der Herstellung und die Geschmacksrichtungen wie Geschmäcker auch sind, so gibt es doch Merkmale, an dem sich die Qualität eines guten Whiskeys erkennen lässt.

Der Klassiker - Whiskey on the rocks ...
Der Klassiker - Whiskey on the rocks ...

Die Merkmale, an denen man einen guten Whiskey erkennen kann, betreffen meist die Art seiner Herstellung. Manches lässt sich am Etikett ablesen, anderes leider nicht. Folgende Punkte sind von Belang:

Ist der Whiskey verschnittenen (Blend) oder unverschnittenen (Single bzw. Straight)?

  • Ein Single oder Straight stammt im Gegensatz zu einem Blend aus einer Brennerei, während Blends aus verschiedenen Whiskey-Sorten zusammengemischt werden. Vielen Kennern gelten Blends daher als minderwertig, da der Single einen ursprünglicheren und reineren Geschmack habe.
  • Bei einem Blended Scotch gilt daher z.B.: Je höher der Malt Whiskey-Anteil desto kräftiger der Geschmack.
  • Blends sollten nicht generell verteufelt werden, sie sind oft leichter im Geschmack und so für Einsteiger teils geeigneter als z.B. ein kräftiger, rauchiger schottischer Single Malt. Zudem werden Sie vorzugsweise für Cocktails und Mix-Getränke verwendet.

Wie Sie einen guten Whiskey erkennen

  • Erkennen Sie einen Hinweis auf das Herstellungsland auf dem Etikett des Whiskeys? Wenn nein, handelt es sich möglicherweise um ein relativ wahllos zusammen gemischtes Gebräu aus den unterschiedlichsten Quellen.
  • In was für Fässern wird der Whiskey gelagert und wie lange? Als qualitativ hochwertig gelten z.B. die Eichenholzfässer, in denen der schottische Whiskey meist gelagert wird.
  • Ist auf dem Flaschen-Etikett eine Altersangabe zu erkennen? Zwar muss nicht zwingend der ältere der bessere Whiskey sein, doch trägt längere Reifung natürlich zur Aroma-Entfaltung bei. Whiskey muss nach dem Gesetz mindestens 3 Jahre gelagert werden. Bei einer Altersangabe auf dem Etikett entspricht diese immer dem jüngsten Destillat. Eine mehrjährige Lagerzeit gilt häufig als Qualitätsmerkmal eines guten Whiskeys.
  • Jahrgahngs-Whiskey: Erkennbares Merkmal eines guten Whiskeys kann sein, dass es sich um Whiskey aus einem einzigen Jahrgang oder gar aus einem einzigen Fass handelt.  
  • Wie rein ist der Whiskey? Enthält er Farbstoffe oder Zusätze für das Aroma? Oft ist z.B. Zuckerkulör (engl. Hinweis auf Etikett: spirit caramel/ E 150) zur einheitlichen Färbung beigefügt. Dies beeinflusst zwar nicht unbedingt das Aroma, gilt unter Whiskey-Liebhabern aber oft als unerwünschte Eigenschaft bei einem Whiskey. Dies ist normalerweise auf dem Etikett zu erkennen.
  • Verminderte Qualität des Whiskeys durch chilfiltration: Als mindernd für die Qualität des Whiskeys gilt es, wenn der Vorgang der sogenannten chillfiltration vollzogen wurde, bei dem von dem gekühlten Whisky gewisse Fettsäuren abgesondert werden. Diese Fettsäuren würden ohne Filtrierung teilweise zu einer trüben Farbe bei kälterer Lagerung des Whiskeys führen. Sie binden allerdings Aromastoffe, die dem filtrierten Whiskey somit fehlen.
  • Welche Getreidesorte wird bei der Herstellung des Whiskeys verwendet? An der Getreidesorte erkennen Sie nicht die Qualität eines Whiskeys. Dieser Aspekt nimmt neben anderen eher Einfluss auf den individuellen Geschmack der jeweiligen Whiskey-Sorte. Malt Whiskey wird z.B. aus gemälzter Gerste hergestellt, Grain Whiskey aus ungemälzter, Bourbon besteht zu über die Hälfte aus Mais, für irischen Whiskey wird neben Gerste (gemälzt oder ungemälzt) auch Roggen oder Weizen verwendet.

Guten Whiskey erkennen - eine Frage der Vorbildung?

  • Falls Sie sich schon in einer kleinen Whiskey-Kunde, in einem Cocktail-Buch oder ähnlichem schlau gemacht haben, erkennen Sie mit ein bisschen Vorbildung renommierte Namen traditioneller Brennereien und Whiskey-Standorte. Dies kann ein gutes Auswahlkriterium darstellen.
  • Im Zweifelsfall ist der Gang zum Fachhändler auf jeden Fall empfehlenswert. Hier kann individueller über Geschmacksrichtungen und Qualitätsempfehlungen Auskunft gegeben werden. Fernab der Massenware des Supermarkts ergattert man hier auch rarere Tropfen.
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