Gute-Nacht-Geschichte erfinden - so geht´s kindgerecht

Kinder lieben Geschichten. Kinder lieben Geschichten.
Kinder lieben es, Gute-Nacht-Geschichten zu hören. Diese müssen nicht unbedingt vorgelesen werden. Sie können spannende Geschichten auch direkt beim Erzählen erfinden. Wenn Sie einige Ratschläge berücksichtigen und mit ein wenig Übung, sind diese mindestens ebenso spannend und unterhaltsam, wie jene aus Kinderbüchern.
Markus Tacik
02.11.2011 Markus Tacik
Was Sie benötigen
  • Fantasie

Das macht eine Gute-Nacht-Erzählung aus

  • Eine Gute-Nacht-Geschichte hat mehrere Funktionen. Dabei ist es ganz gleich, ob Sie sich diese ausgedacht haben oder vorlesen.
  • Zum einen soll die Geschichte als abendliches Ritual Ihr Kind aufs Einschlafen einstimmen. Solche Rituale sind für Kinder sehr wichtig. Das bedeutet aber auch, dass, ebenso wie Sie vom Kind erwarten, nach der Geschichte einzuschlafen, Ihr Kind von Ihnen erwarten kann, vor dem Einschlafen eine Geschichte zu hören.
  • Auch soll eine Gute-Nacht-Geschichte Ihr Kind beruhigen. Wenn es zu sehr in den Erlebnissen und Ereignissen des Tages gefangen ist, wird es ihm schwerfallen, einzuschlafen. Folglich sollte die Geschichte selbst nicht zu aufregend sein. Auch "Cliffhanger" sind mit Vorsicht zu genießen. Es ist zwar schön, wenn sich Ihr Kind auf die Fortsetzung der Erzählung freut, aber nicht, wenn es diese noch am selben Abend hören möchte.
  • Entsprechende Geschichten sind auch eine gute Methode, um Ihrem Kind ein Werteverständnis nahezubringen. Kinder werden eher das Verhalten des Helden ihrer Lieblingsgeschichte kopieren, als auf eine Ermahnung mit erhobenem Zeigefinger hören. Nutzen Sie diese Tatsache für die Erziehung.

So erzählen Sie eine Geschichte

  • Es ist nicht nötig, eine komplette Geschichte ausformuliert niederzuschreiben und dann vorzulesen. Kinder haben keine hohen formellen Ansprüche. Es reicht also vollkommen, wenn Sie die Geschichte beim Erzählen erfinden. Wenn einmal nicht alles einen Sinn ergibt, ist das nicht schlimm. Kinder haben manchmal ohnehin eine sehr eigene Vorstellung von Logik.
  • Wenn Sie einen unkreativen Tag haben und es Ihnen schwerfällt, eine Gute-Nacht-Geschichte aus dem Hut zu zaubern, machen Sie sich vorher einige Stichpunkte. Diese "Anker" können Sie dann verwenden, um die Handlung daran entlanglaufen zu lassen. Wenn Sie etwa die Idee für einen interessanten Charakter haben, wird sich die Geschichte wie von selbst um diesen herum aufbauen.
  • Als Thema der Handlung kann im Grunde genommen alles dienen, was Sie sich vorstellen können. Von den Abenteuern eines Mistkäfers im Komposthaufen bis hin zum strahlenden Ritter in Rüstung ist alles möglich. Wenn Ihr Kind bestimmte Präferenzen hat, etwa Piratengeschichten, können Sie sich natürlich besonders an diesen orientieren.
  • Für Erwachsene oftmals eine Tortur, für Kinder sehr wichtig: Wiederholungen. Kinder lieben es, den gleichen Stoff immer wieder zu hören und sind oft sehr pingelig, wenn Kleinigkeiten von der letzten Fassung abweichen. Beim Vorlesen kann dieses Bedürfnis leicht befriedigt werden, beim improvisierten Erzählen nur schwerlich. Versuchen Sie daher, Ihrem Kind zumindest ein wenig entgegen zu kommen, indem Sie mehrere Abende hintereinander von der gleichen Figur erzählen. Das macht es auch für Sie einfacher, da Sie sich nicht jedes Mal einen neuen Protagonisten ausdenken müssen.

In diesem Sinne, gute Nacht.

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